Früh aufstehen und ab durch die Großstadt Chicago nach Lake Zurich, wo uns Holly Parker schon sehnlichst erwartet hat, um uns Chicago zu zeigen. Und uns auf eine Suite mitten im Herzen von Chicago eingeladen hat. DANKE!!! Das war unglaublich.
Nach einem frühen Frühstück bei Frank, ging es auf die Interstate. Wir mußten um 11 schon in Lake Zurich sein, damit sich der Zug nach Chicago noch ausging. Weil wir die Mautstraßen in Chicago mieden (man braucht wieder ein elektronisches Kastl zum Zahlen) standen wir an einer Baustelle ziemlich im Zentrum im Stau. Eigentlich blöd, so nahe am Zentrum von Chicago zu sein und noch weiter fahren zu müssen. Aber Parken kostet pro Tag 50$ und das ist doch ziemlich viel.

Nach einem wunderbaren Lunch bei Holly fuhren wir gemeinsam mit ihrem Auto zum nahen Bahnhof und wir fuhren mit dem Zug nach Chicago. Der Tag war ein wenig hoch bewölkt und garnicht so gar arg heiß, ziemlich perfekt für eine Stadtbesichtigung. Das hat sich nur nicht bis zu den Leuten der Bahn durchgesprochen, denn der einzig leere Wagon (warum bloß) hatte statt der Klimaanlage die Heizung laufen. Da war uns echt nicht kalt die gute Stunde die es braucht, um ins Zentrum zu kommen. Der Zug fuhr dabei an vielen elend langen Staus vorbei, sodaß der Zug doch sehr nett war. Das Zug endet in einem sehr modernen Terminal.

Holly hat uns zusätzlich ein 48h Ticket für den Hop-on-hop-off Bus Big Bus geschenkt (DANKE!!!). Wir fuhren daher mit dem Taxi zum Millenium Park und hielten Ausschau nach der angeblich nahen Big Bus Haltestelle. Das war aber bei weitem nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Haltestellen vom öffentlichen Bus waren leicht zu finden, aber von Big Bus? Wir landeten zumindest ohne Guide beim Crown Fountain. Zwei Türme mit digital animierten Gesichtern stehen einander gegenüber und werden mit viel Wasser überschüttet.

Ab und an verziehen die Türme die Gesichter und spucken kräftig Wasser. Bei Kindern ist das extrem beliebt.

Der Millenium Park wird an der einen Seite direkt von Wolkenkratzern eingesäumt. Das sieht immer wieder sehr nett aus.

Weiter ging es am Art Institute vorbei, die Haltestelle lies sich immer noch nicht finden.

Scheinbar gibt es in Chicago eine Liebe zu Frankreich, denn beim E. Congress Drive sieht es aus wie am Place de la Concorde; inkl. der passenden U Bahn Station.

Nachdem wir wieder alles bis zum Art Institute zurückgelatscht sind, fand sich auch die Bus Haltestelle. Es ist ein fahrbarer Kiosk. Nach einigem Warten wegen generellem Megastau ging es los. Der Guide sprach ziemlich böse, fast zynisch über die Stadt. So lernte man doch ein wenig. Z.B. der Milleniumpark war früher ein riesiger Bahnhof, den sie jetzt überbaut haben. Einen Rest sieht man noch vom Doppeldecker aus.

An der Seeseite ging es vorbei am Aquarium mit super Aussicht auf die Wolkenkratzer.

Gleich danach kommt man am Buckingham Brunnen vorbei.

Ganz berühmt ist das Navy Pier. Am Weg dorthin hat man viel Zeit, denn der Stau ist mörderisch.

Daher hat auch der Guide genug über die Gegend zu erzählen. Z.B. über eines der teuersten Wohnhäuser. Die ganze Gegend ist kommerziell gewidmet, Wohnhäuser dürfen daher nicht gebaut werden. Das Gesetz sagt, auf dem Land östlich von xxx nur Bürobauten. Und einer hat das ganz genau gelesen und hat argumentiert, es ist kein land, es ist landfill. Denn nach dem großen Brand wurde der ganze Schutt und Müll einfach in den See geworfen, eine große Deponie entstand. Die Ausrede hat gepaßt und schon stand ein Wohnhaus mitten im verbotenen Bereich.

