Doch ein gutes Stück in Richtung Atlantik gefahren und dabei noch mehrmals gestoppt.
Heute sollte es entlang der Pyrenäen gehen und wenn geht ohne Autobahn. Am Weg aus Toulouse wollten wir wieder einen Auchan besuchen, scheiterten aber einmal mehr daran, daß wir in die normalen Parkgaragen nicht reinpassen. Wir fanden dann aber wieder einen E.Leclerc, der sogar Übernachtungsplätze hat (auf die wir paßten). Der Herr Leclerc war btw wieder so ein Überg’scheiter, der meinte, man muß doch auch Leuten gute Sachen zum Großhandelspreis anbieten können. Er hat daher 1949 auf 16m² ein Geschäft nach dem vor kurzem erfundenen Prinzip des Selbstbedienungsgeschäftes eröffnet und Kekse direkt vom Großhändler angeboten. Das ging scheinbar so gut, daß sie heute Hypermärkte in einigen Ländern führen und in Frankreich der Marktführer sind. Die Hypermärkte haben meistens Tankstellen, Werkstätten oder Autovermietungen dabei. Und wenn schon Platz ist ein kleines Einkaufszentrum. Im Hauptgeschäft haben sie wie in einem Markt Subgeschäfte nach Spezialitäten: Italiener, Meereszeugs, Konditor, Steakhouse, … und die Preise sind wirklich wesentlich günstiger als in Österreich. Wir könnten dort stundenlang shoppen…

Die Ausfahrt war dann ein wenig langwierig, weil es einfach staute. War wie SCS an einem Adventeinkaufssamstag. Endlich haben wir die Schnellstraße erreicht.

Unsere heutige Sonderprüfung hat uns wieder durch einen regionalen Naturpark geführt und unser armer Camper mußte wieder leiden. Aber schön sind die Gegenden hier schon.

Man findet auch langsam Fachwerksbauten in den Dörfern.

Es ging von Meereshöhe wieder auf gute 650m hoch und wieder runter. Die Bergkette der Pyrenäen kamen immer näher.

Dann hatten wir es erreicht: Die Stadt mit dem heiligen geist. Oder natürlich der Stadt mit den vielen Marien-Erscheinungen: Lourdes. Von Verkehrskonzepten haben sie noch nichts gehört, weil Parkplätze gibt es nur an der Seite der Stadt, wo man nur dann hin kommt, wenn man quer durch die Innenstadt fährt. Da haben sie einfach alles als 20km/h Begegnungszonen eingerichtet und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Nach zwei Runden haben wir den Bezahlparkplatz am Berg gefunden, wo man auch übernachten könnte (Wasser, Strom und Abwasserentsorgung ist dabei). Wir waren aber nur 2 Stunden dort und kamen mit günstigen 2€ davon. Vom Parkplatz sind es nur ein paar Minuten zum heiligen Zentrum.

Bis 1858 war es dort ruhig, bis ein 14jähriges Mädchen dort regelmäßig Marien-Erscheinungen hatte. An der Stelle der Erscheinungen (sie sagen Grotte, ich sage Delle im Berg) wurde später eine Quelle gefunden. Das ist jetzt natürlich heiliges Wasser und man kann es sich abfüllen und mitnehmen. Überraschenderweise ist alles gratis und wenn man zufällig einen Behälter vergessen hat, kann man den für 80 Cent erwerben. Die untere Kirche ist trotz der vielen Menschen nicht überfüllt.

Um in die Grotte gehen zu können braucht man Geduld, aber kein Geld. Wie wir da waren, gab es live Gebete inkl.

Inzwischen haben sie den halben Vatikan nachgebaut und die Delle im Berg wird durch ein riesiges Kirchenkonstrukt überspannt. Inzwischen sind btw über 70 Wunderheilungen von dem Wasser durch die Kirche offiziell anerkannt.

Da kann man auch raufgehen und man hat noch eine Krypta und eine große Kirche zu sehen. Und natürlich hat meine eine echt gute Aussicht.

Wir sind dann wieder durch das Chaos geflüchtet und haben den restlichen Weg bis zum Campingplatz auf Landstraßen verbracht. Dabei hatten wir einen kuh-len Stau, weil sie eine Kuh-Herde über die Landstraße getrieben haben.

Einer der wenigen Campingplätze, die noch nicht zugesperrt haben liegt direkt an einem Fluß, die Altstadt ist nur ein paar Gehminuten entfernt. Und das sieht echt gut aus!

Morgen möchte ich mein Versprechen einlösen und Biarritz einen privaten Besuch abstatten.