Yellowstone 1

Wir konnten es garnicht fassen, daß die Wettervorhersage tatsächlich recht hatte: Wir wurden bei strahlendem Sonnenschein munter. Vielleicht lag es daran, daß wir am Vortag brav aufgegessen hatten. Das war noch recht spannend, denn der extrem nette Typ von der Rezeption hat uns Gutscheine für ein all-you-can-eat China-Buffet gegeben. Wir sind hin und hätten es fast verpaßt, denn die machen dort extrem früh zu. Sie waren aber ur lieb zu uns und haben extra noch länger offen gehalten. Dafür kamen auch noch andere und das Restaurant war plötzlich wieder voll. Das haben die Besitzer sicher nicht ungern gehabt. Wir haben jedenfalls das Buffet sehr brav sehr leer geräumt, man will ja für sein Geld etwas haben. Und ganz nebenbei: Dort kann man wirklich gut essen. Sehr zu empfehlen. Das China-Essen in den USA ist immer anders als in Österreich, aber anders ist deswegen sicher nicht schlecht. Wäre nur interessant, was davon authentischer ist…

In der Höhe von Cody war es zwar frisch, aber es war auch echt sonnig. Daher nichts wie los. Nur eine gute Stunde Fahrt fehlte uns zum Yellowstone NP. Daher ein schnelles Frühstück, den Cooler mit Eis aus dem Motel auffüllen (das ist gegen Minigeld erlaubt, aber an der Rezeption haben sie mich gefragt, warum ich da jetzt was zahlen will und haben mich mit einem Gruß wieder rausgeschickt) noch einmal voll tanken (denn Tanken in der Einöde muß man ganz schön zahlen) und auf den Highway, der direkt vom Motel in den NP führt.

Der Highway geht recht bald den Berg hinauf, aber das frühlingshafte und sonnige Wetter blieb uns treu.

Nach dem ersten großen Anstieg kommt man zu einem Stausee. Da war es dann schon ziemlich knackig kühl und der Schnee auf den Bergen sah schon nicht mehr so gar arg weit weg aus…

Eigentlich haben wir vermutet, daß alles sehr naß sein müßte, denn die Schneeschmelze sollte ja kräftig vorangehen. Nur Tage zuvor war die Strecke noch zu, der Schnee mußte ja irgendwohin verschwunden sein. Aber der Stausee sah da nicht sehr voll aus…

Nicht viel weiter schrie mir Astrid ins Ohr, ich müßte SOFORT stehen bleiben. Ich hatte ja keine Ahnung was los war. Brannte es irgendwo im Auto??? Nein, es war ihr erstes Bison…

Das Fell der guten Viecher ging schon kräftig runter, aber es war auch noch genug Winterfell dran. So lange war es scheinbar noch nicht warm. Je weiter wir nach oben kamen, desto näher kamen wir dem Schnee. Sollten wir gar Schnee noch aus der Nähe sehen???

Da schmolz der Schnee noch. Die ganze Seite war ein Wasserfall.

Und am nächsten Parkplatz war es Gewißheit: Yup, wir hatten Schneekontakt. Und echt nicht wenig davon.

Der sonst so romantische See war jetzt eine weniger romantische Eisfläche.

Das Erklimmen des Randes war nicht ganz simpel, aber machbar. Wir zeigen hier nur die ‘Siegerfotos’. Das Interessante: Obwohl wir auf dem Schnee rumgeturnt sind, war es T-Shirt warm. Die Sonne konnte es wirklich heftig treiben. Wahrscheinlich perfektes Wetter für einen Sonnenbrand. Aber wir kamen aus Florida, also waren wir on the safe side…

Baden wollten wir jetzt nun doch nicht gehen, das haben wir dem Federvieh überlassen.

Auch der Yellowstone Lake war noch recht knusprig. Vom Lake Butte Overlook hat man btw. wirklich eine geniale Aussicht. Das Wetter mit dem vielen Schnee und der Sonne ist btw. nicht so ganz simpel für die Kamera.

Das frische Gras und der viele Schnee in den Bergen trieb die Bisons ganz offensichtlich ins Tal. Daher hatten wir unglaublich viele Tiersichtungen. Die Bisons sind offenbar Touristengeeicht und lassen sich in keinster Weise beim Futtern stören.

Entlang des Yellowstone Lakes hatte Astrid ihr erste Heißwassersichtung. Im Sommer sieht man dort nicht viel, aber jetzt dampft es durch den Schnee in den vom Eis bedeckten See. Das ist einmalig!

“Wo kommt man am schnellsten zum Futter? Auf den schneefreien grauen Bisonwegen. Nur komisch, daß gerade dort diese anstrengenden Blechdinger rumfahren. Aber wenn die Blechdinger das so wollen…”

Langsam taute das Eis vom See. Da wo es ein bißl mehr Strömung gibt und es flacher ist.

Gänse waren auch schon da. Da konnte der Frühling nicht mehr weit weg sein.

Sonst war es noch überall sehr friedlich. Nur sehr wenige Touristen und viele futternde Bisons.

Manche Wege waren noch ein ‘wenig schwer’ zugänglich, aber wo ein Wille, da auch ein Weg. Astrid wollte nichts auslassen, sie war zum ersten mal in Yellowstone.

