Der Natchez SP

Wieder ein Tag, wo manches anders läuft als man zunächst plant. Aber in dem Fall waren wir selbst es, die einfach faul waren.


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Zunächst ging es vom Campingplatz ziemlich direkt in den Süden, die Interstate vermeidend über mehr oder minder lauschige Strecken. So sieht man ein wenig von den kleineren Dörfern im Norden von Texas. Auffallend ist, daß es hier sehr grün ist, ganz anders als man es sonst von Texas gewöhnt ist. Die Dörfer haben zum Teil ur nette Häuser unter Bäumen, zum Teil aber auch verlassene und verfallene Häuser. Manchmal gleich nebeneinander.

Kurz vor Shreveport kommt man auf die I20. Dort haben wir noch einmal bei einem Burgerking gerastet; Rastplätze gibt es kaum in Texas und in Lousiana praktisch garnicht. Überraschend war das Angebot der inkludierten Tankstelle: Alle ICEEs in jeder Göße um 99¢. Daneben gab es auch noch Snowies (ein Nachbau?), aber zum Normaltarif. Wer weiß schon wieviele ICEE Sorten es gibt? Ich war überrascht:

Über Shreveport (schon in Louisiana) ging es auf die I49 und dort eine ziemlich lange Weile dahin.

Leider sind sie in Louisiana Lulus und man kommt nur langsam voran. Da lobe ich mir die Texaner. Ach ja, viel schneller kann man an vielen Stellen eh nicht fahren, weil die Straße so schlecht ist, daß man das Dach mit dem Kopf erreicht. Trauriges Smiley

Da es auf über 100mi Strecke exakt 0 Raststationen gab, sind wir zur Louisiana Welcome Station gefahren. Scheinbar wollen da auch LKWs hin, denn die Straße und der Parkplatz sind mit LKW-Verbotsschildern gepflastert. Sie meinen das wohl echt ernst. Beim Welcome Center ist wie üblich WLAN und Kaffee gratis. Wenn man die i.A. netten alten Damen ignoriert, braucht man auch kein Schwätzchen zu halten. Der Rastplatz hinter dem Haus ist nett.

Weiter ging die Fahrt über normale Highways, die sich aber aufgrund noch unter dem ohnehin schon geringen Limit fahrender alter Menschen echt gezogen hat.

Endlich kam die Brücke über den Mississippi in Sicht. Das sind zwei alte Stahlkonstruktionsbrücken…

Natchez ist eine überraschend große Stadt. So richtig mit viel Verkehr und vielen Geschäften. Wir haben uns da durchgestaut, denn wir wollten zunächst unser Zelt am nahen Statepark aufstellen, bevor wir die alten Mansions im Abendlicht besuchen wollten. Die Zufahrt ist ‘romantisch’ durch ‘hohle Wege’.

Das Anmeldeoffice liegt an einem netten See.

Der dortige Parkheini hat uns quasi jeden beliebigen Platz wählen lassen (sein Südstaatendialekt ist genial), da außer uns nur 2 andere dort waren. Das wundert mich sehr, denn der Platz ist echt super gelegen, sehr ruhig und kostet für Senioren (inkl. Strom und Wasser) gerade mal $13.50. Auch wenn man mit einem riesigen US-Mobil dort steht. Im Bathhouse gibt es eine Waschmaschine, einen Trockner, einen Getränkeautomaten, heiße Duschen und eine Klimaanlage. Das ist ein echter Luxus-Statepark. Unser Platz war auch sehr hübsch.

Wie wir das Zelt so aufstellen, fragen wir uns, ob wir echt noch an dem Abend in den Stau der großen Stadt zurückwollen. Wir haben entschieden, daß die Ruhe des Sees und des Waldes besser sind, haben gegrillt und einen sehr netten Abend in aller Ruhe verbracht. Den Statepark kann ich echt empfehlen. Beim Grillen haben wir wilde Katzen kennengelernt und in der Dämmerung sind noch Glühwürmchen zu sehen gewesen. Man würde nicht vermuten, daß die Stadt keine 8mi mit dem Auto entfernt liegt.

Kaum war es dunkel, hat es überall zu rascheln und zu rumoren begonnen. Anfangs glaubten wir an aktive Katzen, aber ich wurde eines besseren belehrt. Unter dem Nachbartisch krabbelt wieder etwas. Ich schaue hin und schaue in die süßen Augen einer Waschbärdame. Warum ich weiß, daß es eine Dame war? Weil sie beim flotten Rückzug ihre zwei Babies gerufen hat, die mit ihr zum nächsten Mistkübel trabten. War das süüüüüß. Leider war ich zu langsam mit der Kamera.

Der nächste Besucher kam mehrmals, ich habe ihn aber nie so richtig mit der Kamera erwischt, weil er unbarmherzig in die Nacht hinein joggt. Den Streifschuß habe ich noch geschafft. Aber alleine die langen Ohren, wenn er einen ansieht, sind knuddelig.

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