Heute ging es den ganzen Tag in den Zoo.
Die Fahrt ins Nichts hatte den Grund in den Taronga Western Plain Zoo zu gehen. Das ist der Safari-Ableger des bekannten Sydney Zoos (der mit Blick auf das Opera house). Sie bewerben den Zoo mit der Notwendigkeit sich ein Fahrrad oder ein Golfcart zu mieten, da der reine Rundweg ohne die Gehege knappe 12km ist. Sie bieten seit kurzem auch die Option, das Tagesticket an zwei Tagen zu nutzen, da man an einem Tag eh nicht durch kommt (man bedenke die australischen Öffnungszeiten). Also sind wir gleich kurz nach der Öffnung dort gestanden (sind keine 2km vom Campingplatz) und Astrid hat auf ein Golf Cart bestanden, da sie wieder ihre Leiste ein wenig zu viel beansprucht hat.

Jetzt haben wir mehr Infos und wir hätten uns das Golfcart sparen können, denn der Zoo kann ohnehin nur per Auto besucht werden. Nicht wie ein Safaripark, aber die 12km tut sich kaum jemand an (wenngleich man das tun kann). Aber die Gehegebereiche sind mit einer Straße verbunden (nur gute 5km lang), wo man pro Bereich parken kann. Und mehr darf man mit dem Golfcart auch nicht. Nur Fahrräder dürfen ein wenig mehr auf den Gehwegen unterwegs sein (wobei auch nur auf manchen). Egal, so sind wir nun beide auch mit einem Golfcart gefahren. Muß man ja auch mal gemacht haben.
Die Gehege haben bei dem Zoo eine völlig neue Dimension erreicht. Wir waren von Miami begeistert, weil sich die Tiere dort verstecken können. Wir lieben Lion Country Safari, weil es da Hektar (nur mehr mit dem Auto befahrbare) Gehege gibt. Hier sind es schon noch getrennte Gehege, aber die Dimensionen sind einfach unglaublich. Aus ganz Schönbrunn könnte man höchstens 3 solcher Gehege bauen. Hier mal die Beispiele für Giraffen und Hörndlvieh.

Die Zäune fallen auch wenig auf, weil sie haben auf der Besucherseite Erdwälle errichtet, auf die man hochsteigt. Man sieht also natürlich über die Zäune hinweg. Jetzt gab es Leute, die haben dem Zoo nur eine 1-Sternbewertung gegeben, weil sie die Tiere nicht sehen konnten. Ja, es kann schon sein, daß die Tiere ein wenig mehr Abstand haben. Sie locken sie aber eh mit Futter nach vorne. Nur es ist sicher kein Zoo, wo man mit dem Handy zum Fotographieren auskommt. Hier das Gehege für den Geparden …

… und den Löwen.

Der Zoo versteht sich auch als Bewahrer von Tieren. Sie machen bei vielen Rettungs- und Zuchtprogrammen mit. D.h. Hauptsache den Tieren geht es gut, wenn die Besucher das sehen wollen, ist es gut (aber sicher keine Notwendigkeit). Sie zeigen auch, wie erfolgreich sie bei den Zuchtprogrammen sind, weil sich die Tiere wohl fühlen. Sie haben schon auch Tiere rund um die Welt, aber eigentlich nur Großtiere. Also die, die solche Freiheit auch brauchen. Auch neu für uns ist das Konzept, man fährt von Bereich zu Bereich, hat aber auch riesige Picknickplätze wo man jede Art selbst mitgebrachtes Essen verputzen kann. Selbst gratis Griller sind vorhanden. Das einzige, das wir ausgelassen haben ist die Safari, die man dazubuchen kann. Dann geht es in einem offenen LKW in den hinteren Safaribereich, wo Giraffen, Rhinos und Co zusammen gehalten werden. Sowas hatten wir schon.

Sie sind nun auch Zentrale für Schnabeltierrettungen. Sie haben ein eigenes Gebäude zum Betreuen von 65 Schnabeltieren errichtet, weil bei Unwettern oder Dürre recht schnell eine größere Menge an Schnabeltieren aufgenommen werden muß. Sieht dann so aus.

