Eigentlich wollten wir in Charleston übernachten, aber wie immer, es kommt anders.
In der früh sind wir noch einmal an den Strand gegangen, denn die Sonne sah mit den Wolken echt gut aus.

Dann haben wir Myrtle Beach verlassen und mit nur ein paar kleinen Shopping-Stopps bei Target und Publix ging es schnur-stracks zum Patriots Point (solche Namen erfinden nur US-ler).

An Bord der USS Yorktown kann man auch die Geschichte der nicht so erfolgreichen Schiffe nachlesen. Natürlich als Heldendarstellung der Seemänner (und Frauen). Viele Schiffe wurden durch Kamikaze versenkt. Blöd gelaufen. Einige haben sich selbst versenkt (Unfall –> Schiff brennt ab) und ein Schiff ist zwar gerade nicht gesunken, aber war nah dran. Ein japanischer Bomber kam in den Wolken, hat zwei Bomben passend fallengelassen und dann hat sich das Schiff mit der eigenen Munition gesprengt. Fast alle starben, aber einige Heros haben das Schiff gerettet, das aber nie wieder in den Einsatz kam (also quasi sinnlos). Und ein Schiff hat sich durch Unfall selbst angezündet, ein zweites kam zur Hilfe, ging längsseits und dann ist das brennende Schiff explodiert und hat beide Schiffe versenkt. Aber mal davon abgesehen, was haben wir auf den selbstgeführten Routen gesehen?
Alle Touren beginnen und enden im Main-Hangar, in dem man neben der Geschichte der versunkenen Schiffe auch ein paar alte Flugzeuge sehen kann.

Wir sind zuerst auf die Tour durch die Quartiere und anderen Dinge unter Deck gegangen. Vom Riesenklo über Schlafquartiere (immer in der Nähe der Arbeit, damit man jederzeit aufspringen und loslegen konnte) zu Behandlungsräumen. Zusammenfassend: Alles war eng und persönlicher Freiraum ist unbekannt.

Noch spannender kann man sich die Temperaturen vorstellen, denn in Richtung Motorraum war es sicher immer schön warm. Auch die Plätze der Techniker sind ‘gewöhnungsbedürftig’.

Die nächste Tour ging auf die oberen Decks. Zunächst kommt man auf das Start/Landedeck mit einigen völlig ausgeräumten Flugzeugen und zumeist mit kaputten Reifen. Sieht nicht so gut erhalten aus. Astrid hat mich da alleine rumlaufen lassen und hat sich mit einer anderen ‘abgestellten’ Dame unterhalten. Man hat da übrigens auch eine gute Aussicht auf das Wasser.

Auch die anderen Exponate haben ganz sicher schon bessere Tage gesehen, aber die Hüllen schauen noch ganz ok aus.

Das U-Boot USS Glamagore wird gerade restauriert und ist daher nicht zu besichtigen. Man sieht es aber gut vom Deck aus. Genauso wie den Zerstörer USS Laffey.

Danach geht es weiter hinauf über den Steuerstand und zu den Kabinen der hohen Offiziere. Man will ja nicht mit dem Pöbel im Schiff leben.

Die Gefängniszelle war damals offenbar maximal kuschlig.

Die dritte Rundgang ist vorwiegend langweilig, da es nur historische Ansammlungen und Modelle zu sehen gibt. Da waren wir schnell durch. Also ging es gleich an Bord des Zerstörers, wo sich Astrid an den Steuerstand gestellt hat.

Das Schiff selbst ist – weil kleiner – irgendwie noch enger und bringt nichts wesentlich Neues. Dafür haben sie aber eine interaktive Einsatzsimulation, wo sie zeigen, was passiert, wenn ein US Zerstörer ein russisches U-Boot findet. Wie sie sagen, es passierte zum Glück nichts.

Vom Zerstörer hat man aber eine gute Aussicht auf die Yorktown.

