San Antonio hat eine relativ lange Geschichte, die mit 5 Missionen der Franziskaner begann. An dem Tag haben wir uns diesen Ursprung näher angesehen.
Die Franziskaner unter der Leitung des spanischen Königs haben im Raum San Antonio 5 Missionen gegründet. The Alamo hat im späteren Unabhängikeitskrieg Berühmtheit erlangt, die anderen 4 Missionen sind zumindest mir bisher nicht so bekannt gewesen. Diese sind aber Teil eines National Historic Parks und sie versuchen aktuell diesen als Weltkulturerbe durchzubekommen.
Den Park fährt man üblicher Weise mit dem Auto ab, die einzelnen Missionen sind dabei zwischen 2 und 5mi von einander entfernt. Man kann aber auch über einen eigenen Radweg entlang des Flüsschens von Mission zu Mission fahren. Sie bieten sogar Mietradautomaten an, aber preislich ist es wohl billiger ein Mietauto zu nehmen: 10$ Tagegebühr, Fahrten von 30 Minuten gratis, darüber hinaus 2$ pro weiterer angefangener halben Stunde. Und wenn es hier Sommer ist, wird sich die Anzahl an Radfahrern sowie so in Grenzen halten. Es war heute mit 30°C schon nicht schlecht.
Wir haben mit der nördlichsten Mission, Mission Conceptión, angefangen. Diese liegt inmitten von ein paar Bäumen sehr idyllisch.

Von der Mission ist vorwiegend die Kirche übrig geblieben.

Innen ist die Kirche überraschend groß und sehr schlicht.

Die Kreuzgänge sind ebenfalls sehr einfach gehalten.

Zwei mal pro Tag gibt es Führungen, wo ein Park Ranger alles über die Geschichte erzählt. Wir waren zum Glück ein wenig schneller, denn bei der Führung wuseln die Leute nur so rum.

Die best erhaltene Mission ist San Jose, unser zweiter Halt. Hier sind mehr Gebäude quasi völlig heil; auch die ganze Wehrmauer ist erhalten geblieben. Daher haben sie auch bei dieser Mission das NP Hauptquartier mit Visitor Center. Man kann sich ein Video ansehen, an stündlichen Führungen teilnehmen und das gratis WLAN benutzen. ![]()

Alle Missionen waren von einander unabhängig, hatten aber häufig Kontakt und halfen sich bei Bedarf gegenseitig. Das Ziel der Missionen war es, Indianer zum Glauben zu bekehren und mit ihnen gemeinsam zu Ehren von Gott und dem spanischen König eine Kolonie zu gründen. Anfangs lebten die Indianer in der Nähe der Missionen in Hütten. Vor den Europäern waren sie nomadisch unterwegs, wo es eben Essen gab. Durch die Bemühungen der Missionare (Details später) wurden sie rund um die Missionen seßhaft. Später kamen berittene Indianerstämme vorbei und der Frieden war nicht mehr so toll. Daher wurde für die Indianer ein Sicherungswall gebaut, der auch gleich Unterkunft war.

Im geschützten Innenraum muß es sich ziemlich abgespielt haben. Alle Menschen, einige Tiere und was man sonst noch zum Leben braucht. Und zur Bekehrung, brauchte man natürlich auch eine Kirche.

Wasser wurde durch Brunnen gewonnen.

Katholiken haben es mit wichtigen Fenstern. So auch in dieser Kirche, wo das Rosen Fenster bei besonderen Anlässen verwendet wurde.

Im Gegensatz zum jetzigen Aussehen, waren die Gebäude bunt bemalt. Das ist für heutige Verhältnisse ungewöhnlich, war aber offenbar damals ganz normal. Zum Malen mußten Naturprodukte herhalten. Viel anderes hatten sie damals nicht.

Bei meinem Besuch hatte die Kirche sogar einen Heiligenschein. Die Belichtung ist btw ziemlich tricky.

Innen wieder die Schlichte.

In Laubengängen konnte man die Sommerhitze ertragen.

Für den Winter gab es in den Räumen Heizmöglichkeiten, die bekannten Kugelbacköfen standen vor den Räumen.

Auch innen waren die Räume bunt bemalt. Übrig ist davon aber nur wenig.