Bei so blauem Himmel ist der Kontrast zum Dampf der Geysire einfach super. Wenn es hier aber grau in grau ist, schaut es nur grauslich aus. Aber was hatten wir für ein Glück…

Durch die Schneeschmelze waren auch die Mudbecken noch flüssig genug und sahen perfekt aus. Jetzt weiß ich, wann man die tollen Fotos für die Prospekte schießt.

In den kleinen Gruben findet sich noch Schnee, dazwischen kommt das grüne Gras erst frisch raus. Und überall Bisons, die sich endlich den Bauch voll hauen konnten.

Plötzlich standen echt viele Autos auf sehr verbotenen Plätzen und alle starrten in die Ferne. So einen ‘Elchstau’ mußten wir schon ernst nehmen. Was konnte das denn sein? Und da hatte auch ich mein ‘erstes mal’ im Yellowstone. Ein Grisly trottete durch das Gras. Zum Glück weit entfernt, denn selbst aus der Entfernung sieht das eindrucksvoll aus. Beängstigend ist ein anderes Wort, das einem durch den Kopf geht.

Next stop: Yellowstone Falls. Wie ich immer sage, so viel Abwechslung in einem NP gibt es nur in Yellowstone. Mir fallen da nicht mehr sehr viele Wasserfälle wie der ein.

Sie behaupten das vom Fluß gefräßte Tal wäre dem Grand Canyon nicht unähnlich. Naja, da übertreiben sie wohl doch ein wenig. Wenngleich, hübsch ist es schon.

Man kann natürlich auf den verschiedensten Routen zu Aussichtsterrassen gehen, zum Teil auch ziemlich nach unten. So viel Zeit hatten wir aber nun doch nicht, aber es wäre sicher nett, wenn man so einen Tagesausflug machen könnte.

Wir sind weiter in Richtung Westeinfahrt gefahren, der Schnee hatte uns immer noch fest im Griff.

Die Flüsse und Bäche waren alle sehr voll, manche lugten schon deutlich über ihre Grenzen.

Am Straßenrand tauchten bald die ersten Geysire auf.

Und kurz darauf standen wir wieder in einem Stau. Was für Tiere dieses mal? Natürlich rannten wir flott mit Kameras bewaffnet und waren wirklich sehr erfolgreich (die Videos kommen dann auf die Homepage). Eine Braunbärdame mit zwei Jungen!

Das viele Wasser macht sich auch bei den Wasserfällen sehr gut. Das hat definitiv etwas.

Das beste war aber, daß wirklich nicht sehr viele Touristen unterwegs waren. Wie sonst könnte man solche Fotos machen?

Die Viecher waren happy damit. Endlich genug zu futtern, nicht mehr im Schnee rumwaten und (noch) Ruhe von den Menschen. Nur die Babys waren anstrengend.

Viele Nebenwege waren leider gesperrt. Nicht weil sie den Schnee noch nicht wegbekommen hatten, sondern weil sie Angst hatten, daß die wenigen Touristen auf einen der Grislys stoßen könnten und Mensch zum Frühstück macht schlechte Schlagzeilen. Mein Lieblingsweg mit den vielen kleinen Geysiren war leider zu, der Fireholedrive neben dem wilden Flüßchen war aber offen.

An dem Tag schafften wir es sogar noch zum Old Faithful, der wirklich schon altersschwach wirkt…

Obwohl man in den USA die Frage der Zugänglichkeit echt ernst nimmt, gleich beim Old Faithful war der Platz zum Schneelagern wohl wichtiger.

Mit einem kurzen Abstecher über die Geysirbecken (die Zeit drängte nun schon) ging es in Richtung Ausgang.

Raben sind auch in dem NP als bezahlbare Schauspieler verfügbar. Der hier wirbt gerade für seine Dienste.

Damit blieben uns noch einige Tiersichtungen in der nun schon tiefstehenden Sonne bis zum Westausgang.

Der Westausgang geht praktisch direkt in die kleine Stadt. Und da wurde es leider sehr mühsam. Das kleine Motel ist nicht nur alt es ist auch nicht urig. Es ist einfach grauslich alt. Unser Zimmer ging direkt auf die Straße, der Parkplatz war auf der Straße. Die Ausstattung war trotz des ansehnlichen Preises echt mies. Naja, nur eine Nacht. Und was gab es zu essen? Sehr gute Frage. Der kleine Supermarkt hat sein Essen offenbar aus dem letzten Jahrhundert aufbewahrt, ist aber bei den Preisen locker auf dem x2 Trip. Dafür gibt es Lebensmittelvergiftungen gratis dazu. Der McDonalds hat dort alles nur keine Burger, dafür komische Sandwiche. Alle anderen eingezeichneten Fastfood Restaurants sind entweder garnichtmehr sichtbar oder hatten geschlossen. Was waren wir dankbar, daß wir noch eine Dose Tomaten hatten, die wir mit Nudel essen konnten. Die Stadt hat vielleicht erst nach der Winterpause aufgemacht, schaut aber schon eher wie eine Ghosttown aus. Die Preise sind schlimm und alles schaut echt abgef**** aus. Ich kann dort nur die Flucht empfehlen. Oder im Sommer die Campingplätze außerhalb, nur die waren halt noch zu.

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