Bahia Honda SP, Tag 1

Heute gibt es keine Landkarte, obwohl ich ein paar Meilen gefahren bin. Innerhalb des SPs kommt man zu Fuß nicht weit oder es dauert entsprechend lange. Da ich kein Fahrrad dabei habe (wo auch?) bin ich zu den verschiedenen Punkten mit dem Töfftöff getuckert. Zunächst ging es an den Strand auf der Campingplatzseite. In der Früh waren noch ein paar Wolken dabei:

Auf den Dünen blühen die üblichen Verdächtigen:

Eidechsen hüpfen überall herum, besonders gerne auf Holzzäunen:

Weiter ging es bei der Marina. Da habe ich mich erkundigt, wie es mit den Schnorcheltouren aussieht. Der Typ war so gesprächig wie eine Wand uns so enthusiastisch wie ein toter Fisch. Ich konnte ihm aus der Nase ziehen, daß sie wegen des Schlechtwetters über eine Woche keine Tour hatten, aber an dem Tag die erste wieder stattfinden wird. Er wüßte daher auch keine Details zur Sichtweite oder ähnlichem. Ich könnte aber am nächsten Tag nachfragen, dann wüßten sie mehr (weil sie ja an dem Tag fahren). Also blieb es bei einem Foto der Marina. Das Boot ist btw das ‘Schnorcheltourboot’:

Am gleichen Ende des SPs liegt auch das Nature Center mit dem Nature Trail. Das Center sollte von 10 bis 16 Uhr  offen haben. Nur war es einfach ganz zugesperrt. Auch eine Lösung. Sind wir den Trail eben ohne Besuch des Center gegangen. Dabei hat man auch nette Ausblicke auf die alte Bahia Honda Bridge (links), die neue ist auf der rechten Seite des Bildes zu sehen:

Die Brücke ist übrigens auch etwas Besonderes. Man könnte sagen der Beginn des Tourismus der Keys oder einfach der Spleen eines reichen Mannes; je nachdem wie man es sehen will. Mr Flagler bildete sich ein, eine Eisenbahn muß von Miami bis nach Key West gehen. Er meinte, so könnte man am schnellsten die Menschen von Key West evakuieren, wenn ein Sturm die Insel platt machen will. Von 1905 bis 1912 habe sie daran gebaut. Viele Brücken zwischen den Inseln waren notwendig. Die Bahia Honda Bridge war eine der mühsamsten, denn wie schon der Name sagt, (Bahia Honda = tiefe Bucht) ist das Wasser über 10m tief. Blöd für die Pylonen. Zudem kommt es zu heftigen Strömungen wenn Flut und Ebbe sich abwechseln. Zum Teil konnten sie nur in 45 Minuten Schichten arbeiten. Das mit der Eisenbahn war nie so ein richtiger Erfolg, aber sie war halt da. Bis zum großen Hurrikan (Labor Day Hurrikan). Da hätte die Eisenbahn zeigen können, was sie kann. Nur dummerweise war da gerade kein Zug in Key West. Sie mußten erst einen runterfahren. Das hat gedauert. Der Sturm war schon ziemlich heftig, wie sie Key West verlassen haben und es kam wie es kommen mußte, der Zug verschwand im Wasser und viele Menschen starben. Das war das Ende der Eisenbahn, denn keiner wollte mehr Geld für die Reparatur der Strecke investieren. Also haben sie die Eisenbahn 1935 gleich wieder eingestellt und haben die Brücken auf eine Autostraße geändert. Blöd, daß man auf eine Eisenbahntrasse nicht zwei Spuren bekommt. Daher haben sie AUF die Brücke (oben drüber) die Fahrbahn gebaut. Beim letzten Bild sieht man noch die Eisenbahnbögen (ja eckige Bögen) von Pylon zu Pylon und oben drüber die Fahrbahn. Hier noch einmal aus der Nähe:

Auf der Atlantikseite gibt es eine kleine Insel mit Baum, mitten im Wasser:

Habe ich übrigens schon erwähnt, daß es echt warm ist? Sind nur um die 30°C, aber bei 100% Luftfeuchtigkeit. Ich habe daher für die kleine Runde mehr Wasser rausgeschwitzt, als mein durstiges Auto Benzin gebraucht hätte. Bei einer Schattenpause bin ich auf diese Eidechse gestoßen:

Man kann natürlich auf die Brücke auch raufhatschen. Trotz ungebremster Sonne habe ich das auf mich genommen, oben geht wenigstens ein hauch Wind, unten ist es absolut windstill. Damit keiner auf die verfallende Brücke krabbelt, haben sie einfach ein Segment rausgenommen:

Von oben hat man auch einen sehr hübschen Blick zurück auf den SP (Marina und anschließender Strand).

Zum Auskühlen haben wir uns nach der Runde bei der Marina in den Schatten gesetzt und die Meeresluft genossen (ein kleines Eis war auch dabei Smiley ). Kaum sitzt man dort, schon wird man von Vögeln angebettelt:

Auf dem Weg zurück zum Campingplatz haben wir noch einen Sprung bei den Cabins und den entlegenen Zeltplätzen vorbei gemacht. Im Prinzip nette Gegend, aber gleich hinter mir ist die US 1:

Vor dem Campingplatz ist ein längerer Küstenstreifen nur für Vögel reserviert. Das wissen die wohl auch, denn dort tummeln sie sich in größeren Mengen herum:

Wir sind nach einem Kurzbesuch beim Zelt (zum Umziehen) zum Atlantikstrand gefahren. Nach einem Bad (das Wasser ist wärmer als in jedem bisherigen Pool) ging es mit Schnorchel und Flossen los, man muß sich ja wieder eingewöhnen. Die dortige beschwimmbare Fläche (mit Bojen markiert) ist sandig oder leicht bewachsen. Die Fische sind dementsprechend. Beginnen wir mit etwas barschartigem. Die Tarnung mit den Tupfen und Streifen ist nicht schlecht:

Allgemeine Sand- und ‘Grundel’fische:

Die Sicht war nicht schlecht, aber sicher auch nichts Besonderes. Wie letztes Jahr nach dem Unwetter. Man muß daher nahe ran an die Fische und besonders auf die Sonne im Rücken achten. Leichter sind da unbewegliche Dinge wie schwämme oder Muscheln (die Muschel ist ca. 40cm lang!):

Die Fische sind ganz und garnicht scheu. Sie schwimmen also nicht panikartig weg. Manche sind aber vorsichtig und wollen nur von vorne gesehen werden, andere halten einen Mindestabstand ein.

Selten ziehen ganze Schulen an Fischen vorbei:

Schwer sind Korallen und mehrere Fische auf ein Foto zu bekommen. Im folgenden Bild sind es immerhin zwei Fische (Vorsicht, gut getarnt):

Zum Abschluß noch einen Vorsichtigen:

Nach der üblichen Strandanhimmelung (also sitzen und aufs Meer schauen) ging es zum Nachtmahl (Gumbo mit Huhn – obwohl aus South Carolina unglaublich scharf!) auf den Campingplatz. Die Tagesaktivitäten endeten beim Sonnenuntergang auf der Golfseite:

Am nächsten Tag sollte es auf große Schnorcheltour gehen!

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