Heute sind wir dem Chaos entkommen und sind zurück in die Zivilisation gefahren. Das ganze an der Küste auf den kleinen Straßen. Im Sinne des Mottos unser Fahrt nach Rom, a tuesday drive.
Der Tag hat wieder strahlend sonnig begonnen und es war endlich ruhig, die Inder haben aufgegeben. Das Gedudel am Vortag hat einfach kein Ende genommen. Wir haben daher überraschend lange geschlafen und hatten dann einen schnellen Start. Wir haben daher auch den nahen Lidl ausgelassen, weil wir werden schon auf der Strecke einen sehen. Unser TomTom hat uns auf nahezu der gleichen Strecke wie beim Reinfahren aus Rom gelotst und wir kamen fast ohne Stau raus. Wir haben nur einmal mehr gesehen, 2 Spuren in einer Richtung sind ein Vorschlag. Man kann auch parken, abbiegen oder einfach irgendwas abstellen. Es ist also dann i.A. eine dynamische Spur. Roller und Motorräder zählen dabei eh nie.
Dafür war die schmale Straße danach wieder echt schön.

Das mit dem Auslassen vom nahen Lidl hat sich gerächt, weil danach kam irgendwie keiner mehr. Man findet ein paar kleine Coops, aber da paßt der Parkplatz nicht so ganz für unser kleines Heim. Aber Frühstück auslassen ist eh gesund.

Die Straße wurde dann immer bergiger aber auch schöner. Das ist eben so ein gemütlicher drive. Inzwischen kann ich auch schon ganz gut mit den Dimensionen des Kastens umgehen.

Gegen 14 Uhr sahen wir das Meer aber immer noch nichts zum Einkaufen. Also ging es in Richtung Mittagessen auslassen. Astrid hat dann einfach was aus dem Kühlschrank zum Snacken geholt. Schon praktisch, wenn man einfach nach hinten gehen kann.

30 Minuten vor Pisa wurde es spannend, denn sie haben mal einfach die Schnellstraße gesperrt. Die Umleitungsschilder waren spärlich und der TomTom wußte nichts von der Sperre, weil ich ihm kein Internet gegeben habe. Das wurde zu einem kleinen Kampf, weil die Schilder waren selten und der TomTom wollte unbedingt zurück auf die gesperrte Schnellstraße. Mit ein wenig Rumgurken kamen wir dann doch an. Wir merken uns aber: Gib dem TomTom immer den Verkehrsfunk, sonst hast Du mehr Spaß als erwartet.
Der Campingplatz liegt nur 800m vom schiefen Turm entfernt und ist echt nett. Besonders im Vergleich zu Rom. Da Astrid noch von Rom angeschlagen war, haben wir die italienischen Gesetze wie echte Italiener behandelt und sind mit unseren eScooters auf die Runde gegangen. Neben dem schiefen Turm soll man auch eine Runde durch die Stadt gehen/machen. Die Fahrt zum Turm war quasi im Nu erledigt und schon fanden wir die größte Herausforderung: Der Turm schaut ur schief aus, aber auf den Fotos sieht man es nicht so wirklich. Daher haben wir einige Versuche unternommen.

Pisa ist übrigens wieder vorbildlich: Die Straßen fallen nicht auseinander, die Gehsteige haben Absenkungen an den Übergängen, es gibt z.T. Blindenführsysteme und es gibt jede Menge Radwege (die man laut Gesetz NICHT mit den eScootern befahren darf). Und es fahren auch wieder jede Menge mit dem Fahrrad und dem eScooter durch die Gegend.

Rund um den schiefen Turm haben sie eine wunderbare Fußgängeranlage gebaut und es sieht tatsächlich so aus, als würden sie die alten Gebäude schätzen. In Rom schaut es häufig so aus, als wären die ‘Dinger’ nur im Weg und man nutzt sie maximal als Pißwand (haben wir live gesehen).

Es waren auch deutlich weniger Menschen unterwegs, man konnte tatsächlich noch Sachen sehen und wurde nicht herumgeschoben. Es war sogar so viel Platz, daß wir die Scooter fahren konnten und nicht nur Schieben eine Option war. Weiter ging es durch die Innenstadt, die zum Großteil eine einzige Outdoor-Freßmeile ist.

Am Fluß haben wir wie vorgeschlagen eine Runde gedreht und es gibt auch da einige sehr nette Aussichten. Der Fluß ist btw der Arno, der auch durch Florenz fließt. Der ist auch schuld, daß Pisa nicht wie früher eine Stadt am Meer ist, sondern inzwischen 10km im Landesinneren liegt.

Cool ist die kleine Kirche Santa Maria della Spina. Nicht weil sie da lange Zeit angeblich einen Originaldorn aus Christus’ Dornenkrone hatten, sondern weil sie das Ding am Ufer des Arnos gebaut haben. Da aber der Fluß auch stürmische Zeiten kennt, kam es immer wieder zu Überflutungsschäden. 600 Jahre nach Erbauen (1871) hatten sie dann die Schnauze voll, haben die Mauern beim Fluß gebaut, haben die Kirche feinsäuberlich zerlegt und oben wieder aufgebaut. Also quasi Abu Simbel in Italien.

Weil es gar so schön war, sind wir noch ein wenig auf dem Radweg geblieben und sind erst in einem großen Bogen wieder zum Campingplatz zurückgefahren.

Nach einer wirklich nötigen Dusche (das kannst Du am Campingplatz in Rom vergessen) konnten wir unser schon länger gekauften Nachtmahl in der Ninja machen. Wobei auch hier sind sie geizig und geben einem nur 6A, sodaß nach guten 5 Minuten die Sicherung auslöst, man sie wieder reindrücken muß and repeat. Das Essen war aber trotzdem genial!
Morgen schauen wir schon langsam in Richtung Frankreich…