Aix-en-Provence oder die Flucht vor den Wolken – Tag 9

Über das Wochenende sollen in der Gegend die Wolken rumziehen und das finde ich bekanntermaßen nicht so toll. Also haben wir einen botanischen Garten aus dem Plan ausgelassen (wie müssen ja auch wieder zurückfahren) und sind gleich nach Aix gefahren, wo das Wetter deutlich freundlicher sein soll. Damit das in endlicher Zeit passieren kann, haben wir ausnahmsweise die Autobahn genommen.

Der Sonnenaufgang hat Astrid sehr fasziniert und sie hat sich mir Ihrer neuen Kamera (aka Handy) gespielt. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

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Da das aber angeblich die letzte Sonne an dem Tag war, sind wir losgefahren. Vior dem Losfahren stand aber dieses mal zunächst das Rauskommen, denn die Terrassen sind deutlich weniger breit als unser Camper-Van lange ist. Also nach hinten rausgeschoben und dann mehrmals an der steilen Ausfahrt reversiert, bis es sich gerade mal so ausging. So wird man schon mal munter zum Fahren. Unser TomTom wollte uns dann über Gehpfade jagen und da habe ich gleich verweigert. Trotzdem ist die Autobahn weit oben und jeder Anstieg ist hier eine Ministraße. Daher: Kaum halbwegs unten, schon ging es wieder steil bergan.

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Weil es dort nirgend genug Fläche für einen Parkplatz gibt, sind die Leute erfinderisch geworden: Das Dach ist doch noch frei.

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Immer wenn man glaubt man hat es geschafft, kann man schon noch ein paar Kurven fahren. Spannend sind die Serpentinen, wo man mit den 6m Länge nicht wirklich gut herumkommt.

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Die Auffahrt auf die Autobahn war dann auch wieder ein extrem steiles Stück Straße mit Kehrwende und schon war man auf der Autobahn. Da ging es zumindest mit 110km/h weiter. Mehr geht dorf aufgrund der Bergigkeit auch nicht. Die haben 6% Steigungen über einige Kilometer. Daher haben sie wie die USAler Runaway Strecken, nur schauen die halbherzig aus: Ein paar Meter Schotter und aus.

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In Nizza sind wir kurz von der Autobahn runter um Frühstück zu fassen. Die Abfahrt war ok, aber der Lidl-Parkplatz war klein und gesteckt voll. Da brauchten wir zwei Runden, bis wir uns reingequetscht haben. Länger und breiter darf ein Camper hier definitiv nicht sein. Das Ergebnis war aber lecker Baguette.

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Auf der weiteren Strecke nach Aix kam schnell die Sonne raus. Dir roten Berge haben uns sofort an die USA erinnert.

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Vor dem Vergnügen kam noch die Arbeit. Das Auto wollte wieder getankt werden und auf der Autobahn tanken können sich nur Millionäre leisten (Diesel über 2€). Schön das die Carrefour hier auch Tankstellen betreiben. Also sind wir zum Carrefour von Aix gefahren um zu tanken und Schlapfen zu kaufen, an die wir beide zuhause nicht gedacht haben. Das Parken ist einmal mehr schwierig, da fast alles eine Höhenbeschränkung hat und die wenigen Reihen ohne sind nicht lange genug. Nach der zweiten Runde haben wir uns zu anderen Falschparkern dazugestellt. Aber das ist wohl in Frankreich ein Normalfall, den keinen aufregt.

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Der Campingplatz war dann auch nicht mehr weit und war der totale Glücksgriff: Super gelegen, überall bewaldet, super WCs und Duschen! Sowas hatten wir bisher noch nicht und bisher ist das der Top-Campingplatz der Runde. Es war nur schade, daß wir eigentlich nur eine Nacht dort verbringen wollten.

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Was dem einen oder anderen Campingplatz in den USA die Bären sind, sind hier offenbar die Wildschweine. Astrid will wirklich welche sehen…

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Wir haben dann unsere Roller ausgepackt und sind in Richtung Stadtzentrum aufgebrochen. Zunächst zur für mich offensichtlichen Frage: Wie zum Teufel spricht man das aus? Da ich auch bei einem Quiz wenig Hoffnung habe, hier gleich die Lösung:

Ich dachte mir, da kommt sicher der Aixam her. Da lag ich daneben, aber echt nicht weit, weil der Aixams heißt so, weil er aus Aix-les-Bains kommt. Nah dran. Und woher kommt der komische Name Aix? Kommt aus dem Lateinischen Aquae. Hier gab es viele Quellen und Thermen. Und da es mehr Orte mit viel Wasser gab hinten das in der Provence dran.

Wir sind mit den Rollern in die Innenstadt gedüst und wir brauchten dafür keine 10 Minuten. Es gibt keine wirklichen Radwege, aber wenigstens Radstreifen und man darf in der ganzen Innenstadt mit dem Rad fahren. Das haben wir ausgibig getan und konnten so Aix in einer Stunde ziemlich komplett abwickeln. Gleich am Anfang der Fußgängerzone kommt man zu der Kirche (Kirche des heiligen Johannes von Malta, wenn es wer genau wissen will).

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Mit den Rollern ist man flott, schon ist man beim ersten Springbrunnen.

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Weiter die Straße rauf und die große Kathedrale ist gefunden.

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Damit die Roller nicht unbeaufsichtigt sind haben wir die uns nacheinander angesehen. Immer wieder faszinierend, was die Handy-Kameras so leisten. Das Fenster ist in der dunklen Kirche auch noch mit dem großen optischen Zoom gemacht. Freihand.

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Die Innenstadt hat an allen Plätzen jede Menge riesiger Bäume und das macht zumindest für mich das Besondere von Aix aus.

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Brunnen wiederrum sind für französische Verhältnisse selten, auch wenn der Name Wasser vorhersagt.

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Danach sind wir noch zum örtlichen Park gefahren, der aber kein Foto wert ist. Damit ratzfatz wieder zum Campingplatz, endlich sinnvoll duschen können und Wäsche waschen. Sogar die Ninja konnten wir für das Abendessen voll nutzen, da wir endlich wieder 10A Sicherungen haben.

Am Abend haben wir auch nach Möglichkeiten für Marseille gesucht, sind aber nicht fündig geworden. Die Garage, die Camper nimmt, hat eine Höhenbegrenzung von 2.8m, wir sind aber 2.85m hoch. Also eher nicht. Daher müssen wir wohl Marseille auslassen, obwohl das mit dem alten Hafen echt schön sein soll. Damit ziehen wir morgen in Richtung Avignon weiter.