Wir erinnern uns an das geile Sonnenuntergangsfoto vom Vortag? Ja? Irgendwie war der Sonnenaufgang ein klitzekleinwenig weniger romantisch.

Zum Glück hat sich Minuten später (also so um 8:30) die Sonne ein wenig gezeigt.

Ich bin dann mit dem Roller aufgebrochen um Frühstücks-Baguette zu besorgen. Leider scheint die Versorgungslage hier deutlich schwieriger zu sein als am Canaux du Midi, denn die nette Dame vom Ausgangshafen hat schon die wüstenhaften Abschnitte vermerkt und gewarnt, man soll rechtzeitig einkaufen gehen. Aber Brot geht halt nicht auf Vorrat. Also gute 5km zum nächsten Aldi gedüst (Frankreich gehört offensichtlich zu Aldi Nord) und dort festgestellt, daß hier der Aldi ein echter Diskonter ist und man dringend den Lidl nehmen sollte. Wen halt einer da wäre.

Trotz Diskonter wollen sie 1€ pro mikrigen Paprika. Paprikazüchter scheint ein lukrativer Job hier zu sein. Um 9:20 war ich wieder an Bord und es ging flott los. Die Schleusen am Fluß machen auch erst um 9:15 auf, sodaß wir nicht so gar arg viel Zeit verloren haben. Aber dafür ein echt tolles Frühstück mit Baguette, Terrine und Pate gewonnen haben. Während ich gefrühstückt habe, war Captain Princess (das steht so am Hut, ich würde mir sowas nie zu sagen erlauben) an Deck der Kapitän.

Nach dem nebligen Start in den Tag wurde es echt super sonnig und die Wolken waren nur zum Verschönern des Himmels da.

Am Fluß sind die Schleusen riesig. Damit man als kleines Boot nicht ganz so sehr zwischen den Pollern rumhängt, gibt es bei manchen Schleusen solche Schwimmbefestigungen. Für mich als Seilwerfer von oben, aber nicht gar so arg praktisch.

Die Mittagspause ist natürlich völlig heilig und daher bleibt nix anderes übrig als Pause zu machen. Damit sich das auch auszahlt, wurden wir gefragt, ob nicht auch 13:30 statt 13 Uhr ginge. Also Pause. Nur wo? Eigentlich darf man am Fluß nicht irgendwo halten, nur an gekennzeichneten Plätzen. Für die Mittagspause haben wir ein (privates?) sehr baufälliges Plätzchen gefunden, das wohl eher für ein kleines Motorboot gedacht war. Befestigt haben wir das Boot an zwei Ästen im Baum. War aber echt idyllisch!

Astrid saß hinten und hat die Zehen ins Wasser gehängt. Länger waren die Beine nicht. ![]()

Das Wasser der Yonne ist auch echt klar. Es ist wohl kein Zufall, daß man so viele Schwimmbereiche oder Wassersportzentren sieht.

Natürlich war die Schleuse auch um 13:30 nicht schon für uns bereit, sodaß wir die Abzweigung zwischen Fluß und Abschneiderkanal länger ‘genießen’ konnten.

Die Yonne vor Auxerre ist wirklich hübsch, nur sind überraschend wenige Tiere zu sehen.

Spannend ist die Idee, Glocken als Dachspitze zu haben.

Wir waren recht früh in Auxerre und wollten im Hafen anlegen, weil das diesjährige Boot leider ein wenig älter als das letztjährige (angeblich baugleiche) Boot ist. Es fehlt der 230V Inverter und der 12V Anschluß ist so schwach abgesichert, daß wir unsere Roller nicht laden können. Das ist weniger toll. Also brauchen wir hie und da einen Liegeplatz mit Strom, damit wir die Roller wieder hoch bekommen. Da bietet sich Auxerre an, das man auch bei Abendlicht noch schön fotographieren kann (siehe mein Fotobericht von 1999). Blöd war nur, daß der Hafen völlig voll war. Wir hätten uns noch wo dazuquetschen können, aber da wär es nix mit Strom geworden. Also wollten wir den empfohlenen Naturliegeplatz hinter Auxerre nehmen.

Das war aber wohl ein Scherz, denn direkt am Park, wo heute scheinbar ganz Auxerre unterwegs war, gibt es ein paar verstreute Ringe, wo man festmachen könnte. Kein Wunder, daß dort nicht ein einziges Boot hing. Also haben wir auf Auxerre verzichtet (hat auch sehr voll ausgesehen und das ist bei COVID vielleicht ein bißl zu viel) und sind den Canal du Nivernais entlang der Yonne weitergefahren. Das Stück hat kleinere Schleusen, die die Wärter händisch kurbeln und es gibt jede Menge Tiere.

Leider haben wir auch ein Boot gefunden (schon fast den ganzen Tag), das sich beim Anlegen schwer tut und nun bei den kleinen Schleusen Bumper-Boat spielt. Die kleinen Schleusen gehen viel schneller als die großen, aber mit dem Bumper-Boat verliert man wieder viel davon.

Trotzdem haben wir es noch wesentlich weiter als befürchtet geschafft, sodaß wir nun doch noch an einem kleinen Steg mit Strom hängen und die Roller laden können. Es soll auch einen kleinen Supermarkt im Dorf geben, wo wir noch einmal einkaufen, bevor es in designierte Einkaufswüste geht.

Die Schleuse ist btw genau hinter dem Boot auf der anderen Uferseite. Wäre zu schade, wenn wir das Bumper-Boat so loswerden würden. Ach ja, wie weit kommt man an so einem Tag? Wir haben heute gute 31km geschafft.