Und damit waren wir mit dem Patriots Point durch, die Ausstellung zu einem Vietnam-Lager haben wir uns gespart. Da Charleston auch nette Plantagen hat, der Tag aber noch einiges an Zeit übrig hatte, sind wir quasi zurück zur Boone Hall Plantation. Diese Plantation gehört zu den ältesten immer noch in Betrieb befindlichen Plantations.

Rein geschichtlich gesehen hat die Plantation öfter den Besitzer gewechselt, hat eine dem damaligen Stand entsprechende Live Oak Alley, ein Haupthaus aus den 1930er Jahren und wird immer noch als Plantation geführt. Daher gibt es auch eine geführte Nature Tour und Schulen können dort etwas über das Obst der entsprechenden Jahreszeit erfahren. Wir haben gerade noch die letzte Tour erwischt. Man sieht die im Herbst schon abgeräumten Felder, hört einen sehr gut gelaunten Sprecher mit lustigen Details, sieht wie sie den Halloween Schreckwald aufbauen und weiß nachher tatsächlich mehr. Zum Beispiel wissen wir, daß sie aktuell von vier Dingen leben: Hochzeiten, Touristentouren, U-Pick Ihres angebauten Zeugs und dem direkten Verkauf ihres Grünzeugs. Oder wir wissen mehr über die interessante Geschichte der Baumwollreinigungsmaschine. Vor der Maschine war es echte Drecksarbeit. Dann hat (hier sind sie sich uneins) eine Frau oder ein Sklave die Baumwollreinigungsmaschine erfunden, konnte aber kein Patent bekommen, weil nicht berechtigt. Das war dann aber eh bald egal, weil Baumwolle durch Großfarmen so billig hergestellt wurde, daß es sich nicht mehr ausgezahlt hat. Daher sind sie auf Pekannüsse gewechselt. Die vertragen aber größeren Wind nicht (sie fallen einfach um) und da Charleston immer wieder einen Hurricane abbekommt, geht das auch nicht so gut. Daher mußten sie auf Indigo, Mais oder Obst wechseln.

Nach der Tour sind wir zum Haus gegangen, um das zu besichtigen. Da hätte man sich eigentlich anmelden müssen, aber sie haben uns auch so mitgenommen. Das Haus ist 1936 generalsaniert worden, daher ist es nicht ganz so speziell. Es wird theoretisch noch bewohnt, daher darf man nur manche Räume sehen. Und man darf nichts fotographieren. BTW, nur 5 Jahre nach der Renovierung brach der 2. Weltkrieg aus und der damalige Besitzer hat die Plantation gleich wieder verkauft. Irgendwie hat Astrid’s Handy gesponnen und so kamen diese Fotos zustande.

Die Außenfotos mit Haus und Garten mußten wir nachholen, denn wir wurden bei Ankunft gleich ins Haus gelassen.

Der historische Teil sind die erhaltenen Slave-Cabins, wo man auch Vorträge über die Sklavenhaltung hören kann. Es war halt doch eine Südstaaten-Plantage…

Am Ende der Sklavenstraße kommt man zum alten Bootsdock, denn die Ware mußte ja auch irgendwie weg. Schiffe waren da früher das Mittel der Wahl.

Am Weg zum Auto kommt man noch einmal an den Sklavenkabinen vorbei. Sieht heute nach netten Gartenhütten aus, war damals aber echt schlimm. Man kann jedenfalls genug darüber nachlesen.

Noch ein Stopp bei echt hübschen Blumen mit Schmetterlingen…

… und schon ging es mit dem Auto weiter. Astrid zog es dringend nach Florida, also sind wir gleich weiter in den Süden zum KOA in Savannah. Des möglichen Gewitters in der Nacht wegen in einer Hütte. Nach kurzen Einkaufsstopps (man will ja nicht am Abend verhungern) hat uns der TomTom kurz vor dem Ziel in die ‘Wüste’ geschickt, sodaß wir ein wenig später ankamen. Die Hütte hat schon auf uns gewartet und der Ausblick auf den See ist auch in der Nacht großartig. Und natürlich haben wir vor der Hütte noch gegrillt.
