Ein Tag der Überraschungen und nicht alle waren gut. Aber der Morgen hatte noch keine Überraschung. Die Nacht war gestern super schön, der Morgen war wieder neblig wie nur was.

Zurück in Briennon lugte die Sonne durch und nur Meter später war der Nebel zu ende. War wie eine Wand. Sowas hatten wir hier noch nicht (an der US #1 ist das normal).

Der Kanal war bei dem Licht wieder ur toll und es gibt echt viele Fotos… Ich verschone Euch hier aber mit dem Fotoanfall und halte mich kurz.

Heute hatte ich aber genug Zeit Foto von einem Reiher machen zu können. Die sind echt nicht schlecht und das können Handy-Kameras halt (noch) nicht.

Wir sind jetzt mit der Strecke durch und wir fahren nur mehr bekanntes Gebiet zurück. Ich kann daher berichten: Wir haben keinen einzigen Rebstock gesehen; den Zierstock an einem Wärterhäuschen jetzt mal dezent verschweigend. Nicht eine Weinbeere in freier Wildbahn. Nix. Dafür Kühe ohne Ende.

Der Abschnitt mit den freien Blicken ins Loiretal (ok ist jetzt nicht so wie im Gebirge aber sehr schön) ist auch bei strahlendem Sonnenschein voll cool.
Und dann kam die nächste Überraschung. Die Katze am Ufer von gestern, war auch heute noch da. Astrid dachte gleich an ausgesetzte Katzen, denn die Farbe ist nicht üblich für draußen (Landkatze á la JackJack). Also angelegt und geschaut, ob Katzen Hilfe brauchen.

Zwei Stück leben dort offenbar unter einem Busch, irgendwer hat ein Schüsserl mit Futter hingestellt. Astrid ging in den Rettungsmode über. Also nächster Teil: Katzen einfangen und mitnehmen. Naja, die Katzen waren sehr an meinem Pate interessiert, weniger an uns. Eine war zutraulicher, die andere weniger. Also haben wir zuerst versucht die weniger zutrauliche zu erwischen. Einzige Fangmittel: Bloße Hände.
Trotz der schlechten Chancen habe ich die schüchterne erwischt. Und sie mich. Meine rechte Hand sieht jetzt nicht mehr so aus wie gerade vorher. Zu zweit haben wir sie dann an Bord gebracht und versucht, die zutraulichere zu erwischen. Aber die war dann schon ziemlich satt und sehr vorsichtig. Hat sich dann mit deutlich sichtbarem Hängebauch ins Gestrüpp zurückgezogen und ward nicht mehr gesehen. Also eine ist immerhin schon was, Astrid will morgen oder übermorgen mit dem Auto wiederkehren und noch einen Versuch wagen. Bis dahin, haben wir jetzt ein Klo weniger an Bord, das uns zur Verfügung steht.

Da der Rückgabetermin des Bootes nicht veränderbar ist, blieb uns nichts anderes übrig als loszufahren. Wir mußten noch unbedingt die 7.2m Schleuse schaffen, damit wir das Boot rechtzeitig zurückgeben konnten.
In dem Streckenabschnitt haben sie sich echt bemüht schöne Liegeplätze zu schaffen, die auch von Camper genutzt werden. Sowas habe ich sonst noch kaum gesehen.

Die drei Schleusen zum bekannten Einkaufsgeschäft haben wir nach der Mittagspause (die wir mit Katzenfang verbracht haben) geschafft. Damit da was weitergeht, haben wir brav gekurbelt.

Das Boot lag wieder wie gestern im Hafen, wir nahmen die Roller und schon ging es wieder zum bi1. Nein, uns ist nicht das Essen ausgegangen, aber Katzen brauchen Zeugs, das wir nicht zufällig mit hatten. Hier Astrid mit dem Einkauf am Roller. Waagemutige Ladetechnik.

Die 7.20m Schleuse haben wir um kurz nach 16 Uhr passiert und da es gute zwei Stunden zu den drei Schleusen zum Kanalende sind, wurde uns schon mitgeteilt, das brauchen wir garnicht zu versuchen.

Gerade wie wir besprechen wie wir das nun mit Katzen am Roadtrip machen sollen und wie wir die zweite Katze kriegen könnten kam ein verzweifelter Anruf von Astrid’s bester Freundin. Ihr Pferd Efendi (unser ‘Einstellerpferd’) muß heute noch eingeschläfert werden: Herzklappenfehler. Daher genoß ich die Landschaft und Astrid hat telephonisch versucht ihre Freundin zu unterstützen. Das ist auch organisatorisch nicht so simpel.

Kleiner Technikeinschub: Was macht die Locaboat-Boote zu idealen Kanalfahrzeugen? Kaum Tiefgang, super Wohnraum und auch wenn man halbwegs flott fährt, fast keine Wellen am Kanal. Das sind 2200 Touren (gute 10km/h).

Kurz vor den drei letzten Schleusen haben wir halt gemacht. Einmal ohne viele Bäume mit angenehmer Abendsonne.

Ich habe flott gekocht und so konnten wir zum ersten mal dieses Jahr draußen Essen: Noch warm genug, noch hell genug und keine mühsamen Insekten.

Der Sonnenuntergang über der Kuhweide war auch entsprechend hübsch.

Morgen geht es zurück zur Basis, aber wer weiß was wir noch an Überraschungen erfahren. Und wie der Roadtrip nach Hause wird, ist nun mit zumindest einer Katze und dem nächsten riesigen Schlechtwetter sehr fraglich.