Wenn man da einmal reingeschnuppert hat, muß man noch eins draufsetzen. Haben wir getan. Wir haben uns einen zweisitzigen Razor 900 für den ganzen Tag gemietet und sind rumgedüst. Echt krasse Strecken.
Zunächst ist man überrascht, wie teuer diese Biester sind. Der hohe Kaufpreis (die normalen wie ein Mittelklassewagen, die mit starkem Motor Oberklasseauto) führt auch zu einem heftigen Mietpreis. Da ist dann wenigstens auch KEINE Versicherung, KEIN Benzin oder sonstwas enthalten. Aber die Leute sind scheinbar süchtig genug, um es trotzdem zu mieten. Aber was soll ich da jetzt noch sagen…
Wir sind jedenfalls wieder in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und sind direkt zum Verleihgeschäft gefahren. Dieses mal wußten wir ja wenigstens schon, wo das Geschäft war. Die Unterschriften auf die ich bin an allem Schuld Zettel waren schnell gegeben und wir bekamen zwei kopierte Zettel, wo man in der Gegend mit einem Razor Spaß haben kann. Das kleine Problem: Die Razors haben zwar ein Kennzeichen und dürfen auf öffentlichen Straßen fahren, aber weil sie nur langsam sind (wie ein Mopedauto in Österreich), darf man nur auf Straßen fahren, die maximal 45mi/h erlauben. Also im Prinzip nur in der Stadt. Die Strecken des Vortages waren somit unerreichbar, denn da durften wir nicht hinfahren. Wir hätten sogar einen Anhänger gratis dazubekommen, nur hatte unser Auto keine Kupplung. Der Transport von Ihnen kostet dann doch schon noch einiges extra. Aber die zwei vorgeschlagenen Strecken sollten sehr hübsch sein. Na mal sehen, nach den ersten Metern hinter dem Steuer ging es schon über die Hauptstraße zum Colorado River.
Die Straße hätten wir noch locker mit unserem normalen Mietauto fahren können. Die 25mi/h Beschränkung ist wohl wegen des Freizeitgebietes verhängt worden. Die hätten wir locker auch überbieten können. Nur nicht vergessen, ein Razor hat KEINE Windschutzscheibe und wir hatten nur Sonnenbrillen als Windschutz. Aber das geht schon…

Zum River geht es ziemlich steil in Serpentinen runter. Auch noch kein Problem für normale Autos.

Irgendwann verläßt einen der Asphalt, aber die Schotterstraße ist super ausgebaut. Immer noch kein Problem für Autos.

Je weiter man entlang des Rivers fährt, desto mehr wird die Straße weniger autotauglich. Die Aussichten werden aber immer besser.

Der Schotter wird größer, die Steine in der Straße heftiger und langsam sollte man ein eher hochachsigeres Auto haben. Aber wozu ein ATV? Sollten wir eine falsche Strecke genommen haben? Wurscht, schön war es dort auf jeden Fall.

Nach einer längeren Steigung zu einem Paß scheint die Strecke plötzlich aus zu sein. Viel zu früh, denken wir uns, die Aussicht ist cool, aber das hätte doch noch einige Meilen gehen sollen. Da sehen wir, wenn man an der Kante steht, um die Aussicht zu genießen, dann geht da doch tatsächlich so etwas wie eine Straße weiter. Ok, jetzt wäre ein Jeep oder ein ATV doch nicht so schlecht. Ab da wird die Natur wirklich extrem hübsch.

Man kommt durch längere Sandstrecken, wo es ohne 4-Radantrieb garnicht weitergeht, und wo wir unter Bäumen ein wenig Pause gemacht haben. Wir hatten noch kein sinnvollen Frühstück und die deutlich über 40°C bringen einen zum Trinken. Also Pause im Schatten. Nahe des Flusses gibt es tatsächlich ein paar Bäume.

Tricky ist, daß dort der Sand ziemlich tief und fein ist. Trotz Vierradantrieb haben wir lustig im Sand rumgegraben. Wie gut, daß wir doch ein ATV hatten.
Danach wurde die Strecke echt deutlich wilder. Einige Abschnitte haben uns arme Anfänger ins Schwitzen gebracht. Und nicht nur weil es sehr warm war.

Nach einer Strecke, wo es flach eher in Höhe des Flusses dahingeht, kam die letzte Steigung rauf an den Rim.

Hier wurde die wüste Straße dann noch einmal spannend, denn der Abgrund kam immer näher zur Straße und wurde dabei auch noch immer höher. Irgendwann hat Astrid dann gemeint, die nächste Kurve will sie lieber von außen mit der Kamera festhalten… Na wenigstens hat das Gequieke aufgehört. ![]()

Am höchsten Punkt endet die Strecke recht plötzlich und man sieht nur mehr einen Fußweg, der weitergeht. Schade, jetzt wo es Spaß gemacht hat! Da waren schon ein paar spannendere Strecken dabei.