Oprah Winfrey wollte die obersten beiden Stockwerke zusammenlegen und die Decke rausnehmen lassen. Das haben sie nicht erlaubt, auch nicht mit dem was sie geboten hat. Jetzt muß sie in einem anderen, nahen Haus wohnen. So haben selbst Milliardäre ihre unerfüllten Wünsche.
Endlich beim Pier angekommen glaubten wir einen Ameisenhaufen zu sehen: es gab kaum Fläche wo man noch einen Menschen hingebracht hätte. Und das Pier soll auch nicht viel anders als das Santa Monica Pier sein. Da wollten wir nicht aussteigen.

Also ging es weiter zum John Hancock Center. Das Hochhaus ist zwar nur das vierthöchste Gebäude von Chicago, es hat aber die beste Aussicht, weil es näher am See liegt. Und man muß nicht mindestens zwei Stunden warten, bis man rauf darf (wie beim Willis Tower). Der Big Bus fährt direkt daran vorbei und verkauft auch noch ermäßigte Tickets. Das seltsame Gebäude, das irgendwie fehl am Platz wirkt, ist der historische Wasserturm. Reicht wohl bei den umliegenden Gebäuden nicht mehr so ganz.

Und nun, der nicht einmal so gar arg hübsche Hancock Tower. Damit er größer wirkt, haben sie rundherum auch noch tiefer gegraben; der Eingang zum Lift für die Aussichtsterrasse ist im Keller.

Wir hatten Glück und mußten nur ein paar Minuten auf den nächsten Lift warten. Die Warteschlangen können aber offenbar sehr lange werden, denn es sieht wie bei Disney aus, wo sich die Schlangen sehr lange ziehen können. Die Aussichten oben sind fürwahr sehr hübsch.

Das wahre Abenteuer haben wir aber ausgelassen: Man kann sich auf der Aussichtsterrasse im 94. Stockwerk um 30° nach außen kippen lassen. AAAAAArg.
Von dort ging es zu Fuß über die magnificent mile (der Guide meinte, es ist nicht mal eine ganze Meile) zu unserer Suite. Die teuren Geschäfte waren uns eher sehr egal, aber scheinbar muß man dort shoppen gehen. Nett ist der Fluß, den sie zu St. Patrick grün färben.

Holly hat uns im Hotel eingecheckt und ist dann wieder nach Hause gegangen. Sie meinte noch, wenn wir ein schönes Hotel haben, sollten wir unbedingt auch gut Essen gehen. Wenn wir so gut essen gehen sollten wie das Zimmer schön war, hatten wir einiges vor. Wir hatten eine Suite mit genialer Aussicht und Sicht auf den Crown Brunnen aus dem Bett!

Nach einigem hin und her entschieden wir uns für Giordano’s Pizza. Wie wir jetzt wissen eine Institution, die man unbedingt besucht haben muß. Was für ein Glück, wenn wir einfach irgendetwas aussuchen (und uns von Trip Advisor beraten lassen). Der Weg zu Giordano’s war leicht zu Fuß zu bewältigen, dieses mal hatten wir auch eine lokale Map von Google Maps, die wirklich sehr hilfreich ist.

Die Wartezeit war erträglich, vorreservieren konnten wir ja leider nicht (machen sie scheinbar nicht). Nett sieht es dort auch innen aus.

Wir wollten die bekannten stuffed Pizzas probieren. Sie nennen es selbst Pizza Pie. Und die Beschreibung trifft es wirklich gut. Problematisch ist die Größeneinschätzung. Man kann eine kleine, eine mittlere und eine große haben. Die mittlere ist für 3-4 Personen. Aber eine mittlere Pizza für so viele Leute? Na wir zwei werden die schon schaffen. Dachten wir.

Nach der halben Pizza haben wir uns die zweite Hälfte einpacken lassen. Und wir rollten nach Hause. Vorbei am hübsch beleuchteten Fluß.

Im Bett kuschelnd, es ist ja unser Honeymoon, kann man sich an der Aussicht nicht satt sehen. Wie soll man da einschlafen wollen…

Aber man muß einschlafen, denn der nächste Tag war schon geplanterweise lang. Und es kam noch schlimmer.