Grotto of Redemption & Sioux Falls

In der Nacht ist ein mächtiges Gewitter über uns gezogen und es hat das Zelt ziemlich durchgeschüttelt. Es blieb aber alles völlig trocken. Das bekommt das neue Zelt wenigstens gut hin. Am nächsten morgen war es aber deutlich weniger sonnig als erwartet.

Wir haben daher auf ein gemütliches Frühstück verzichtet und sind zum Walmart gefahren, um ein paar fehlende Dinge zu besorgen. Dabei haben wir auch Frühstück für unterwegs besorgt. Und schon waren wir auf dem Weg zur Grotte des Erlösers.

Der Name klingt schon ein wenig eigen und die Geschichte ist auch eigen. Ein preussischer junger Mann geht mit 20 Jahren in die USA und will dort Pfarrer werden. Während seiner Ausbildung wird Dobberstein mit einer Lungenentzündung schwer krank. Er bittet Maria um Unterstützung und bietet im Gegenzug ein Bauwerk an. Offenbar wurde der Deal angenommen, denn Dobberstein überlebte und wurde 1897 Pfarrer. Er hat seinen Auftrag ernst genommen und begann wie ein wilder die verschiedensten Steine zu sammeln. Auch Quarze, versteinerte Bäume, Stalagmiten und alles was glänzt.

1912 begann er mit den Bauarbeiten in West Bend, einer wirklich kleinen Gemeinde in Iowa. Ein zweiter Pfarrer kam dazu und 2 weitere Helfer. Ein Helfer war gerade mal 6 Jahre wie er begann. Ihn haben wir heute gesehen und er ist der letzte, der noch bauen darf.

Obwohl um die Mittagszeit schon teilweise sonniges Wetter vorhergesagt war, war es ziemlich wolkig. Unsere Handies haben daher ziemlich gekämpft.

Verschiedenste Grotten wurden angelegt und selbst ein Kreuzweg ist in Stein dargestellt.

Überfüllung war nicht angesagt, aber es waren doch einige wie wir unterwegs. Angeblich kommen jedes Jahr über 100000 Leute in das Kaff.

Die Wiese daneben ist ein Campingplatz und man kann dort auch gleich (mitten im Dorf) übernachten. Was das kostet haben wir nicht erfragt, die Besichtigung der Anlage ist aber komplett gratis.

Der Deal mit Maria hat btw. generell gut gehalten, den Dobberstein ist erst mit 81 verstorben.

Wir haben noch einen kurzen Blick in das kleine Museum geworfen, sind dann aber geflüchtet, bevor sie uns auf eine der stündlichen Führungen verschleppen konnten. Magnete und Co gibt es btw im Gift-Shop nicht, nur die üblichen Wahlfahrtssachen. Schade.

Nur eine halbe Stunde mit dem Auto weiter ist dann doch die Sonne durchgekommen. Langsam, und am Boden war es immer noch diesig/neblig.

Am Campingplatz in Sioux Falls war es aber schon strahlend sonnig. Wir haben das Zelt aufgebaut, bevor wir zu den Wasserfällen fuhren, denn das Zelt will man nicht so gerne im Dunkeln aufstellen.

Beim Aufstellen kam ein nettes kleines Wohnmobil vorbei. Wenn wer noch nicht weiß, was er/sie mir zum Geburtstag schenken soll, das würde ich nehmen… Winking smile

Die Wasserfälle sind keine 5mi entfernt. Das war kein Thema mehr. Die Fälle waren und sind natürlich, nur zwischenzeitlich wurde hier alles aufgestaut, um das Wasser industriell zu nutzen.

Als Bauwerk der Welt wurde der Fluß aufgestaut und das Wasser über eine Turbine für eine Mühle verwendet. Vor der Eröffnung hat eine der größten Schneeschmelzen alles fast wieder abgerissen, aber alles hat mit ein paar kleinen Schäden überstanden.

Trotzdem ging das Unternehmen nur 2 Jahre nachher bankrott, weil einerseits nicht genug Getreide zum Mahlen da war und andererseits wenn das Getreide da war, dann das Wasser gefehlt hat.

Hier sieht man noch, wo das Rohr zwischen Damm und Turbinenhaus gelegen hat.

Ach ja, mehrmals wurde die Anlage verkauft, dann stillgelegt und dann ist alles verfallen und zusammengefallen. Sie haben sich dann auf die natürlichen Wasserfälle geeinigt. So hat es mit aufgestautem Wasser mal ausgesehen.

Zurück am Campingplatz haben wir alles für die Nacht hergerichtet und wie es Abendessenszeit war, bin ich zu Taco John’s gefahren, um mal wieder was Neues zu probieren. Auch eine sehr schmackhafte Variante, die man wieder mal haben kann. Besonders die Kartoffel sind extrem gut.

Am nächsten Tag sollte es in den Bandlands NP gehen.

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