Die Aussicht ist von dort aber auf jeden Fall jeden Meter des Anweges wert.

Auf dem Rückweg haben wir einen kleinen Umweg gemacht, weil wir schon immer wissen wollten, wie die Strecke am Fluß zum Campingplatz geht. Wir haben dann aber feigerweise umgedreht. Es war ziemlich gatschig (und wir mußten das ATV sauber zurückgeben) und die Gelsen waren (mitten in der Wüste) extrem anstrengend. Trotzdem ein hübscher Abstecher.

Kurz nach dem Ausflug sind auf einen Deutschen in einem normalen Miet-SUV getroffen. Der blieb die ganze Woche in der Moab Gegend und wollte wissen, ob er eh noch weiter mit dem SUV fahren könne. Wir haben ihm geraten an der nächsten Kreuzung aufzugeben, denn dahinter wurde es nur wesentlich schlimmer und für einen SUV sicher zu viel. Keine Ahnung ob er auf uns gehört hat.

Am Weg nach draußen haben wir noch kurz überlegt eine Abzweigung zu nehmen, aber wir haben bezweifelt, daß wir die Felsentreppen wieder raufkommen würden. Also haben wir uns entschieden, auf die andere Seite der Stadt zu fahren und den Park der verrückten Kurven zu fahren.
Man muß beim Eingang in den ATV Park einen kleinen Eintritt bezahlen. Das lustige dabei ist, daß man die Quittung an die Windschutzscheibe des ATV heften soll. Nur ATVs haben keine… Das hat sich noch nicht in der Bürokratie herumgesprochen. Der Anfang ist eigentlich ganz harmlos.

Der Typ im Verleih hat gesagt, die Fins and Things Runde ist ganz harmlos und auch für Anfänger geeignet. Wenn ich da mal so im Internet suche, steht da ein wenig etwas anderes. Da steht eher für Fortgeschrittene und Experten. Das habe ich aber zum Glück erst im Nachhinein gelesen. Das meiste der Runde fährt man auf versteinerten Sanddünen. Die sind griffig (was für ein Glück!!!) aber schon auch steil. Und der Kurs kann schon auch an Höhe zulegen.

Der Weg ist mit Lackpfeilen gekennzeichnet und man sieht auch ziemlich gut die Reifenspuren. Gleich bei der ersten Runde hat Astrid mich öfter ‘zum Filmen’ verlassen. Man sieht halt nicht einmal wo man hinfährt, weil es so steil zum Rauf- oder Runterfahren ist.

Nach den ersten Schockmomenten (ich zitiere mich selbst bei der Abfahrt : “Scheiße, Scheiße, SCHEISSE!!!”) macht das voll Spaß. Zumindest mir als Fahrer! Aber steil ist es schon extrem!

Von der Rauffahrten haben wir leider kaum Fotos, denn da bin ich auf das Gas gestiegen, damit wir auch raufkommen. Selbst Allrad ist bei den Steigungen ohne Schwung blöd. Man muß nur aufpassen, denn hinter einer Kante kann eine böse 90° Ecke lauern und geradeaus geht es sehr rasch sehr steil runter.

Es war echt gut, daß wir erst die landschaftsintensive Runde zum Eingewöhnen gefahren sind und erst dann auf die Piste gegangen sind. Wer weiß, ob wir uns auf die Naturstrecke noch getraut hätten, wenn wir damit angefangen hätten. Oder es wäre uns langweilig geworden… Hier ein paar Beispiele von mittelmäßigen Steigungen, wo man vorher noch stehenbleiben konnte.

Auf der zweiten Runde wird in der Hälfte die Beschriftung schlecht oder sie fehlt ganz. Angeblich haben sie den Kurs ein paar mal geändert. Da aber die Wege immer weniger nach Weg aussehen, fragt man sich schon immer wieder, ob es da echt weitergehen soll.

Auf einer Anhöhe stehend, sieht das aber doch recht eindeutig und lustig aus. Es zieht sich das Band mit den Reifenspuren über alle Hügel dahin.

So schlecht war ich als Fahrer dann scheinbar doch nicht, denn wir kamen ohne ein einziges Problem in nur fast der halben vom Vermieter geschätzten Zeit zurück. Wer also gerne mal ATV fahren will, die Strecke muß man auf jeden Fall gefahren sein! Das ist einfach unvergesslich.

Ich will da auf jeden Fall wieder hin. Ist nur eine Frage der Zeit und der Finanzierung.
Am Abend konnten wir aber trotzdem die Füße nicht still halten und sind nach dem üblichen Suppenabendessen zum hydrieren noch ins örtliche Kino gegangen. Independence Day 2 war am Programm. Echt cooler Film, wenngleich der Inhalt ein wenig herumgehinkt ist, aber mehr als einen Virus für eine unbekannte Alienform zu programmieren (Teil 1) ist es auch nicht.
Alles zusammen war das einer der besten Tage der Runde! Und zusammenfassend: