Hausboot Tag 4 – Die erste Wende und der Herbst

Heute haben wir die erste Wende (keine Ahnung woher der Wind kam, könnte also auch eine Halse gewesen sein) gemacht. Das letzte Stück zur Scheitelhaltung sollte sich auch nicht mehr so gar arg ändern, es geht wieder durch eine Stadt durch (und die müssen nicht sein) und wir hätten eine 4-fach Schleuse rauf und gleich wieder runterschleusen müssen. Das ist bei einer 10 Tages Tour-Retour Tour irgendwie nicht Sinn und Zweck der Übung. Also haben wir umgedreht und sehen uns die bisherige Strecke bei sonnigem Wetter an. Zumindest war sonniges Wetter vorhergesagt.

In der Sonne ist es sehr angenehm. Man hat aber schon das Gefühl es herbstlt. Man freut sich (und das inkludiert Astrid) in der Sonne sitzen zu können und vermißt die Sonne im Schatten der Bäume. Irgendwie wußte aber der Wettergott nicht was von der Vorhersage, sodaß es über Mittag sehr wolkig wurde.

Wir haben daher die Zeit genutzt um in Brams zum Supermarkt zu rollern. Habe ich btw schon unsere Roller gelobt? Wie wir aber auch aus dem Quiz des Ortes wissen, hat uns Google schön ins Nirgendwo gebracht. Zum Glück sind wir die 10km (je Richtung) mit unseren Rollern gedüst. Aufladen kann man die Dinger an der einzigen an Bord befindlichen 230V Steckdose (über Inverter) mit max. 400W (unser mitgebrachter 300W Inverter derblast es nicht). Der Einkauf im Spar (siehe Quiz) war dürftig, aber was soll’s. Dafür hat es dann ziemlich bald aufgelockert und es wurde von Stunde zu Stunde sonniger.

Wie unterschiedlich der Kanal mit Sonne aussieht. Schatten und Licht ändern hinter jeder Kurve die Aussichten dramatisch.

Wir kamen auch wieder an der Schleuse vorbei, wo aus der schnöden Ampel ein Wegweiser zur Welt wurde.

Um nicht wieder in der lauten Stadt übernachten zu müssen und dafür auch noch zu zahlen, sind wir durch die ganze Stadt durchgefahren und sind hinter der nächsten Schleuse längsseits gegangen. Die Burgbesichtigung wollten wir mit den Rollern machen. Die Stadtdurchfahrt bei Sonne war gleich viel besser, aber man ist dort ganz sicher nicht unbeobachtet.

Gleich die Roller ausgepackt und die knappen 10km zurück in die Stadt gedüst. Hier zeigte sich der Unterschied zwischen EVO und GT erheblich. Ich bin zur Cité einfach raufgedüst, Astrid mußte wie blöde treten und kam oben fassungs- und luftlos an.

Schon der Eingang ist imposant, wobei das Abendlicht echte Probleme mit der Seite verursacht. Hier kann ich nur ein Lob an meine Sony RX10M4 aussprechen, denn der Kontrast mit dem Gegenlicht war höllisch.

In der Stadt war natürlich Maskenpflicht, aber eigentlich war zum Glück wenig los. Ich hörte von Berichten, wo man in der Menge durch die Gassen geschoben wurde; irgendwie so wie Venedig in der Hochsaison. Da konnten wir uns sehr frei bewegen.

In der Cité haben wir die Roller geschoben. Überraschenderweise wäre das Fahren nicht einmal verboten, aber der mittelalterliche Belag ist für Roller völlig unmöglich.

Astrid hat in der Cité auch ihre ersten Crêpes gekostet. Sie mag sie, sieht aber den großen Unterschied zu Palatschinken kaum.

Bei dem längeren Rundgang mit Masken waren die Minischilde, die Astrid aufgetrieben hat, sehr praktisch. Wir wurden auch schon öfter angesprochen, wo man die bekommt, denn hier rennen in der Hitze (es hatte nur einen Tag vor unserer Ankunft 37°C) alle mit Vollmasken rum. Astrid hat in einem Mittelaltershop auch noch einen wunderbaren Totenkopf bekommen. Der kommt in ihre Halloween-Sammlung.

Ach ja, die Stadt selbst. Das Ding ist die größte erhaltene mittelalterliche Anlage Europas und selbst Walt Disney hat sie als Vorbild für Schneewittchen und Dornröschen verwendet. Angeblich sind dort pro Jahr 4 Millionen Touristen unterwegs. Normalerweise gibt es dort eine nächtliche Lichtshow, aber die ist wohl derzeit nicht aktiv. Um 18 Uhr haben sie alles zugemacht und ich bezweifle, daß die Restaurants schließen, wenn es noch eine Lichtshow gibt. Wir haben nach den Blicken von der äußeren Stadtmauer noch die Basilika besucht, die lange Zeit auch Bischofssitz war.

Innen eher schlicht, aber nicht schlecht.

Da wir noch bei guter Sicht zu unserem Boot zurück wollten, haben wir langsam den Fußweg nach unten angetreten. Der Fußweg deswegen, weil das die berühmte Seite ist, die am Abend im Sonnenlicht liegt.

Diese berühmte Seite zeigt auch die komischen Ringe, die im Quiz der Burg behandelt werden.

Die Nacht konnten wir sehr ruhig auf unserem Boot außerhalb der Stadt verbringen UND wir waren nur Minuten vom großen Carrefour entfernt, der uns am nächsten Tag ein gutes Frühstück bescheren sollte. Was waren wir happy, daß das Wetter bei dem Höhepunkt mitgespielt hat.

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