In so einem supertollen Zimmer aufzuwachen hat schon was. Trotzdem mußten wir es verlassen, um uns noch möglichst viel von Chicago ansehen zu können. Am späten Nachmittag sollten wir schon in Gifford sein.
Also gleich zum Aufwachmoment. Das Schlafzimmer (ja ein eigenes Zimmer) hat diese nette Aussicht (das rechts ist unser Balkon).

Das Wetter lies keine längere Verzögerung zu, also nichts wie raus (in das Apartment hätten wir einziehen sollen!) und runter zum Frühstück. Das Frühstück paßte leider so garnicht zum Luxus unseres Zimmers: Essen aus der Dose oder dem Tiefkühler und Getränke aus dem Konzentrat. Das ganze auf Papiertellern mit Plastikbesteck. Den Teil vergessen wir lieber gleich wieder.
Also raus auf die Straße. Die Wolkenkratzer sahen bei dem Licht gleich noch einmal so schön aus.

Die wenigen Meter zum Millenium Park waren auch zu Fuß schnell überwunden. Das Wasser des Millenium Monuments sieht bei strahlender Sonne super aus, die Wolkenkratzer im Hintergrund.

Weiter ging es zum Cloud Gate, das ohnehin jeder einfach nur The Bean nennt. Das Ding wurde aus sehr vielen Edelstahlplatten in zwei Jahren zusammengeschweißt und dann seeeehr lange poliert. Man sieht keine Nähte und man sieht dem Ding die knapp 100t nicht an. Die umliegenden Wolkenkratzer spiegeln sich darin, daß es eine Freude ist. Sowas hat nicht jeder.

Obwohl es noch relativ früh am Tag war, war die Kühle des Vortages verschwunden. Man suchte gerne den Schatten, aber davon war trotz viel Grün nur wenig zu finden. Der Jay Pritzker Pavilion ist jedenfalls nicht weit und sieht ebenso modern aus, wie vieles in der Gegend. Wofür hat man sonst Künstler.

Weiter über Brücken und breite Wege, durch diverse Sub-Parks innerhalb des großen von Wolkenkratzern umgebenen Parks ging es weiter zum Rosengarten. Sieht dort nicht nach Großstadt aus; wenn man sich noch die Wolkenkratzer im Hintergrund wegdenkt…

Zwischen den beiden Rosengärten liegt der Buckingham Fountain, eine Anspielung an Versailles, auch wenn er Buckingham heißt. Natürlich, wie der Guide sagte, doppelt so groß.

Zu Fuß haben wir es noch bis zum Shredd Aquarium geschafft, wo wir eine kleine Trinkpause einlegen mußten. Es war wirklich überraschend warm! Dort haben wir wieder den Big Bus bestiegen und sind durch die Hochhäuser bis zur Kreuzung Clark und Ontario gefahren.

Warum bis gerade dort? Weil unser Freund gesagt hat, wir müssen dort unbedingt etwas essen gehen. Ok, sind wir eben zu dem Restaurant gefahren.

Erkannt? Eine kleine Version davon gibt es im Buena Park nahe Disney Land Los Angeles. Ich fahre dort immer hin…

Jetzt erkannt? Portillo’s. Ich hatte dort einen echt guten Riesen Hot Dog. Das italian sandwich nehme ich wieder in Kalifornien. Lustig gestaltet sind dort die Klos, die auch eine Express Lane haben. ![]()

An der gleichen Ecke gibt es auch noch das Hard Rock Cafe (mit unglaublich hohen Preisen) und das Rainforest Cafe (leider mit Aktionen bei T Shirts).

Nach dem Shoppingausrutscher im Rainforest Cafe ging es per Big Bus zum Bahnhof, damit wir rechtzeitig den Zug zurück nach Lake Zurich bekommen sollten. Aber sooooo einfach war das nun auch wieder nicht. Zunächst hat der Bus ohne weitere Erklärung zu fahren aufgehört und wir mußten in einen anderen Bus umsteigen, der über 15 Minuten rumstand. Es wurde schon knapper. Wir sind passend am einzigen Bahnhof ausgestiegen, der auf der Karte von Big Bus eingezeichnet war; der Bus Guide hat uns dort auch noch die Richtung gesagt und wir kamen zum Bahnhof. Der sah aber so ganz anders aus, wie der, wo wir ankamen. Also mal jemanden dort fragen. Der jemand wußte gleich garnix von einem Zug nach Lake Zurich und auch nicht, wo der denn weggehen könnte. Also noch lange rumgesucht und bemerkt, es gibt noch einen zweiten Bahnhof. Jetzt wurde es knapp. Also die Beine unter die Arme genommen und rübergehetzt. Aber siehe da, auch der Bahnhof sah gaaaanz anders aus, als der, den wir kannten. Und damit war der Zug weg. Auf einem der gaaanz seltenen Plänen sahen wir, daß es doch tatsächlich noch einen dritten Bahnhof gibt, ironischer Weise ganz nahe bei unserem ersten Versuch.
Da die Züge am Wochenende nur im 2 Stunden Takt fahren, fragten wir die Bekannte, die uns nach Chicago begleitet hat uns in Lake Zurich wieder abholen wollte, ob es eine schnellere Lösung für die Rückfahrt gäbe. Gab es auch. Die U Bahn, die zum Flughafen geht. Nur wo fährt die wieder? Pläne sind in Chicago selten bis nicht vorhanden. Bei der U Bahnstation steht nur, sie haben alle Routen verändert und es steht weiters dort, welche Linien dort NICHT MEHR fahren, nicht wo sie jetzt fahren. Das WLAN vor einem Starbucks hat uns mehrmals gerettet, es stellte die Kommunikation mit der Abholerin zur Verfügung und zeigte uns Google Maps.
Auf diese Weise fanden wir schlußendlich die blaue U-Bahn Linie. Wir wissen jetzt auch, daß Tickets am Automaten eine Ausgabeabgabe kosten. Wir wollen nicht wissen, wie teuer es geworden wäre, wenn wir gar einen Menschen beschäftigt hätten. Den Menschen gibt es in der U Bahn Station auch. Sie saß rum und schaute in die Luft, war aber wohl soetwas wie ein Kontrollorgan.

Die Abholung an der U Bahnstation hat geklappt, wir sind zu unserem Auto gefahren und nach einer kurzen Verabschiedung sind wir mächtig zu spät losgefahren. Und wie es so ist, wenn man zu spät ist, wir kamen in einen Megastau. Unser TomTom war da leider keine große Hilfe und wir mußten quasi auf eigene Faust Umfahrungen finden. Das hat man davon, wenn man kein HD Traffic mehr hat.
Bei Sonnenuntergang waren wir schon Nahe der Abfahrt von der Autobahn.

Astrid’s Großeltern haben wir kurz vor Dunkelheit erreicht. Dort hatten sie sich schon Sorgen gemacht, was mit uns passiert ist. Aber der Abend war dann sehr nett. Zum Glück war der gesamte folgende Tag für Verwandtenbesuche verplant.