Wie vorhergesagt hat das Wetter am Vormittag noch rumgezickt; es war nebelig bis hochnebelig aber warm genug um im T-Shirt herumzulaufen. Wir waren pünktlich um 9 Uhr bei der ‘vache stupide’, die gestern schon eine halbe Stunde früher Schluß gemacht hat. Sie hat unschuldig gefragt, ob wir heute eh nach ihrer Schleuse Pause machen wollen, um das gestern leider nicht mehr erreichte Ziel zu erreichen. Wir haben dankend abgelehnt, denn unser Plan war, die Mittagspause im ‘Heimathafen’ Corbigny zu verbringen. Also auf ging es durch ein paar Schleusen.
Damit dem Fahrer nicht langweilig wird, haben sie auf der Strecke Engstellen ohne Grund eingebaut. Sind wohl sowas wie Aufmerksamkeitspunkte. Ach ja, Camping ist in Frankreich ganz groß. Da wo Boote einen Liegehafen finden, ist auch sehr häufig ein Campingplatz. Oder sie haben wie im zweiten Bild einfach so jede Menge Campingplätze.

Wir hatten die Hoffnung, die auch von der Vermieterfrau gestärkt wurde, daß wir wieder Weintrauben sampeln können. Aber weit gefehlt. Bisher haben wir noch kein einziges Gebiet mit Weintrauben gefunden, alles wird hier mit wirklich glücklichen Kühen auf riesen Weiden belegt. Manchmal nehmen sie auch noch Schafe um den Rest abfressen zu lassen. Die Kuh liegt im Vorgarten eines Wärterhäuschens.

Direkt vor Corbigny ist der Kanal etwas eingeschnitten und einige Brücken folgen aufeinander. Wie das mit Gegenverkehr ist haben wir zum Glück nicht rausgefunden, es gibt aber weder eine Beschilderung noch Ampeln. Man wird es wohl schon merken.

Wir haben in Corbigny angelegt und es fand sich auch jemand, der uns den Wasserhahnschlüssel gegeben hat und uns wurde unser Mist abgenommen. Den Sonnenschirmfuß haben wir nicht bekommen, weil schon fast alle Schiffe auf die Sonnensegel umgebaut sind (nur unseres nicht) und sie konnte uns einen Verteiler geben, da unser Boot auch nur einen 230V Stecker hat (blöd, wenn man 2 Roller gleichzeitig laden will). Also die Roller eine halbe Stunde hochgeladen und ab ging es zum Einkaufen nach Corbigny. Leider ist der Weg dorthin von der Locaboatbasis nicht so kurz, gute 5km in jede Richtung.
Wir haben die längere aber einfachere Strecke hin genommen. Da der Aldi hier ziemlich schwach ist, sind wir zum ATAC gefahren, der ohnehin nur ein kleinerer Auchan ist; hat sogar den gleichen Vogel im Logo. Wenn man nachliest, wurde ATAC von Auchan gekauft und fast alle Stores wurden rebranded, nur die Stores in der Gegend blieben bei ATAC. Wie wir an der Kasse waren, drehen sie das Licht ab. Und siehe da, auch größere Supermärkte machen hier Mittagspause von 12:30 bis 14:30. Gerade noch gut gegangen!

Den Weg zurück zum Boot haben wir auf der kürzeren Route zurückgelegt, weil unsere Roller nur mehr wenig Saft hatten. Jeder Hügel hätte auch unser letzter sein können. Die Strecke war ur hübsch, aber so spannender als geplant.

Wir kamen bei strahlendem Sonnenschein beim Boot mit 20% Akku an, konnten ausladen und endlich um 13 Uhr frühstücken. Die Roller hingen wieder am Strom.

Um 14 Uhr ist uns der Schleusenwärter besuchen gekommen, wann wir denn wieder losfahren wollten. Also haben wir unseren Ladevorgang um 14:30 abgebrochen und sind wieder auf Schleusentour gegangen. Die Basis in Corbigny ist echt ur schön und die Leute sind voll nett. Aber wer nicht mit dem Auto kommt hat 6km vom Bahnhof zu überbrücken, der Weg mit dem Auto ist nicht simpel UND man sollte schon Boot fahren können. Denn auf der einen Seite geht es direkt nach dem Liegehafen mit der engen Durchfahrt mit Brücken los, auf der anderen Seite beginnt die Schleusentreppe.

In dem Kanalabschnitt sind noch original Holzschleusentore zu sehen, die man auch nicht aufkurbelt, sondern mit einem ur langen Hebel ‘einfach’ aufdrückt. Astrid war vom Anblick alleine so geschafft, daß sie eine spezielle Schleusentechnik im Liegen erfunden hat.

Die nächsten paar Schleusen waren sehr schnell geschafft, sodaß wir die große Schleusentreppe mit 16 Schleusen doch noch angefangen haben. Es sind weiterhin Kühe überall.

Wir hatten schon Angst wie lange 16 Schleusen bei der durchschnittlichen Motivation der Wärter dauern können, aber die gute Nachricht: Man bekommt 6 Schleusenwärter: 4 bedienen die aktuelle Schleuse, 2 richten die nächste Schleuse her bzw. richten die gerade durchfahrene Schleuse für das nächste Boot. Das geht dann echt flott.

Um 17 Uhr, zwischen Schleuse 11 und 12 wurden wir gestopped, da man nach der Top-Schleuse nicht mehr halten kann und noch 3 Tunnel zu bewältigen sind. Wir haben uns darauf geeinigt, daß die Gruppe 2 Stunden früher heimgehen kann und wir in dem genialen Becken die Nacht verbringen konnten. Der Platz ist der bisher beste der Fahrt. Völlig alleine, schaut aus wie ein Bergsee auf der Alm. Einfach nur schön.

Das mit dem Essen ist eh kein Problem. Der gute Hausbootfahrer versorgt sich selbst und daher ist es einfach super mitten in der Pampa zu nächtigen. Wir sind bisher auch mit dem Selbstversorgen auch nicht schlecht gefahren; wir hatten z.B.
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Kalbsschnitzel mit griechischem Salat
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Rindfleischbällchen mit Pasta
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Schweinekotelett mit Salat
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Hühnerspießchen mit Rosmarinkartoffel
Heute waren Enchiladas dran. In der kleinen Küche und dem Gasbackrohr eine Herausforderung, aber sie wurden wirklich köstlich. Gegessen wurde natürlich an Deck, so eine Umgebung muß gewürdigt werden.

Morgen um 9 kommt die Schleusentruppe wieder und wir machen die restlichen 11 Schleusen der Treppe und die 3 darauffolgenden Tunnels. Mittagspause sollten wir dann am See der Scheitelhaltung haben.