Heute sind wir ganz Astrid’s Motto gefolgt und haben Barcelona mit dem Touristenbus (hop on hop off) besucht.
Zunächst einmal ausschlafen, denn für die Morgenstunden waren noch Wolken oder sogar ein kurzer Regenschauer angesagt. Dann haben wir uns auf den Weg zum Bus gemacht, der aus unerklärlichen Gründen immer noch die Hauptsaisionzeitpläne fährt, obwohl online ab Mitte September eigentlich Nebensaision ist. Aber wer wird sich beschweren, wenn ein Bus häufiger fährt? Die Busfahrerin hat übrigens einen spannenden und sehr selbstsicheren Fahrstil: Sie brettert auch durch enge Lücken mit Vollgas und statt der Bremse nutze man die Hupe. Da sie einen Dieselhybrid-Bus hat, beschleunigt das Ding auch entsprechend gierig. So waren wir von dem Vorort schnell im Zentrum am Placa de Catalunya (wie sonst soll der zentrale Platz heißen?). Zwei Springbrunnen verzieren den Platz.

Und ein Monument, wo ich auch ein Quiz hätte machen können. Weil wer kann mir sagen, was das Ding bedeuten soll?

Das Monument wurde zu Ehren von Francesc Macià i Llussà, dem ersten Präsidenten der republikanischen Generalitat aufgestellt. Es besteht aus einer monumentalen Treppe in umgekehrter Position, die eine katalanische Zukunftsperspektive symbolisieren soll, und einer Büste von Macià auf einem Sockel. Klar, Treppe ist eine Zukunftsperspektive. Vorallem wenn sie verkehrt ist. Warum ist mir das nicht sofort aufgefallen. Da es schon Mittag war, haben wir das große Angebot an Essen an dem Platz genutzt um uns zu stärken. Die haben an einem Platz wohl mehr Fast Food als sonst wo. Gesehen haben wir (ohne lange zu suchen): McDonalds, Burger King, 5 guys, KFC, Taco Bell, Starbucks und eine nicht mehr abzählbare Menge an spanischen Snack-Ständen.
An dem Platz fährt auch die grüne Linie des Besichtigungsbusses. Also haben wir Tickets gekauft und haben uns auf die grüne Tour gemacht. Bald ist man am Triumpfbogen, wobei man schnell bemerkt, bald ist eine sehr relative Zeitbeschreibung. Der hop on / hop off hat alle Zeit dieser Welt. Wo man in anderen Städten mit einer Runde in einer guten Stunde durch ist, sind es hier sicher über 3 Stunden. Und nein, die Runden sind nicht so groß, er steht nur so viel rum. Wir haben am Abend einen der Tourbusse zu Fuß überholt!
Ach ja, falls sich wer fragt warum das Triumpfbogen heißt. Also wo ist der Triumpf? Da gab es keinen, es war nur das Wahrzeichen der Weltausstellung in Barcelona. Kein besonderer Anlaß.

Weiter vorbei am obersten Gerichtshof (mit schönem Park davor).

Vorbei am Castell der drei Drachen.

Straßenbahnen haben sie btw auch in Barcelona.

Am Meer haben sie jede Menge moderner Gebäude.

Eines davon ist der ‘Gupf’ (Torre Agbar), wo man gegen Geld oben eine Aussicht haben kann. Da haben sie Werbung dafür gemacht.

Eines der schönsten Gebäude war zuerst ein Wohlfahrtshaus und wurde zu einem Spitalkomplex. Hospital Sant Pau.

Die nächste Station sind wir dann ausgestiegen, weil wir wollten in den Park Güell. Gleich bei der Station findet man das hübsche Haus.

