Heute gibt es wieder eine Landkarte, aber die Route bin nicht ich gefahren (im Sinne von habe ich gelenkt), das ist die Boot-Route zum Looe-Key, dem Schnorchelgebiet:
Der Tag begann schon sehr sonnig, was für ein Glück, daß das Zelt in der Früh im Schatten steht. Die Luftfeuchtigkeit ist ein klitzekleinwenig gesunken (subjektiv), dafür sind die Temperaturen um 2-3°C gestiegen (gemessen). Die 30°C Marke ist also deutlich hinter uns. Leute, die das kühle Wetter lieben (mir fällt da Astrid, Gottfried, Regina, Wolfgang, … ein) würden in der Witterung binnen Sekunden den grausamen Tod finden. Ich kann damit gut leben, wenngleich: keiner hat gesagt, daß ich nicht schwitze.
Beim Frühstück sind die Schmetterlinge um uns herumgeflogen, winzige Vögel huschen durch die Bäume. Es hat ein wenig gedauert, bis ich wenigstens den Schmetterling erwischt habe:

Wir waren mit dem Frühstück noch nicht fertig, da hat dieser Tagedieb versucht unseren Mistsack zu zerfetzen. Wir waren da irgendwie dagegen:

Den Vormittag haben wir am Atlantikstrand verbracht. Das Wasser war nach der klaren Nacht fast kühl, wird wohl nur 29°C gehabt haben.
Heute waren überraschend viele Touristen zu sehen (und hören): Viele Schweitzer und Deutsche. Nach einer kleinen Mittagsstärkung am Campingplatz ging es zur Marina (beim Golf-Strand). Sieht wie im Bilderbuch aus:

Das Wasser war an dem Tag klarer als am Vortag. Das mußte beim Schnorcheln genial werden. Am Vortag hatten sie angeblich 30°C Wassertemperatur und eine Sichtweite von 15m; geht ja fast nicht besser. Beim Rausfahren wurden wir wieder einmal sicherheitsinstruiert. Man fragte mehrmals, ob eh jeder Schwimmen kann (wär nicht schlecht, denke ich mal), erklärte die Prozedur mit den Schwimmwesten (siehe letztes Jahr) und neu das Quallenproblem. In der Gegend gibt es nämlich Mondquallen. Die sind im Allgemeinen friedlich, haben aber doch Nesseltentakel. Die Tentakel sind nur wenige Zentimeter lang und das Nesseln hat vorwiegend einen Mosquitoeffekt (leichter Stich, 40 Minuten Jucken, 2 Stunden leicht geschwollen). Aber wer sich fürchtet, soll lieber nicht mitfahren. Am Vortag gab es 3 Opfer. Keiner wollte kneifen (auch die Opfer vom Vortag, die wieder dabei waren, nicht). Also sind wir losgefahren:

Nach knapp 40 Minuten Fahrt kamen wir beim Looe-Key an. Außer ein paar Bojen sieht man da nicht viel vom Boot aus. Der Kapitän hat die Regeln erklärt, wie weit und wohin man schwimmen soll, und los ging es. Da es 47 Schnorchler am Boot gab (darunter ein Schweizer Pärchen und ein Deutscher mit seinen zwei Töchtern), kam bei den Leitern Stau auf. Ich hab’s kurz gemacht und bin flott ins Wasser. Das war nicht einmal kalt, das war einfach nur warm. Kaum im Wasser, ist man von Fischen umgeben. Die sind nicht scheu. Ganz im Gegenteil, manche Rassen rennen einen fast über den Haufen. Die folgenden gehören zu den Nichtausweichern (und schon garnicht Wegschwimmern):

Andere sind zwar nicht panisch, wollen aber einen gewissen Mindestabstand einhalten. Blöd, wenn man den für ein Foto unterschreiten will. Da hat man schnell Hintern – äh Flossen am Bild:

Auch bei sehr guten Lichverhältnissen muß man höllisch auf die Sonnenstrahlen achten. Nur wenn die Sonne ziemlich exakt hinter einem steht, gibt es hübsche Fotos. Fische und Sonne beobachten ist nicht leicht, man sollte aber auch noch auf die Quallen denken. Die sind eher selten, aber immer da wo man sie nicht brauchen kann.

Sonst ist das Schnorchelrevier super. Es ist völlig anders als der Dry-Key (Pennekamp SP): Es ist nicht ganz so seicht und hat tendenziell weniger Korallen, aber es gibt extrem viele und zutrauliche Fische.

