Wir sind gestern flott gefahren, damit wir nahe am Nationalpark sind, damit wir nicht in Zeitdruck kommen. War dann irgendwie doch nicht so wichtig…
Laut Wetterbericht sollten in der Früh noch Wolken rumziehen aber ab 10 sollte es sonnig werden. Das war der Bericht vom Vortag. Wie wir munter geworden sind (so kurz vor 10, die Sonne geht hier um 8:19 auf!) war es aber noch sehr wolkig. Die Wolken sollten aber am Nachmittag weggehen. Also haben wir uns nicht gestresst, haben noch in aller Ruhe gefrühstückt und sind kurz vor 12 (latest checkout 12) losgefahren. Wir sind aber jetzt echt im Süden, denn am Klo zirpen die Grillen und vor dem Klo hängen die Grashüpfer rum.

Beim Wegfahren bohrte sich die Sonne schon gut durch. Der Weg zum Schutzgebiet (es ist kein voller Nationalpark, da … das kommt später) war knapp 20km, also schnell erledigt. Das Gebiet war aber sehr gut von der Hauptstraße beschildert, was uns überraschte, weil die offizielle Web-Seite das nicht so klar kommuniziert. Und obwohl es als Geheimtipp gilt, waren wir schon beim Reinfahren nicht alleine.

Es gibt schon ein Informationszentrum, aber das war wohl nix. Nur 1 einziges Klo, ein Miniraum, wo jemand vor einem kahlen Tisch sitzt und nicht mal Karten hat. Sah fast so aus, als wäre es das Büro der Klofrau (und ja, es war eine Frau). Also sind wir reingefahren und fanden das erste Hinweisschild auf einen Aussichtspunkt. Nur zur Info: Es war auch das letzte Schild im Park, das wir gesehen haben. Der erste Überblick war aber schon vielversprechend.

Kurz darauf zweigt eine Schotterstraße nach links ab, eine zugehörige Infotafel ist völlig leer. Unser Tags zuvor heruntergeladenes PDF sagte: Das ist der direkte Weg zum Rundkurs. Also sind wir abgebogen und kurz darauf fanden wir die meistfotografierte Formation.

Gleich die Antwort wie soetwas entsteht. Ein uraltes Meer hat die üblichen Ablagerungen verursacht, die Schicht wurde nach oben gedrückt. Die Ablagerungen sind Lehm, darüber Sand- und/oder Kalkstein. Durch Erosion der Steinschicht(en) kommt es zum Rest. Auf der Web-Seite warnen sie auch den Park lieber nicht zu befahren, wenn es vorher geregnet hat. Offenbar wird der Lehm zur großen Touristenfalle. Wir wollten dann auf die am PDF eingezeichneten Runde gehen, nur wohin fahren? Angeschrieben war nix, aber wenn man weiß woher man gekommen ist, bleiben nur mehr zwei Straßen übrig.

Auffällig sind im Park mehrere Dinge: Scheinbar bauen sie trotz Naturschutz auf manchen Flächen was an. Und man muß den Park bei Sonnenuntergang verlassen, es gibt keinerlei Aufenthaltsmöglichkeiten. Später haben wir dann auch den Grund gefunden: Der Park mit seinen Formationen sollte scheinbar nicht für Touristen sein, es ist das einzige Übungsgebiet in Europa, wo die NATO Bombenübungen durchführt. Das ganze ist also auch ein Militärschutzgebiet und heißt nebenbei Bombodrom. Die UNESCO hat es trotzdem als Schutzgebiet eingetragen und offenbar sind sich Militär und Schützer nicht so ganz einig. Man soll also nicht auf die Dinger drauftreten, weil das die Erosion beschleunigt, aber Bomben werfen und Ackerbau sind ok.

Schön ist es dort aber allemal. Irgendwie ist es eine Mischung aus Bad Lands und Death Valley. Nur halt ohne jeglicher Info. Keine Schilder, kein einziges Klo (obwohl man dort eigene Wander- und Radwege hat), keine Boardwalks, keine Erklärungen, nur Warnschilder wo man nicht hingehen darf.

