Ab ins tropische Paradies

In der Nacht hat es offensichtlich doch ein paar mal geschauert, die Straße und das Auto waren jedenfalls naß. In der Hütte haben wir davon nicht viel mitbekommen. Zum Aufstehen war es recht sonnig mit einigen Wolken. Außer der Anreise zu den Keys stand an dem Tag nur Einkaufen am Programm:


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Die Wettervorhersage war immer noch nicht berauschend: Am Reisetag sollte es 60% Regenwahrscheinlichkeit für den Bahia Honda Key geben, am Abend ‘nur’ mehr 50%. Na mal sehen wie naß das so wird. Wir konnten jedenfalls bei trockenem und recht sonnigem Wetter alles ins Auto packen.

Eigentlich wollten wir auf der US1 (südlich von Miami) Walmart und Publix besuchen, die kennen wir schon gut von unseren Miamibesuchen. Da aber ein Walmart quasi gegenüber dem Campingplatz und ein Publix nur einen Block weiter war (da kam ja einen Tag zuvor das Huhn her) entschlossen wir uns kurzfristig gleich beim Startpunkt einzukaufen; wie sich später herausstellen sollte, ein guter Gedanke.

Ja, Einkaufen kann dauern. Vorallem bei uns. Walmart, Publix und CVS (Drogerie) hinter einander. Nach dem Kaufstress hätten wir eigentlich gleich wieder erschöpft auf den Campingplatz fahren können, aber da standen uns ja noch die guten 4 Stunden bis zum Bahia Honda Key bevor. Also noch schnell getankt (damit hatten wir alle Ecken der einen Kreuzung besucht) und los ging es über den Tamiami Trail durch die Everglades. Das Wetter war inzwischen schon zum ziemlich bewölkten Zustand übergegangen und es hat nicht lange gedauert und der Regen ging los. Erst ein paar harmlose Schauer, dann echt heftige Schauer und schon auf der Miamiseite ganz fürchterlich heftige Schauer (wieder mit 40mi/h fahren und nix sehen). Dieses mal hat es aber genug Idioten gegeben, die kein Licht aufgedreht haben. Bravo!

Trotzdem waren wir recht flott in Miami. Hier kenne ich mich sichtlich besser aus als mein TomTom, denn ich wollte nicht bis an die Küste zum Hwy 1, ich wollte ‘hintenrum’ nach Florida City; das ist viel kürzer. Mein lieber TomTom hat sich dann schnell meinem Wunsch gebeugt. Der erste Tankversuch bei einer Pilottankstelle scheiterte, denn die mag keine europäischen Mastercards (das Problem besteht natürlich immer noch, das lösen sie wohl nie) und AMEX wird gleich garicht genommen. Egal, wenig später war das Benzin bei einer anderen Tankstelle billiger und es gab keine Kreditkartenschwierigkeiten.

Über Miami hingen gaaanz schwarze Wolken, das sah nicht nach Spaß aus. Da hätte ich auch nicht einkaufen wollen. In Florida City war es deutlich freundlicher, obwohl die großen Pfützen nicht zu übersehen waren:

Ohne lange zu fackeln sind wir auf die US 1 gewechselt und los ging es zum Key Largo. Die Strecke kenne ich noch gut, letztes Jahr bin ich die 3 Tage hintereinander zum John Pennekamp SP zum Schnorcheln gefahren. Am nächsten Bild sieht man die türkisen Sperrlinien enforcer, die ich in einem früheren Beitrag erwähnt habe. Besonders interessant an der Aussicht ist aber der Horizont: Ist das etwa ein großes blaues Loch?

Nein, es war kein Loch, es war viel besser: Es war strahlend blauer wolkenloser Himmel!

Trotz der schlechten Vorhersage hätte ich also locker eine Schnorcheltour im Pennekamp SP machen können. Aber ich wollte ja noch viel weiter. Key um Key flitzte an uns vorbei, die Sonne strahlte vollgas vom Himmel, es war wirklich warm im Auto (wir haben natürlich keine Klimaanlage eingeschaltet, sondern sind mit etwas offenen Fenstern gefahren)! Die 7-Miles-Bridge (leider bei Gegenlicht) steht jedenfalls immer noch:

Ja, am Horizont sind wieder Wolken zu sehen und auch wir haben gedacht, das es doch nicht gerade über unserem Key regnen wird? Aber die Befürchtung war umsonst. Auch am Bahia Honda Key war es strahlend sonnig. So sonnig, daß ich mir fast die Finger an der Türklinke zum Büro des Campingplatzes verbrannt hätte. Im Büro war es dafür extrem kalt (es lebe die Klimaanlage). Gut zu wissen: Wenn man im SP campiert, braucht man keinen Tageseintritt zahlen, das wird schon bei der Reservierung mitverrechnet.

Unser Platz ist recht sonnig, ein wenig Schatten wird sich aber ausgehen. Dafür ist er überraschend groß!

Der Weg nach hinten geht zum sehr versteckten Wasser- und Stromanschluß (ja, so ein Luxus aber auch!). Gleich neben meiner Autotüre hängt eine Spinne. Mit Haxen sicher 10cm:

In die Ecke haben wir unser doch eher kleines Zelt gequetscht:

Natürlich mußte ich dann sehr bald auf den Strand. Das ist doch der Sinn und Zweck der ganzen Übung. Dort fand ich einen großen Vogel bei der kaum vorhandenen Brandung (die angesagten hohen Wellen sind hier nicht zu bemerken). Irgendwie war ich ihm nicht geheuer:

Andere Strandläufer (größer aber genauso hektisch) sind auch herumgelaufen:

Und wofür ist der SP bekannt? Ja, für’s Schnorcheln, aber was sonst noch? Richtig, Sonnenuntergänge:

Ich war nicht der einzige Sonnenfotograph, noch ein Typ hat sich dort versucht. Aber zunächst konnte ich nicht verstehen, warum er mitten im Wasser stand, sich verbog und verdrehte. Die paar Zentimeter werden doch auch keinen großen Einfluß auf die Sonne haben. Aber dann habe ich gesehen, daß er unbedingt seine Freundin am Bild haben wollte, die Ewigkeiten entfernt rumposiert hat. Naja, ein Video von dem Typen beim Fotographieren wäre toll gewesen, aber das habe ich nicht versucht:

Morgen werde ich den SP erkunden und herausfinden, wie es um die Schnorchelmöglichkeiten steht.

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