Nachdenken

Warum nicht in die USA übersiedeln?

Ich war jetzt echt schon oft drüben und der Urlaub ist immer wieder toll. Man hat auch den Eindruck, die Leute sind prinzipiell freundlicher. In Österreich (gleich am Flughafen) fahren sie dich mit dem Wagerl nieder und fragen auch noch, warum man so deppert im Weg steht. In den USA überfahren sie dich auch, aber entschuldigen sich wenigstens (was am Prinzip des Überfahrenwerdens prinzipiell nichts ändert). Aber ich sage dann immer Astrid, dann muß ich auch dort arbeiten und das klingt nicht so verlockend. Auf der diesjährigen Runde habe ich da ein paar Dinge gehört, die einem schon Bedenken hochkommen lassen.

FedEx hat tolle Verteilzentren und LKWs zum Transportieren, die Fahrer sind aber NICHT bei FedEx angestellt. FedEx nimmt sich dafür einen Subcontractor. Eine Verwandte hatte nun das Problem, daß ihr Subcontractor mehr Geld haben wollte und wollte sich deswegen mit anderen Subcontractoren zusammentun. Das ist aber entgegen dem FedEx Vertrag, daher wurde der Subcontractor fristlos gekündigt. Der hat am Freitag Abend damit alle seine Fahrer fristlos gekündigt. Glück im Unglück, konnte die Verwandte zu einem anderen Subcontractor wechseln und so fuhr sie am Montag quasi den gleichen Truck nur auf einer anderen Route. ABER: Sie fängt ja nun quasi neu beim anderen Subcontractor an. Daher verlor sie alle ‘benefits’. D.h. Das erste Jahr hat sie exakt genau keinen Urlaubstag, im zweiten Jahr bekommt sie dann sogar schon 5 personal days. Krankenstände sind immer ohne Bezahlung und wenn man Glück hat, zählen sie die nicht noch, denn ab einer Anzahl x schmeißen sie einen raus. Und Bezahlung: Die ist sogar gleich: 170$ pro Tag (alle Steuern und Abgaben trägt der Arbeitnehmer). Egal wie lange der Tag ist. Die Route ist halt jetzt 2 Stunden länger…

Oder Krankenversicherung. Viele Leute (gehört in Orlando) trauen sich nicht eine Rettung zu rufen, denn die Minimumfare (und wenn es über die Straße ist) sind $2500. Und die meisten Krankenversicherungen zahlen keine Ambulance. Die meisten inkl. Krankenkassen zahlen auch nur größere Eingriffe. Ein gebrochener Finger wird daher zumeist selbst behandelt (posicle sticks wurden mir da sehr empfohlen). Und wenn man älter ist, werden manche OPs nur gemacht, wenn man danach noch lange genug arbeiten um es quasi wieder reinzubringen.

Daher sehe ich die USA als nettes Urlaubsland, aber nicht als Arbeitsland. Da müßte man schon bessere Optionen finden…

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