Der heutige Fototag hat dann den bisher größten Unterschied zwischen meinem Sony Xperia 1 V und Astrid’s neuem Samsung S25 Ultra gezeigt: Das Samsung macht jetzt viel natürlichere Fotos (nicht wie die Vorgängerversion extrem poppig), was ich echt super finde. Nur bei den Felsen wird es nun lieblos: wenig farbe und wenig Konturen. Daher sind die Fotos aus dem Samsung heute deutlich in der Minderheit.

An zwei Stellen haben wir Teiche gefunden. Die braucht man auch nicht lange zu suchen, denn das Gequacke hört man meilenweit.

Man beachte bei den nächsten Fotos den Pfeil. Der ganze Berg ist oben flach und komplett mit Militärhütten verbaut. Das ist scheinbar auch der Grund, daß es eine alte Asphaltstraße in den Park gibt. Die geht nämlich genau zum Militärlager. Der Naturpark hat nur ausgefahrene Schotterstraßen.

Die Runde ist angeblich 30km lang und es braucht schon eine Weile, bis man da durch ist (auch mit all den Stopps). Es wird dabei aber eigentlich nie langweilig, weil man immer neue Formationen zu sehen bekommt.

Im Hochsommer ist es dort wohl nicht so angenehm und dem Death Valley deutlich ähnlicher. Aber bei den heute 25°C ist es echt super. Es war der erste Tag des Urlaubs mit kurzer Hose! Kurz vor dem Ende der Rund kommt man wieder zu einer Parkausbuchtung. Dort gibt es sogar ein Schild, das natürlich wieder komplett unleserlich ist. Man sieht dann, daß man hier einmal doch raufhatschen darf und kann: Sie haben eine Treppe auf den Hügel gebaut (siehe Pfeil). Die scheint aber schon sehr in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein, denn es kamen mir Leute auf dem Hintern runterrutschend entgegen. Da war ich mir sicher, daß es auch von unten sehr schön ist.

Damit war die Runde fast abgeschlossen und wir mußten uns entscheiden, ob wir die Stichstraße zum nördlichen Eingang noch fahren wollten. Die Abzweigung haben wir wohl auf der Runde gesehen, aber so richtig angeschrieben war sie nicht. Die Länge ist ebenfalls unbekannt und das Ende ist in der Einschicht im Norden.

Wir haben uns daher beim Wahrzeichen des Parks entschieden wieder über die bekannte Straße rauszufahren, auch weil wir nicht zu spät nach Saragossa kommen wollten.
Zusammenfassend zum Park: Er ist wirklich wunderschön, wir hatten mit dem Wetter echt Glück, aber die Organisation ist unterirdisch. Die Mischung mit Bombenzielplatz und Ackerbau ist seltsam (um es vorsichtig auszudrücken). Man könnte sicher einen Nationalpark nach US Qualität draus machen. Das würde aber wohl Geld und einige Änderungen voraussetzen.

Die Strecke geht zu einem guten Stück über eine Gratisautobahn, die nur auf einigen Kilometern zwar unverändert aussieht, aber zur normalen Landstraße degradiert wird, damit dort Bauern mit Traktoren auf der Autobahn fahren dürfen. Auch eine spannende Idee.
Der Campingplatz in Saragossa liegt nur 4km vom Zentrum entfernt und wir wollen die Stadt wieder mit den Rollern erkunden. Wir kamen dann mit Tanken und Einchecken erst um 17 Uhr zur Frage, wie sich das alles ausgehen soll. Wir haben uns daher entschieden das angesagte Schönwetter zu nutzen und 2 Nächte in Saragossa zu verbringen, bevor es über die Pyrenäen nach Frankreich zurück gehen soll. Daher nur mehr der Einkauf beim nahen Mercadona (größte Supermarktkette in Spanien) mit Roller und Tagesausklang in der warmen Sonne mit gutem Essen aus der Ninja.