Der Tag begann mit einem genialen Adventure Golf und wurde dann mit knappen 400mi noch anstrengend. Nicht wegen der Distanz, aber weil sie heute alle gefahren sind wie hirnlose Deppen und weil das Wetter nicht ganz so sonnig wie vorhergesagt war.
Gestern mußte ich wegen der dauernden Schauer unter den Pavillon flüchten. Wie ich alles zusammengepackt hatte, sah ich, wie ich angestarrt wurde, von einem coolen Frosch mit Saugfüßen. Natürlich habe ich Regel Nummer 1, eine Kamera ist immer am Mann, etwas vernachlässigt, aber das Handy war da. I.A. eine Kamera, aber wenn es stockdunkel ist, zeigt es sich halt doch, das es nur ein Handy ist. Die gespenstisches Leuchtaugen kommen natürlich vom Blitz.

weather.com hat eine nette Handy-App. Aber die Qualität der Voraussagen wird deshalb nicht besser. Gestern sollte es trocken sein und ich wurde dauernd naß. Heute sagt die App, es ist sonnig und warm, ich sehe eine Wolke und werde wieder naß. Eine halbe Stunde später sagt die App als aktueller Zustand leichter Regen, die Vorhersage geht auf 50% Regenwahrscheinlichkeit (wenn sie selbst schon wissen, daß es aktuell regnet!!!), aber es schien nun wirklich die Sonne. So konnte ich wenigstens alle Sachen trocken einpacken.
Zur Abwechslung vom Runterfahren, sind wir zu einem anderen Adventure Golf gefahren: River Kongo. Ungewöhnlich ist, daß es kein Piratenthema hat, sondern Afrika dargestellt ist. Das da auch Ägypter und Inkas mitspielen, darf man nicht so eng sehen. Die Kulisse ist jedenfalls einmalig, denn da könnte auch der nächste Indiana Jones spielen.

Jede Bahn ist mit Hingabe kreativ gestaltet und es erinnert nur mehr wenig an ein klassisches Minigolf. Ich habe ein paar Beispiele quasi wahllos herausgepickt, am ehesten, weil die Sonne gut für ein Foto stand. Ziemlich am Anfang muß man sich hier entscheiden: Steilwand, Höhle mit Sprung durch den Wasserfall oder Engstelle.

Statt in Piratenhöhlen spielt man in zusammengebrochenen Minen, inkl. Grab (und Mumie).

Häufig wird vom Spieler Geschick mit einer Auswahlmöglichkeit verknüpft. Welches Loch hätten wir denn gerne?

Das ganze ist rund um einen künstlichen Berg aufgebaut. Oben ist ein Flugzeug abgestürzt.

Eine Kräuterschnecke im Garten kennt fast jeder, aber das ganze als Minigolfbahn? Damit es noch ein wenig spannender wird, mit ein paar Abkürzungsmöglichkeiten wie beim Leiterbrettspiel.

Der ganze Platz ist mit tropischer Bepflanzung versehen, sogar mit Bäumen aus Madagaskar, wenn ich mich nicht täusche (wo der Kongo zwar auch nicht ist, aber wieder nur ein Detail). Eines der wirklich guten Adventure Golf. Nett ist auch, daß man gegen Aufpreis ein zweites mal, den ganzen Tag oder die ganze Woche spielen kann. Selbst die ganze Woche kostet nicht viel mehr als 2 Spiele.
Eine zweite Runde wollte ich nicht spielen, denn die bösen dunklen Wolken waren wieder sehr nahe. Außerdem mußte ich irgendwann auch die knappen 400mi fahren. Zunächst wechselten sich Schauer und Sonne ab, je weiter wir in den Norden kamen, desto kürzer waren die Sonnenphasen, bis es praktisch Vollgas durchpißte. Das ganze kombiniert mit Deppen, die an dem Sonntag sicher schon irgendwo sein mußten und hirnloser nicht fahren konnten. Der Blinker ist garantiert abgeschafft, man braucht kein Licht im stärksten Regen, man wechselt Spuren wie es einem einfällt (auch wenn dort schon ein Auto wie meines ist), man hält ganz sicher keinen Abstand, …. Das ging jedenfalls eine lange Weile so.
Da bleibt einem nicht viel anderes übrig, als die vielen Werbetafeln zu lesen und sich manches darüber zu denken. Zum Beispiel weiß ich jetzt über einige Dinge viel mehr. Ich weiß, daß es ein Café gibt, wo mir Mädels alles zeigen. Die Mädels habe ich mal aus der abgebildeten Silhouette geschlossen, aber es würde sicher viele überraschen, wenn dort nackte haarige Männer servieren. Man kann in dem Café aber auch gleich Adult-Toys und DVDs kaufen. Da fragt man sich: Führen das die Mädels gleich live vor und sind die DVDs quasi Livemitschnitte? Aber eines ist gewiß, die Mädchen tun das sicher nur, weil sie deprimiert und verwirrt sind. Denn immer wenn es die Werbung für das Café gibt, wird einem auch erklärt, das es egal ist, wie verwirrt und deprimiert man ist, Jesus ist immer die Lösung. Warum sie das per Plakate ausmachen und nicht einfach rübergehen und quasi vor Ort aufklären, weiß ich jetzt auch nicht. Ich weiß aber auch, daß Männer in dem Café Kindersorgen haben. Denn ebenfalls dort in der Nähe, häufen sich die Reklamen über Vasektomie, die ganz ohne Nadel und Skalpell geht und nur $500 kostet (muß was mit Voodoo zu tun haben, denn ich glaube irgendwie nicht, daß man das durch die Haut hinbekommt). Habe ich in der Kombination noch nie in Österreich beworben gesehen.
100mi vor dem Campingplatz blieb es wenigstens trocken und die Sonne schaute hie und da wieder durch. Beim Campingplatz sah es trocken aus und blieb es auch am Abend. Beim Kochen wurden wir zuerst von einer Katze sehr scharf beobachtet und dann von zweien angebettelt.

Unser Platz war bei einem Holzzaun. Bei einem Brett fehlte unten ein Stück. Kurz sah ich dort einen noch kleineren Kopf durchschauen. Gab es da noch mehr? Wenn man ein paar gekochte Hühnerstücke für die Suppe dorthin wirft sah man schnell, daß wir echt nicht alleine waren.

Ach ja Wetter. Die Kaltfront, die auf der Fahrt den Regen brachte, hat es hier echt auf Frosttemperaturen gebracht: In der Nacht haben wir nur 18 Grad und bei Tag nur mehr 30. Jetzt sitze ich halt wieder mit langer Hose und Jacke draußen. 18 Grad sind echt böse kalt! Das hatte ich schon lange nicht mehr.