Da haben wir dann den nächsten Nachteil bemerkt. Die Öffis fahren bis zum Eingang, der Hop-Bus bleibt unten am Hügel stehen. Das heißt man rennt flott 15 Minuten steil den Berg rauf (und sieht dort die Öffis). Und was man noch sieht? Nicht nur viele Leute die rein wollen, sondern einen Tisch mit dem Hinweis ‘sold out’. Man muß also nicht nur Eintritt bezahlen, die Tickets sind auch begrenzt. Zum Glück waren die Tickets für den kommenden Tag noch verfügbar. Also sind wir komplett sinnlos den Berg raufgehatscht. Daher wieder runter und zu Fuß (weil das ist schneller als der Bus) zur Sagrada Familia (in voll Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família). Da haben sie durch Spenden 1882 begonnen eine große Kirche nach italienischem Vorbild zu bauen. Da gab es Streitereien und es wurde dann eine schlichte Kirche geplant und tatsächlich begonnen. Aber auch dann gab es bald Streitereien und es kam zum Baustopp. Zufällig war Gaudi dort als Student und er übernahm den Bau. Zunächst hat er sich an die Originalpläne gehalten aber je mehr Spendengelder eintrudelten, desto aufwändiger wurden die Pläne aufgemotzt. Insgesamt hat Gaudi 43 Jahre an der Kirche gearbeitet, bis er bei einem Straßenbahnunfall verstarb. Bald kam der spanische Bürgerkrieg und einiges wurde zerstört, auch die Modelle und Pläne zu großen Teilen. Aus den Resten wurde seitdem weitergebaut. Sie wollten 2026 zum runden Todestag von Gaudi fertig werden. Aber dann kam COVID, die Leute und die Spenden blieben aus. Aktuell gehen sie von einer Fertigstellung 2033 aus. Geweiht ist sie schon vom Papst und seit ein paar Tagen ist es der höchste Kirchenturm der Welt.
Wir kamen btw nicht rein, weil der nächste verfügbare Tag wäre der 3. November gewesen. Aber ja, auch von außen ok, wenn man es nicht so zurammeln würde. Da tue ich mir schon schwer die Kirche nicht als teures Touristenzentrum zu sehen. Da gab es auch genau deswegen schon Proteste bekannter Barceloner, die das nur mehr als Gaudi-Disneypark sehen. Und ganz unrecht haben sie nicht.

Wir haben uns dann, weil schon bezahlt, auf die orange Buslinie geworfen. Aber das war auch nicht der Renner, weil auch da sieht man die Lebensenergie aus sich herausfließen, weil echt nix weitergeht. Es geht wieder in Richtung Meer. Auf dem Weg sieht man ein paar Gebäude und Monumente. Alles sehr schräg.

Barcelona hat auch einen großen Kreuzschiffhafen und man hört auch viele Touristen, die von den Booten kommen. Daher muß es dort auch Hop-Bus-Stationen geben.

Von dort geht es steil den Berg rauf. Oben sind Museen und Aussichtspunkte zu finden, man kann auch mit einer Seilbahn fahren, was wir uns für den nächsten Tag vorgenommen haben.

Den Bahnhof haben sie mit so allem was sie hübsch fanden umzingelt.

Da wir wieder zu unserem Platz zurückwollten (damit wir mit dem Bus zum Campingplatz kommen konnten, gingen wir die Haupteinkaufsstraße zu Fuß, weil man auch da wieder schneller als der Bus ist. Dabei haben wir zufällig die beiden berühmten Häuser gefunden.

Am Hauptplatz war es schon dunkel, sodaß wir die Springbrunnen beleuchtet sehen konnten. Als Abendessen hat sich Astrid Taco Bell gewünscht, der direkt an der Bushaltestelle liegt.

Und schon haben wir uns durch einen Tag mit dem Bus gewartet. Selbst Astrid hat da die Geduld verloren und sich daran erinnert, wie gut das in Chicago und Berlin geklappt hat. Am Abend haben wir uns die Eintrittskarten für den Park Güell gesichert und fanden raus, viele Webseiten verkaufen da Karten, aber sie werden zum Teil überraschend teurer. Man sollte daher aufpassen, daß man die Karten wirklich beim Park kauft und nicht bei einem Zwischenhändler.