Ponce Inlet Lighthouse & Beach

Am südlichen Ende von Daytona Beach Shores (der dünnen vorgelagerten Insel) steht ein Leuchtturm, den man (wie viele andere) besichtigen kann. Der spezielle heißt Ponce Inlet Lighthouse (wohl weil er beim gleichnamigen Meereszugang steht). Warum ich mir dann gerade den angesehen habe, könnte man fragen? Einerseits weil er gleich bei meinem Campingplatz ‚ums Eck‘ war und andererseits, weil er der höchste Leuchtturm Floridas ist. Hier das Eröffnungsfoto:

Nachdem man seinen Obolus von $5 pro Nase bezahlt hat und sich mit einem obligatorischen Armband hat markieren lassen, darf man in das Leuchtturmgelände rein. Und ich bin als erstes rauf. Von unten sieht das Stiegenhaus mächtig hoch aus:

Auf knapp halber Höhe (dort darf man wohl schon etwas schnaufen) wird man von diesem Schild über einen verstorbenen Leuchtturmwärter zur Ruhe gemahnt. Der Leuchtturmwärter hatte es aber im wahrsten Sinn des Wortes schwerer: Er mußte nämlich mit dem Kerosin für eine Nacht dort raufrennen und das waren ca. 40lbs:

Ein Leuchtturm wurde von 3 Männern (ja Männer und keine Frauen oder gar Afroamerikaner [warum auch immer, nicht mich fragen]) betreut. Dem Leuchtturmwärter und seinen beiden Assistenten. Bei der Arbeit mußten alle gleich anpacken, beim Gehalt war dann doch ein Unterschied in der Rangordnung (Verantwortung will ja auch bezahlt werden). Gewohnt haben die Wärter samt Familie gleich neben dem Turm. Das große mittlere Haus für den Wärter, die beiden links und rechts für die Assistenten:

Wie schön man doch den eigenen Schatten des Turms sieht. Die Wärter hatten btw viel zu tun. In 4 Stunden Schichten haben sie in der Nacht das Licht bewacht und haben alle gesichteten Vorkommnisse in ein Logbuch eingetragen. Im Winter mußten daher alle 3 Mann jede Nacht arbeiten, im Sommer nur 2, sodaß immer einer eine Nacht aussetzen konnte. Bei Tagesanbruch war die Arbeit aber noch nicht vorbei: Stundenlanges Putzen und Polieren der Linsen, Reflektoren und Scheiben war täglich angesagt. Ach ja, der Leuchtturm mußte oben auch noch tagsüber mit weißen Tüchern verhängt werden, damit die Linsen in der Sonne nicht kaputt wurden. Und das jeden Tag oder jede Nacht.

Ich habe die Aussicht jedenfalls genossen (ich mußte da ja auch nicht arbeiten). Man sieht auf dem folgenden Bild btw. die Aussicht nach Nordenn, links der Waterway, rechts das Meer.

Die Linse darf man nicht besichtigen, da der Leuchttum nach einer Pause wieder in Betrieb ist:

Der Blick runter ist auch nicht besser als rauf. Manche Höhenunglückliche fanden den Blick sogar schlimmer (und brauchten eine Ewigkeit runter):

Auf dem Gelände sieht man auch ein Haus mit historischen Linsen. Eingeteilt werden die Fressnell-Linsen in Klassen von 1 (größte) bis 6 (kleinste). Früher war eine Klasse 1 im Leuchttum (jetzt im Museum):

Gleich beim Leuchttum gibt es auch einen befahrbaren Strand. Kosten $3. Aber dort riecht das Meer nicht so freundlich, das Wetter war etwas sehr wolkig und los war auch jede Menge:

Also bin ich wieder in den Norden auf meinen (gratis) Lieblingsstrand. Da sieht es doch gleich besser aus:

An dem Tag waren noch mehr Vögel zu sehen. Alle in Reih und Glied in den Wind gedreht:

Hier einer der kleinen Strandläufer in Aktion:

Die beiden haben mich sehr argwöhnisch beäugt, wegfliegen war aber dann doch zu viel der Arbeit.

Der Rückweg war an dem Tag kürzer, nämlich direkt über eine Toll-Bridge. Das gute an der Toll-Bridge ist, daß sie nur in Richtung Strand etwas kostet und ich daher 10mi Weg gespart habe, ohne meinen Tribut zahlen zu müssen.

Am nächsten Tag war dann Erholung pur angesagt.

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