Leider hat uns dann eine der Führungen erwischt und eine größere Menschenmenge ist ausgeströmt.

Wo die Missionare geschlafen und gelebt haben, habe ich nicht gesehen. Die Mauern waren eben für die Indianerfamilien. Der Glaube scheint keine Wohnung zu brauchen. ![]()

Mit Speck fängt man Mäuse, mit Essen Indianer. Das war das einfache Rezept der Missionare. Sie waren clever und beherrschten die Landwirtschaft. Etwas ganz Neues für die Nomaden. Die Mission Espada, die dritte in unserer Reihe, hat von der Idee Gebrauch gemacht. Sie haben den kleinen Fluß aufgestaut, haben einen Kanal gegraben und ließen größere Felder an einem Hang bewässern. So konnten sie viel Essen anbieten und die Indianer konnten so an die Mission gebunden werden. Dummerweise wurde der Kanal von einem Wash immer unterbrochen. Also bauten sie ein Aquädukt.

Die Misson Espada hatte noch eine Besonderheit: Sie stellten Ziegel in größerer Menge her. Daher sind in vielen der Bauten Ziegel zu sehen.

Die Mission Espada wird leider aktuell generalrenoviert. Man sieht daher viele Gerüste und wenig Mission.

Die letzte unserer Missionen war San Juan. Auch hier ist vieles nicht erhalten, die alte Kirche ist aber weiß verputzt und strahlt.

Alle anderen Gebäude sind nur als Mauerüberreste erhalten.

Die Kirche hat nur eine Glockenmauer, die quer zum Kirchenschiff liegt. Ein wenig ungewöhnlich.

Innen ist die Kirche noch schlichter als die anderen.

Die neue Kirche hat es bei der Mission nie zu einem Bauende geschafft und blieb immer ein Mauerrest.
Nach so vielen Missionen mußten wir uns stärken. Wir sind daher noch einmal zu einem Sonic gegangen; ich habe es mit einem Chili-Cheese-Dog probiert und war wieder sehr angetan. Während des Essens haben wir auf die schnelle geschaut wohin wir fahren sollten. Laut TomTom war Van Horn zu weit, Kerrville war mir zu nahe. Also haben wir uns auf eine Landpartie geeinigt und haben San Angelo als Ziel auserkoren; wir waren dort schon zwei mal und der Campingplatz war nett. Die ersten Meilen aus der Stadt gehen über die bekannte I10, die in San Antonio in zwei Stockwerken ausgeführt ist. Ziemlich gewöhnungsbedürftig.

Kaum außerhalb der Stadt, schon sind die Wiesen trocken und gelb. Die Zone der Feuchtigkeit lag nun hinter uns.

Die berühmte Stadt Fredriksburg, die stolz auf ihre deutschen Wurzeln ist, haben wir nur durchfahren, einen Stopp haben wir uns gespart. Der Rest der Strecke ging texanisch mit 75mi/h (normale Highways!) flott voran und trotz eines Tankstopps mit der langsamsten Pumpe der Welt (ich habe nach 3gal aufgehört und das hat mich gute 5 Minuten gekostet) waren wir um kurz nach 5 am Campingplatz. Dort teilte man mir mit, das Zelte unerwünscht sind. Meine kurze Gegenfrage, wie ich dann schon zwei mal dort bleiben konnte, wurde mit das ‘gibt es nicht’ abgehandelt. Die Beschwerde an die Zentrale ist schon unterwegs.
Also ging es in den nahen San Angelo Statepark, wo man gegen wenig Geld auch Strom und Wasser mit einem riesigen Platz bekommt. Ok, die WCs sind sehr Basisklasse, dafür ist sogar WLAN gratis! Das Problem bei dem Statepark ist aber eher die Originalauslegung. Ich hätte es fast als Quiz gefragt. Was sehen wir da:

Antwort: Eine Bootsrampe. Leider ist ihnen inzwischen der See ein kleinwenig abhanden gekommen. Wenn man ganz genau schaut sieht man noch eine Pfütze im Hintergrund.

Jedenfalls können wir hier in Ruhe unsere Nacht verbringen. Da stört uns auch keine Straße.