Der heutige Tag begann überraschend sonnig, der Sturm der Nacht hatte sich gelegt und die restlichen Wolken machten einen harmlosen Eindruck. Also nichts wie los zum US Bear River Migratory Bird Refuge, einem der größten Vogelschutzgebiete der USA.
Der Tag begann mit einem tierischen Weckruf. Die beiden Kuschelgänse wollten mich nicht mehr länger vermissen und haben mir aus dem Zelt geholfen. Sehr eindringlich.

Die Fahrt ins Visitor Center des Vogelschutzgebietes dauerte nur ein paar Minuten, es waren ja auch nur ein paar wenige Meilen. Gleich am Parkplatz begann der Saum der sonnenblumartigen Büsche, die ich nur allzugerne bei uns zuhause im Garten hätte. Diese Blumen scheinen kein Problem mit Trockenheit zu haben und schauen einfach genial aus.

Wegen des langen Wochenendes war der Shop des Visitor Centers zu. Also Geld gespart und keine Erinnerungsdinge gekauft. Die Aussicht auf das Marschland ist aber bereits vom Visitor Center sehr hübsch.

Zunächst fährt man eine lange Straße ins Vogelschutzgebiet hinein. Darin fährt man eine 12mi lange Einbahnrundstraße durch das Gebiet. Bereits auf der Straße ins Innere des Gebietes starteten Pelikane von einem begleitenden Kanal.

Beim Beginn der Runde fährt man über eine Brücke. Keine Ahnung warum, aber das ist der absolute Renner bei Schwalben, die dort zu hunderten herumflattern. Weil sie nichts zum Sitzen haben, wird Schilf in großer Menge besetzt.

Der Rundweg geht auf einem Damm dahin. Man kann zwar stehenbleiben, er ist aber nirgends so breit, daß jemand vorbeifahren könnte. Also schnell sein beim Fotographieren. Überholen kann man Leute nur an den Parkplätzen, die aber eher selten sind.

Die Geschichte des Schutzgebietes ist eigentlich sehr aufregend. Anfang des vorigen Jahrhunderts sollte die Gegend trockengelegt werden, was zu einem Großsterben der Vögel geführt hätte. Aufstand machte sich breit und schon bald wurde das Schutzgebiet eröffnet. Zu dem Zeitpunkt waren nur mehr 2000 der ursprünglichen 45000 acres übrig. Mittels Deichen wurde das Wasser reguliert und so konnte für alle Vögel ein Platz mit dem richtigen Wasserstand gefunden werden. Das ging lange gut. Bis 1983 durch mehrere Jahre von erhöhtem Regenfall, der Salt Lake die Deiche überspülte und das gesamte Süßwassergebiet des Flusses mit Salzwasser überflutete. Das kurz zuvor eröffnete Visitor Center versank in den Fluten.
Erst 1990 zog sich das Wasser zurück und erst im Jahr 2000 konnte das Schutzgebiet neu eröffnet werden. Aber im jetzigen Zustand kann ich es echt jedem Naturliebhaber empfehlen. Man sieht viele Vögel, zum Teil in großer Anzahl. Am häufigsten diese Strandläufer.

Überraschend selten sind Enten.

Nicht alle Fotos sind so geworden wie ich es mir vorgestellt habe. Die blöden Vögel sind ziemlich geschreckt und bleiben gerne auf Distanz. Und da ich nicht mit einem Stativ ausgerückt bin und weiterhin alle Aufnahmen freihändig geschossen habe, ist das nicht ganz so einfach. Vorallem wenn man die 1000mm meiner Kamera voll ausnützt. So wie bei dem getarnten Kerl.

Wenn man den großen grauen Reiher einmal gesehen hat, ist es relativ einfach ihn auf ein Foto zu bekommen. Er sitzt sehr lange sehr still.

Fressen alleine ist zwar ok, aber scheinbar macht es viel mehr Spaß in Gruppen zu fressen. Daher gibt es Ar***paraden.

Pelikane sind extrem scheu. Die zu bekommen ist trotz der Größe alles andere als simpel. Am einfachsten noch erwischt man sie im Flug.

Im Wasser ist es schon viel schwerer. Und das dann auch noch die Sonne paßt, ist schon ein ziemlicher Glückstreffer.

An den sandigeren, flacheren Ufern rennen die üblichen Vögel umher. Aber man freut sich trotzdem, sie hier zu sehen.

Recht schwer sind die weißen Reiher zu erwischen. Einerseits sind sie echt scheu und andererseits treiben sie die Kamera mit ihrem weißen Federkleid zum Wahnsinn. Aber man muß halt viel probieren.

Bösartig sind die tauchenden Vögel. Kaum glaubt man sie erwischen zu können, schon sind sie unter Wasser verschwunden und man findet sie mit dem ausgefahrenen Tele praktisch nicht mehr. Alle der folgenden Vögel tauchen sehr gerne und sehr schnell.

Es gab noch deutlich mehr an Vögeln zu sehen, aber sehen und auf einem sinnvollen Foto festhalten sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Zudem kann ich nur festhalten, daß die angeblich so anstrengenden Everglades absolut nix gegen die dortigen Marschländer sind. Man wird ständig von Moskitos und Schwärmen an Bremsen angegriffen. Da bleibe ich liebend gerne ohne jeden Spray in den Everglades als dort. Moskitos und Bremsen bringen einen ziemlich zum Hüpfen und Tanzen. Noch ein Punkt, der sich mit der Telefotographiererei nicht so gut paart.
Trotzdem ist das Vogelschutzgebiet so schön, daß ich es jedem, der in die Gegend kommt, sehr ans Herz legen kann. Die paar Stiche, kann man verschmerzen.
Am Heimweg sind wir noch ein wenig einkaufen gegangen und so kamen wir zum ersten Grillen der Runde: Country Style Ribs. Unsere lieben Gänse haben uns nicht vergessen und konnten den Abend noch schlafend bei uns verbringen. Offenbar sind wir vertrauenswürdig.

Kinder mögen sie weniger, die gehen sie in voller Gänseart bösartig an. Da haben sie wohl keine so guten Erfahrungen gemacht.