Wie immer bin ich keine große Hilfe bei den Namen. Man kann hier auf Karten die englischen Namen rausfinden, die passen aber nicht wirklich zu den deutschen.

Alte Bekannte von letztem Jahr sind auch zu sehen: Diverse Papageienfische und die ‘gelb Gestreiften’:

Manche Fische sind gnädig und lassen einen ziemlich nah ran. Sind halt Rampensäue ![]()

Andere habe ich die ganzen 1.5 Stunden gejagt und immer noch keinen wirklich guten Fotoschuß bekommen. Die Schwarzen (das ist nicht rassistisch
) zählen zu den Scheuen:

Der größte Papageienfisch wird sicher seine 50cm Länge haben. Die sind nur auf’s Fressen aus, Schnorchler sind denen eher egal:

Manche Fische kommen nie alleine, das müssen gleich ganze Schwärme sein:

Fische, die in der Nähe von Löchern oder zumindest Spalten sitzen, neigen zum Stillhalten. Gut für mich:

Die ‘normalen’ Papageienfische düsen ziemlich umher. Egal ob man ihnen nachschwimmt oder nicht (übrigens sind die auch gute 30cm lang). Mühsam:

Im letzten Drittel der Wasserzeit (da waren schon fast wieder alle an Bord) kamen noch ein paar neue Fische ins Bild. Zunächst ein riesiger Schwarm an dunkelblauen Flachfischen (sonst sieht man die einzeln):

Über einem sandigen Teil habe ich zwei Haie gesichtet. Der nähere der beiden war geschätzte 3m lang. Wohl der größte Hai, den ich so nahe gesehen habe. Es war kein Riff- oder Nursehai, es war ein Schwarzspitzenhai. Sieht ziemlich imposant aus, wenn er nur weniger Meter von einem entfernt ist. Für ein Foto war ich aber zu langsam. Mir blieb aber gerade noch Zeit für den Barrakuda:

Korallen in der Größe sind selten. Darum war ich happy eine Gehirnkoralle gefunden zu haben:

Und dann war auch schon Zeit zum Rückzug. Der nette Mann meinte, wir könnten auch noch länger bleiben, er käme am nächsten Tag eh wieder. Darauf wollte keiner der wenigen im Wasser Befindlichen warten. Ein kurzer Stau an der Leiter gab mir noch ein paar Fotomöglichkeiten:

Unter dem Boot tummeln sich erstaunlich viele Fische. Der Schutz von oben scheint anzuziehen:

Beim Durchzählen hat der Kapitän noch die Geschichte von dem Key erzählt:
Nur einmal strandete auf der damaligen winzigen Insel ein britisches Schiff, das sich unerlaubt in das spanische Gewässer vorgewagt hat. Sie saßen dort eine Woche fest, bis sie ein spanisches Schiff gefunden haben. Natürlich haben sie sich nicht als britisches Schiff zu erkennen gegeben, sondern haben auf harmlos gemacht. Die dummen Spanier kamen längsseits und wurden kurzerhand überwältigt. Sie haben die Ladung mit dem spanischen Schiff gerettet und sind in britische Gefilde zurückgekehrt. Der Kapitän wurde bestraft, weil er ein schiff verloren hat, aber zugleich belobigt, weil er ein neues zurückgebracht hat.
Gerade da sprang ein Delphin im Hintergrund. Keiner wollte mehr die Geschichte hören und alle wollten den Delphin sehen. Also hat er zähneknirschend die Verfolgung aufgenommen. Mehrere Gruppen von Delphinen wurden gesichtet, fotographieren ist aber etwas schwerer:

Das Wasser war übrigens so glatt wie schon seit Ewigkeiten nicht mehr (meinte der Kapitän). War wie in den Seefahrerfilmen mit Megaflaute:

Am Weg zurück zum Dock wurden noch mehrmals Delphine gesichtet, ein bessere Foto wollte mir aber nicht gelingen. Dafür habe ich ein Foto von der alten Brücke gemacht, wo man noch viel besser sieht, daß die Fahrbahn auf der Eisenbahnbrücke ‘reitet’:

Damit war die Fahrt beendet. Ich habe mich gleich für den nächsten Tag eintragen lassen und weiter ging es mit Baden am Atlantikstrand (war wohl zu wenig im Wasser). Der Abend wurde mit Filet Mignon vom Grill beendet, was will man mehr? Nicht angebettelt werden? ![]()

Am nächsten Tag sollte es wieder auf große Schnorcheltour gehen.