Der Tag begann strahlend sonnig. Also haben wir alles rasch zusammengepackt, ich habe den Platz bezahlt (da die Dame am Vortag nicht mehr vorbeikommen wollte) und auf ging es. Nicht so ganz direkt nach Florenz, denn zuvor wollten wir noch Frückstück fassen. Und in Italien geht man dazu zu einem Lidl.
Natürlich hat es wieder zugezogen bis wir losgefahren sind. Aber in Florenz sollte es strahlend sonnig sein. Man darf hoffen. Beim Lidl haben wir gesehen, was man sinnvoll machen kann. Der Parkplatz ist weitgehend überdacht, in einer Höhe, wo auch unser Camper-Van drunterpaßt. Und als Überdachung haben sie Solarpaneele genommen. Gut so!

Beim Lidl gab es wieder so viel zu kaufen und nur so wenig Platz im Kühlschrank. Es ist auch überraschend, wie viel billiger die Sachen sind. Da hat Österreich noch echt viel abzubauen. Neben der viel größeren Backbox gibt es bei dem Lidl auch Fertigessen. Astrid sind Rosmarinkartoffel ins Auge gesprungen mir fertige (und heiße) Hühnerflügel. Damit das nicht kalt wird, haben wir das als Frühstück am Parkplatz gefuttert. Wer braucht schon einen Publix, wenn er einen Lidl hat.

Weiter ging es zum Tanken, wo wir die seltsamen Kreisverkehre mit Nachrangschildern zwischendurch ausgiebig erkunden konnten und dann führte uns TomTom querfeldein zur Autobahn. Sehr nette aber echt kleine Straßen.

Die Autobahn war wieder sehr voll, die meisten Italiener fahren überraschend langsam, dafür sind die LKWs recht draufgängerisch. Auf dem letzten Stück nach Florenz war ich dann überrascht: Es gab die Variante Florenz panoramisch und Florenz direkt. TomTom wollte direkt. Inzwischen weiß ich, panoramisch hätte auch etwas gehabt. Im Prinzip haben sie eine Bergautobahn gebaut und waren scheinbar bis vor kurzem happy damit. Dann hatten sie scheinbar zu viel Geld und bauten eine zweite Autobahn, die gefühlt zu 70% Tunnel besteht. Das ist die direkte Variante. Also sind wir von Tunnel zu Tunnel gehüpft. Astrid ist es nicht so aufgefallen, sie hat wieder ‘über die Weltprobleme nachgedacht’.

Bei Florenz kam dann wie versprochen die Sonne raus. Die Anfahrt auf den Berg, wo der Campingplatz liegt, soll spannend sein. So richtig spannend wird es aber, wenn man dazu einen TomTom nutzt. Er hat heute den Campingplatz genau gefunden, nur der Weg dorthin… Die Straßen wurden steiler und wesentlich schmäler. Und immer schmäler.

Schließlich kamen wir zu einer Straße, die nur mehr bis 6m Länge freigegeben ist. Zum Glück sind wir ja 5.99m lang. Von dem Teil haben wir leider keine Fotos, Astrid war zu sehr beschäftigt mich vor Dingen zu warnen. Und damit es dort spannender wird, links und rechts Steinmauern und die Straße hat jede Menge 90° Kurven. In einer mußte ich dann doch reversieren. Wieder auf der größeren Straße nach Fiesole (da wo auch der Bus wie ein Irrer fährt) konnte ich durchatmen, bis wir nach Fisole kamen und dann noch den rest zum Campingplatz am Gipfel gefahren sind. Ach ja, bei einer der Engstellen durfte ich auf den Gehsteig ausweichen, der aber auch nur 40cm oder so breit ist. Dahinter die beliebte Steinmauer.

Von oben hat man dann die versprochene tolle Aussicht, auch wenn sich wieder ein paar Wolken gezeigt haben.

