Nach der ersten wirklich ruhigen Nacht auf einem Campingplatz ging es zunächst nach Natchez und dann den Natchez Trace Pkwy. folgend in den Nordosten.
Die Fahrt in die Stadt war schnell geschafft, wir sind gleich auf den Natchez Trace Pkwy. gefahren. Man kommt in der Nähe von Downtown heraus und mit ein wenig Raten findet man die ersten alten Häuser sehr schnell.

Natchez war mir bisher nicht besonders bekannt. Aber in der Gründerzeit war es die Stadt der Reichen. Mehr als die Hälfte der Millionäre der USA lebte in Natchez. Heute scheint es aber eine Stadt am Absturz zu sein, denn es scheint so, als wären mehr als die Hälfte der Häuser zu verkaufen.

Bald landet man an der Riverfront, die in Natchez hoch über dem Mississippi liegt. Der Fluß ist beachtlich groß.

Ein einziger armseliger Raddampfer ist zu sehen. Enttäuschend.

Die Reichen der damaligen Zeit haben sich riesige Häuser bauen lassen, die zum Glück die verschiedenen Kriege überlebt haben. Heute kann man diese Häuser gegen Geld besichtigen. Da ich es mir nicht so darauf stehe ein Ohr abgelabert zu bekommen (und dafür auch noch viel Geld zu bezahlen), habe ich dankend darauf verzichtet und habe gratis von außen Fotos gemacht.

Das letzte Haus ist heute nebenbei auch noch ein Luxushotel. Wer also eine Absteige in Natchez sucht, kann dort einmal nach den Preisen fragen. Das folgende Anwesen ist quasi ein Park, denn die Fläche der Ländereien ist gigantisch. Das hat sich keiner mehr leisten können und daher gehört es heute dem NPS, der die Häuser derzeit renoviert.

Damit haben wir der Stadt den Rücken gekehrt und sind auf den Pkwy. gefahren. Der Natchez Trace ist ein uralter Weg, den zum Teil schon die Indianer (ja, Native Americans) benutzt haben. Zwischen ca. 1750 und 1830 wurde der Weg viel von Amerikanern verwendet. Zu Ehren dieses Weges wurde eine Straße quasi daneben gebaut, damit man den wichtigen Reiseweg auch heute noch zurücklegen kann. Überraschenderweise ist das scheinbar gerade mit dem Fahrrad total in.
Die Straße hat vorwiegend Wald zu bieten. Auf dem Pkwy. sieht man kein einziges Stück vom Mississippi oder von anderen Aussichten. Zumindest nicht an meinem heutigen Tag.

Der Weg war früher natürlich zu Fuß ein echter Gewaltmarsch. Wir reden hier über deutlich mehr als 500mi. Daher waren über 50 Häuser am Weg, wo man übernachten konnte. Nur eines, das wahrscheinlich älteste noch erhaltene Gebäude Mississippis, kann besichtigt werden.

Viele Teile des Originalweges sind noch erhalten. Es sind aber eh nur Hohlwege.

Wir waren vom Blue Ridge Pkwy. so beigeistert, daß wir ihn schon mehrmals besucht haben. Wie ich dann gesehen habe, daß es noch einen NPS Pkwy gibt, wollte ich unbedingt her, auch wenn er geographisch sehr ungünstig liegt. Nun bin ich hier, aber ich bin ein wenig enttäuscht. Die Straße windet sich ziemlich eben durch den Wald. Das ändert sich auf der ersten Hälfte nicht wirklich. Im Gegensatz zum Blue Ridge gibt es keinerlei Verwaltung: Alle Visitor Center sind nicht an der Straße sondern irgendwo in Städten, wo sie die lokalen Visitor Center dafür mitverwenden. Es gibt auch kaum Attraktionen an der Straße. Am Blue Ridge gibt es alle paar Meilen Aussichtspunkte und auch größere Zentren wie Quiltmuseum, Music-Museum, und ähnliches. Hier gibt es drei Kategorien von Stopps: historic (i.A. eine Tafel mit Parkplatz), nature (i.A. ein Weg in den Wald) oder garnix (=Parkplatz mit Mistkübel). Das ist auf Dauer nicht extrem spannend.
Wenn ihnen garnix mehr eingefallen ist, kann man mounds sehen: prähistorische Hügel, wie den hier.

Wege in den Wald können auch plötzlich wieder enden. Wie an solchen Grabsteinen. Dann ist es sicher historic. ![]()

Manchmal öffnet sich auch die Waldstrecke und eine kleine Lichtung ist zu sehen.

Manche Dinge sind irgendwie einfach ignoriert worden. Die Strecke führt z.B. an einem Stausee vorbei. Da kann man anhalten und einen Überblick bekommen. Es gibt aber keinen Halt direkt am Stausee oder irgendwelche Informationen zum Stausee oder gar einen Strand. Da wird man gleich an die lokalen Straßen und Informationszentren verwiesen.

Zwei Ausnahmen sind mir dabei bisher untergekommen. Eine Flußbiegung mit einem riesigen Rastplatz, wo Einheimische gefischt haben. Dort sieht es echt super aus.

Und kaum eine Meile weiter gibt es einen Zypressensumpf mit Rundwanderweg, der auch extrem schön ist.

Danach aber gleich wieder zurück in den Wald.

Mal sehen, ob es im zweiten Teil besser wird.