Und ja, mit dem Handy wären die Bilder des Berichtes an dem Punkt schon recht durch gewesen. Ich habe aber meine gute alte Sony mit dem 600er Objektiv und da ist man dann doch ein wenig flexibler. Daher zurück zum Anfang der Runde, aber nun ins Detail. Sie sind stolz alle 5 Sorten von Rhinos zu haben und sie arbeiten am Zuchtprogramm für das schwarze Rhino mit.

Erdmännchen haben sie an mehreren Stellen, denn die sind immer (für mich) ein Muß.

Wir haben heute zum ersten mal Giraffen laufen sehen. der Platz ist jedenfalls da.

Diverses Hörndlvieh hat ganze Wäldchen zur Verfügung.

Und die Hippos haben einen Teich zum Schwimmen. Nicht nur so ein Betonbecken.

Andere Rhinos werden von heimischen Vögeln mit Nachwuchs besucht.

Tiger sind doch auch nur Katzen (da würde ich aber als heimischer Vogel nicht reingehen).

Und Zebras können über riesige Wiesen galoppieren (wenn sie wollen).

Wobei Bewegung muß geplant werden. Wir hatten heute 34°C und je mehr es gegen Mittag ging, desto weniger war Bewegung bei den Tieren angesagt.

Außer bei den Erdmännchen neben dem Café, denn wenn es da nach Essen aussah, ging die Post ab.

Auch wir kühlten uns mit einem iced coffee ab. Und wurden prompt von solchen Vögeln angebettelt. Astrid nennt sie potato hawks, wenn wer weiß wie die wirklich heißen, gerne die Info an mich senden.

Es folgen dann immer wieder ungeahnt große Gehege, wo man sich nur wundern kann, wie Tiere in anderen Zoos überhaupt überleben können.

Und zwischendurch taucht die heimische Fauna auf. Kakadus, Papageien, ‘potato Hawks’, ‘Dino-Vögel’, kleine hektische speedies, …

Auch die asiatischen Otter haben einen Bach, eine Wiese, noch eine Wiese, einen Innenbereich…. und sie fetzen durch die Gegend.

Damit sie nicht nur rumliegen und pennen, gibt es 6x am Tag kleine Futtermengen. Da ist dann wieder dieser Einheimische am Mitspielen.

Die Koalas sitzen auf natürlich gewachsenen Bäumen locker 20m hoch oben, sie haben nur einen raised Boardwalk gebaut, damit man eine Chance hat, die Koalas zu sehen.

Die Rotnacken Kängurus könnte man streicheln, wenn sie nur kommen würden.

Die Emus haben wieder einen halben Wald zur Verfügung.

Den Gepard hat ein anderer Besucher durch Zufall unter einem Baum gefunden. In dem großen Gehege (siehe oben) wirklicher Zufall. Von den Löwen konnte keiner auch nur eine Schwanzspitze sehen.

Die Elefanten haben Wasser und Sand zum Spielen und Reinigen und haben Platz für mehrere Gruppen. Die Schildkröte hat sich selbständig in einem Graben angesiedelt.

Die zunehmende Wärme machte alle träger, aber sie füttern auch am Nachmiittag, sodaß dann wieder Bewegung in die Tiere kommt. Wenn man nur gut genug bezahlt, jogged auch ein tasmanischer Teufel und eine ganze Gruppe Gibbons kommt.

Lemuren werden wach und so manch Gibbon betatscht seine Wärterin.

Um 13 Uhr haben wir das Golfcart gegen unser RV getauscht und sind noch eine dritte Runde gefahren. Da war dann schon sehr Ruhephase.

Bei 34°C sind wir zum Einkaufen in ein nahes Zentrum gefahren und Astrid konnte sich ein wenig abkühlen. Und just da wurden wir an Weihnachten erinnert, weil im Einkaufszentrum kann man schon Briefe an Santa schreiben und die üblichen Weihnachtsfotos machen.

Um 16 Uhr macht das Einkaufszentrum natürlich ganz australisch dicht (da es gerade Sonntag ist, vergleiche ich lieber nicht mit Österreich) und wir haben noch auf die Straße im Zentrum geschaut. Wo auch schon alles zu hatte.

Daher ab zum Campingplatz und Abendessen gemacht, denn der typischer Australier ißt sicher nicht später als 18 Uhr. Ich hatte heute Lammwürstchen mit Salat… Um spätestens 21 Uhr ist alles totenstill.