Eingechecked und den Camper-Van gerade auf Keile gestellt, ging es zur Rezeption zurück. Der Gratis-Shuttle war noch 40 Minuten hin, also sind wir zu Fuß zum Hauptplatz gegangen. Man beachte die ernst gemeinten Schilder von 1.5m Breite der STRASSE!

Der Bus hat sich wie ein Irrer runtergelassen und 20 Minuten später waren wir am Verkehrshauptplatz, wo die Innenstadt nur mehr 2 Stationen mit der Straßenbahn entfernt ist. Gerade da hat es ein wenig zu regnen begonnen. Die Straßenbahn kam entgegen aller Vorhersagen am Display nicht. Dafür kam die Sonne raus.

Nach 10 Minuten warten sind wir zu Fuß aufgebrochen. An allen Stationen standen die Leute und warteten. Ohne Erfolg.

In der Innenstadt war dann die Hölle los, was uns zum verpaßten Ochsen führt. Aber an dem Punkt wußten wir noch nichts vom Ochsen. Wir sahen nur einige verkleidete Leute (nach Mittelalterart), sahen überraschend viel Polizei und hörten Getrommel. Trotzdem war dann die Kathedrale schnell gefunden.

Rein durfte man genau an dem tag nicht. Jetzt weiß ich, auch aufgrund des Ochsen. Wir sind den Menschnmassen nach in Richtung Ponte Vecchio. Zuerst ist es ein wenig Type Kärntnerstraße mit exklusiven Geschäften und einer Zuckerbäckerei mit einer flüssigen Schokoladewand.

Mit einem kleinen Zwischenstopp beim Starbucks, findet man auch schon die Uffizien. Überall noch Zeichen des Ochsen, auch wenn wir zu dem Zeitpunkt noch an einen Städtelauf gedacht haben. Spannend ist auch die Statue der handytadelnden Frau.

Dann die letzten Meter zur Ponte Vecchio und da muß man aufpassen, sie nicht zu übersehen, denn der Fluß ich hier noch nicht so einfach zu erspähen.

Wir sind zunächst ans Flußufer gegangen, denn es ist schwer ein Foto der Brücke von der Brücke aus zu machen. So schlau waren aber viele andere auch.

Von der Mitte der Brücke kann man hübsche Fotos auf beide Seiten machen.

Wir haben die Brücke nicht überquert sondern sind wieder ans Flußufer gegangen. Noch ein paar Fotos.

Da Astrid die nicht unbekannten Worte “Gib mir was zu Essen oder ich esse Dich” verwendet hat, sind wir den Uffizien entlang zum letzten Platz zurückgegangen.

Und schon fand Astrid etwas zu essen. Am Platz sitzend.

Zufällig haben wir dann von einem Paar am Nebentisch erfahren, warum so viele da waren: Sie haben die alte Tradition, die sie aber erst seit kurzem so groß feiern, daß der erste Wein der Saision mit einem altertümlichen Ochsenwagen durch die Innenstadt gezogen wird. Das Paar aus den USA hat seinen ganzen Urlaub darum geplant und dann wie wir den Umzug verpaßt.
Wieder friedlich gestimmt (mit vollem Bauch) schlenderten wir langsam zurück zur Straßenbahn.

Die ist sogar gefahren. Brachte uns zu unserem Bus, der kurz darauf losfuhr. Oder losraste? Wir waren jedenfalls 15 Minuten später wieder in Fisole und haben den Gratisshuttle erwischt. Der ist noch flotter gefahren (wir ohne Gurte in erster Reihe). Da brauchst keine Disney Hochschaubahn. Dann blieb uns nur mehr der Blick ins Tal und der Tag ging fast wunderbar zu Ende.

Fast, weil statt draußen sitzend den Abend zu verbringen kamen ein paar Schauer vorbei und wir mußten im Camper-Van sitzen. Am Weg nach Hause hat Astrid zugegeben, daß es trotz der vielen Leute echt Spaß gemacht hat und wir planten auf die schnelle einen Schwenker nach Rom.