Dem besseren Wetter folgend sind wir heute nach Madrid gefahren und damit wir nicht zu früh ankommen, hat sich Astrid noch für eine ‘Sonderprüfung’ durch die Landschaft entschieden.
Der Tag begann neblig. Tatsächlich, in Spanien kann es im Herbst neblig sein. Und das nicht schlecht. In Saragossa sah es noch nach Bewölkung aus, auf derf Autobahn haben dann alle Autos die Nebelscheinwerfer aufgedreht. Es war wirklich heftig bis zum Boden.

Zum Glück war der Spuk recht bald vorbei, erst kam es zu Löchern, dann war der Nebel von 0 auf gleich einfach weg.

Die A2 geht von Saragossa nach Madrid und ist überraschend bergig. Das hat Astrid aber nicht an Spannung gereicht, sie wollte noch durch einen Umweg mehr vom Land sehen. Also sind wir bald von der Autobahn abgebogen und sind mit einer Landstraße durch die Gegend gedüst.

Die Gegend hat eine extrem rote Erde und es ist trocken. So richtig trocken. Man sieht schon, daß es abgeerntete Felder gibt, aber was bei der Trockenheit wachsen kann ist fraglich. Wir haben nur mehr die Stoppelfelder gesehen. Die wenigen Dörfer waren schon ziemlich verfallen und es sieht nach Flucht nach woanders hin aus. Teilweise kann man sich bei der roten Erde gut vorstellen, wie es am Mars sein könnte.

Nach knappen 60km kamen wir in die große Stadt Soria. Die hatten nicht nur einen Lidl (war für das mittägliche Frühstück geplant), die hatten auch einen E.Leclerc. Da sind wir natürlich hin und da kann man auch endlich wieder die guten Sachen kaufen. Damit war es nicht nur Brot, damit war auch ein neues Abendessen gesichert. Und man kann wieder sehen, wie sehr wir in Österreich unter den Lebensmittelpreisen leiden. Olivenöl gab es früher bei Hofer und Lidl in 3 oder 5l Kanistern, oder zumindest in 1l Flaschen. Jetzt kosten selbst die kleinen Flaschen ein mittleres Vermögen. Hier kann man zwischen Extra Virgin um 4.50 oder normale Kaltpressung um 3.99 pro Liter wählen. Da sind gleich ein paar Flaschen mitgekommen. Der Umweg hatte also doch was Gutes.
Von Soria geht es wieder mit einer Autobahn in den Süden. Ich habe mein Mittagsfrühstück genossen während auch die Umgebung deutlich grüner wurde.

Die Einfahrt nach Madrid ist ab Guadalajara echt heftig, weil alles quasi Vordörfer von Madrid sind. Mit Industrie, Einkaufsoptionen, Verteilzentren, … die Autobahn ist also recht voll. Das erinnert schon an die kleinen LA Einfahrten (sind ja nur 3 Spuren je Richtung). Der Campingplatz liegt nicht weit der Autobahn, sodaß kein Gassen- oder Bergfahren mehr notwendig war. Der Campingplatz liegt mitten in einem Park. Die Stellplätze sind nicht riesig, aber es sieht für Madrid echt cool aus.

Wir haben uns auf die Roller geschwungen und wollten als ersten Teil den bekannten Retiro-Park machen. Denn ein großer Park geht besser mit Rollern als zu Fuß. Was wir jedoch jetzt berichten können: Madrid hat quasi keine Radwege. Sie definieren einfach die rechte Spur der mehrspurigen Straßen als Rad/Busspur. Nur nutzen das alle zum Parken mit Warnblinkanlage oder ignorieren die ganze Sache und fahren drauf. Also nur mühsam. Die wenigen Radwege sind eng und führen eher rund um Madrid rum als ins Zentrum rein. Daher war das ganze eher ein Gasselfahren als Radweg nutzen. Zum Glück habe ich heute mein Handy mit Astrid’s Band um den Hals gehabt, sodaß es leichter war damit zu arbeiten und das Ding nicht in den Sleep-Mode gegangen ist, was die Fehler zumindest reduziert hat. Nach guten 10km waren wir dann dort.
Ein wenig allgemeine Wege, die Bibliothek und Statuen.

Spannend wird es beim großen Teich von El Retiro, wo man mit Mietbooten drauf fahren kann. Im Hintergrund ein nettes Monument. Rundherum Snack-Bars mit Musikern.

Weiter an Monumenten bis zum Rosengarten.

Alleine der Rosengarten ist einen Besuch wert. Groß mit verschiedensten Arten, die auch jetzt noch im Oktober blühen.

Das ganze mit Rosenbögen und Springbrunnen aufgelockert.

Offenbar kann man immer noch Segway-Touren buchen.

An einigen Statuen und Ausstellungen haben wir die Runde weitergemacht, weil ein Gewitter kam näher.

Bei der Puerto del Alcala war die Sonne schon schwach.

Der Heimweg war zu 99.9% Radwegfrei und viel durch kleine Gassen. Da wird es noch spannender, weil Autofahren ist eine Sache der Geduld. Die Leute bleiben einfach stehen zum Aussteigen, Parken oder Tratschen. So eine kleine Gasse ist schnell verstopft. Es ist auch ohne direkte Sicht auf das Handy immer spannend die Gassen zu zählen… Und am Schluß hat sich das Navi komplett verhauen, weil die Strecke ist tatsächlich auf 20 oder 30km/h beschränkt, es ist aber die Begleitstraße der Autobahn. 3 spurig. Da sind wir auf den Gehsteig geflüchtet und später auf eigene Faust ins Gasselwerk. Madrid ist kein Roller/Fahrradparadies.
Damit kamen wir mit ein paar Tropfen Regen durch und konnten zuhause das Abendessen genießen.