Wie jedes Jahr gibt es eine kleine Spielecke zu unserem Mietauto. Wie schon berichtet war es schwierig auch das gebucht Auto zu bekommen, aber dank Astrid hat das dann doch noch geklappt. Ein metallic roter Chrysler 300 (ohne Buchstaben am Schluß).

Der Kofferraum hat zwar nur einen kleinen Zugriff, ist aber endlich wieder so groß wie die uns bekannten Autos. Einzig der Subwoofer nimmt uns einen Rucksackplatz weg. Damit haben wir dieses Jahr nicht die Probleme unsere Sachen unterzubekommen.
Im Gegensatz zum letzten Jahr ist das Auto aber sehr klassisch. Es hat keinerlei elektronische Assistenten, hat einen klassischen V6 Motor mit 292 PS (die besseren Versionen haben immer noch den V8 Motor mit knappen 360 PS) und ein wirklich gutes Fahrwerk auf 19” Reifen. Die 292 PS reichen zum gemütlichen Cruzen und wenn man mal überholen will, kann er auch böse knurren. Einzig bei höheren Geschwindigkeiten (80mi/h +) am Berg fehlt ihm mit dem 8-Gang-Automatikgetriebe die Kraft und die Abstufungen, sodaß er schnell hektisch rauf/runterschaltet. Das ist mühsam.
Genauso mühsam ist der Umstand, daß man das Ding nicht auf manuelle Schaltung stellen kann. Man kann nur auf Low gehen und hoffen, er hält die Geschwindigkeit, was er aber nur ganz selten tut. Dafür schaltet er bei der normalen Automatik rauf, wenn es bergab geht und er zu schnell wird. Beim Rauffahren geht er aber sehr gut und neigt zum Glück nicht zum hektischen Schalten.
Sehr gut ist die Rückfahrkamera wo sie zusätzlich auch Ultraschallsensoren eingebaut haben. Er erkennt auch im Gegensatz zum Toyota des Vorjahres stillstehende Hindernisse hinter dem Auto. Die Ultraschallsensoren vorne sind aber völlig sinnlos. Man weiß nicht wann sie aktiv sind und sie schreien manchmal sinnlos rum (z.B. beim Rückwärts ausparken oder wenn man an der Kreuzung steht). Randsteine vorne erkennen sie aber wenigstens absolut nie. Auch die Bewegungserkennung der Rückfahrkamera ist sehr sensitiv. Egal welche Bewegung, das Ding schreit. Auch wenn es ein querendes Auto hinter dem Parkplatz ist. Ach ja schreien, es gibt keinen Aus-Knopf. Man kann sich also z.B. nicht mit einem Einweiser unterhalten, wenn die Sensoren schreien. Auch ein super Bug: Wenn die Rückfahrkamera ein ist, kann man die Musik der Lautsprecher nicht leiser drehen. Das kann mühsam sein.
Obwohl so ziemlich alle Lampen LEDs sind, die Scheinwerfer sind noch alte Halogenlampen. Keine Ahnung warum. Und wenn wir schon beim Motzen sind: Ein Luxusauto hat offenbar doch noch Sparpotential: Nur die vorderen Fensterheber sind auto-fähig, nur die vorderen Türen kann man mit der handsfree aufmachen. Da haben sie gespart?!?
Dafür hat das Auto all wheel drive und das geht auf Schotter echt gut. Auch das Fahrwerk läßt sich bei typisch amerikanisch schlechten Straßen nicht aus der Ruhe bringen. Auch bei höheren Geschwindigkeiten und Kurven.
Noch eine Ungewöhnlichkeit: Das Auto hat nur den Blinkerhebel, keinen zweiten für den Scheinwerfer oder den Scheibenwischer. Daher kann man den Knopf in so ziemlich alle erdenklichen Richtungen drehen und schieben. Das ist echte Umgewöhnung.
Der Verbrauch ist btw. auch nicht viel schlechter als beim hochgezüchteten Toyota des Vorjahres, dafür ist der Tank wesentlich größer. Ich komme daher auf eine Reichweite von knapp 500mi. Geschockt hat mich das Auto nur bei der Übernahme, denn da kamen sie gerade mal auf 230mi Reichweite. Die Reichweite ergibt sich aber aus dem bisherigen Verbrauchsdurchschnitt. Keine Ahnung welche gesenkte Sau mit dem vorher gefahren ist.
Insgesamt aber ein sehr angenehm zu fahrendes Auto, wenn man auf die heute üblichen Schnickschnack Sachen verzichtet. Ist halt für mich für ein Luxusauto ungewöhnlich, aber das Ding richtet sich wohl eher an den älteren Herren als an den Computerfreak.