Der heutige Tag wurde mehrmals umgeplant, hat sich dann aber wirklich gut ergeben.
Eigentlich wollten wir ganz beim Naturetrip bleiben und gleich im Norden von Seattle mit der Fähre zum Olympic NP queren. Vorsichtig wie ich bin haben wir geschaut wie das so mit der Fähre ist. Und siehe da: Die fährt nicht so häufig und ist auf Wochen ausgebucht. So also nicht. Dann hat Astrid in meinen alten Berichten gelesen, ich war da schon in einem Flugzeugmuseum. Also sind wir dahin gefahren. Aber seid CoVid sollte man die Karten online kaufen. Haben wir auch noch bei sehr schlechtem Internet geschafft. Also in der früh die wenigen Meilen mit einem Einkauf unterbrochen gefahren und schon waren wir vor dem Museum.
Der kleine Schock am Rande: Die Tankpreise sind hier irre. Haben wir in Montana $3.80 die Gallone getankt, so wollen sie hier zum Teil $5.20!!!
Aber egal, schon vor dem Eingang gibt es etwas zu sehen:

Das Museum of Flight liegt gleich neben dem Boing Gebäuden, hat aber nichts mit Boing direkt zu tun. Es hat sich aus einer privaten Stiftung entwickelt und hat sich alles aus Spenden zusammengebettelt. Nach der Kasse kommt man in die große Halle, wo auch die ganzen Feierlichkeitsräume dran hängen. Wir hatten Pech und es fand ein privates Event statt, sodaß die oberen Ebenen (inkl. Tower Simulator) gesperrt waren. In der Hall hängen und stehen echt viele Flugzeuge. Man bemerkt, es gäbe wohl mehr Flugzeuge als sie Platz haben.

Der Red Barn von Boing hat auch Geschichte. Ursprünglich war es die erste ‘Fabrik’ von Boing, im zweiten Weltkrieg wurde sie verlassen. Damit viel die Hütte an den Hafen. Der hat sie dann für 1$ an das Museum verschenkt und das Museum hat den Schuppen 3km auf ihr aktuelles Gelände verschoben. In dem nun renovierten Schuppen sieht man, wie die ersten Flugzeuge aus Holz gebaut wurden. Es war schon ein wesentlicher Vorteil, daß Boing Sägewerke besessen hat, um das ganze Holz zu bekommen.

Die Geschichte des Museums hat mit einem restaurierten Weltkriegsflugzeug begonnen. Sie haben nun auch eine eigene Halle mit 2 Stockwerken, wo Weltkriegsflugzeuge ausgestellt werden. Im Erdgeschoß 2. Weltkrieg, im Dachgeschoß 1. Weltkrieg. In meinem Bericht von 2006 (mein letzter Besuch in der Gegend) sind die Bilder noch sehr schwach. Jetzt konnte ich das locker mit dem Handy machen. Und das ohne jeglicher Nachbearbeitung.
Hier 2. Weltkrieg.

Und hier 1. Weltkrieg.

Auch das Museum hat den Unterschied zwischen zugesagt und geliefert auf die Harte erleben müssen. NASA hat ihnen ein ausgemustertes Space Shuttle (also den Explorer) versprochen. Sie haben Geld für ein eigenes Gebäude gesammelt, das Gebäude gebaut und dann kein Shuttle bekommen. Blöd, was macht man jetzt mit dem passend gebauten Gebäude? NASA hat sich herabgelassen, ihnen das Trainings-Mockup zu geben. So sieht es halt auch aus…

Offenbar ist es billiger ein Flugdach als eine Halle zu bauen. Daher stehen die restlichen Flugzeuge unter einem Flugdach. Von mehreren Boing Passagierflugzeugen (von Boing nebenan geschenkt) bis zum ersten Boing düsengetriebenen Präsidentenflugzeug steht dort alles.

Sie haben auch eine Concorde bekommen. Man war das eng da drinnen. Dafür hält die Concord immer noch den Rekord für die Atlantiküberquerung (London – New York) in 2:52 und ich weiß jetzt, daß das Ding bei Überschall um 6 bis 10 inch länger wurde, weil es außen so warm wurde.

Einen richtigen Zusammenhang der Flieger konnte ich nicht rausfinden, daher mehr Überblicksfotos (Und das Cockpit des Dreamliners).

Die B52 steht dort ganz im Freien, da haben sie auch kein Dach mehr drüber gebaut.

Danach haben wir uns für den Abkürzer per Fähre entschieden, denn schon beim Reinfahren zum Museum wären wir unendlich im Stau gestanden, wenn wir nicht auf der Car-Pool-Lane gefahren wären. Der Fährhafen ist direkt neben Downtown. Unser TomTom hat uns daher überraschenderweise ganz ohne Freeway zum Hafen geführt. Dort sind wir extra unendlich im Kreis gefahren, weil unser TomTom geglaubt hat, man darf nicht links abbiegen. Ätsch, gerade das haben sie geändert. Es gibt eine eigene Fährabbiegespur und man darf von der anderen Seite nicht rechts abbiegen. Also haben wir dort ein paar Kurven gedreht. Im Hafen waren wir stolz das Ziel richtig zu wissen (da gehen nämlich zwei Fähren weg). Leider haben wir die letzte Fähre gerade verpaßt und die nächste hatte Verspätung. Also eine gute Stunde gewartet.

Dann hatten sie es aber echt eilig und haben alle auf die Fähre getrieben.

Wir waren in der ersten Reihe.

Von der Fähre hat man geniale Aussichten auf die Downtown Skyline.

Beim Aussteigen sind die Radler die ersten.

Die Straße geht über ein paar Insel, wo man nur selten das Wasser sieht, auf die Olympic Halbinsel, wo wir in Port Angeles unser Nachtquartier hatten.

Am nächsten Tag waren Highlights des Olympic NPs geplant.