Froschperspektive auf die klassizistische Kathedrale Saint-Sauveur in Aix-en-Provence mit beiger Steinfassade, mächtigem Portal in Dunkelgrün, vorgelagertem Place de l'Université und einem schlanken Obelisken am rechten Bildrand unter schattigen Platanen

Aix-en-Provence oder die Flucht vor den Wolken – Tag 9

Über das Wochenende sollen in der Gegend die Wolken rumziehen und das finde ich bekanntermaßen nicht so toll. Also haben wir einen botanischen Garten aus dem Plan ausgelassen (wie müssen ja auch wieder zurückfahren) und sind gleich nach Aix gefahren, wo das Wetter deutlich freundlicher sein soll. Damit das in endlicher Zeit passieren kann, haben wir ausnahmsweise die Autobahn genommen.

Der Sonnenaufgang hat Astrid sehr fasziniert und sie hat sich mir Ihrer neuen Kamera (aka Handy) gespielt. Die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen.

Dramatischer Sonnenuntergang über dem glitzernden Meer, eingefasst von dicht bewaldeten Hügeln und den terrakottafarbenen Ziegeldächern eines ruhigen Küstendorfes unter einem wolkenverhangenen, intensiv gelb-orange leuchtenden Abendhimmel Goldgelber Sonnenuntergang über dem Mittelmeer, eingerahmt von dicht bewaldeten Hügeln, im Vordergrund ein malerisches Bergdorf mit ziegelroten Dächern und einer markanten Kirchturmspitze unter einem dramatischen, wolkenverhangenen Abendhimmel

Da das aber angeblich die letzte Sonne an dem Tag war, sind wir losgefahren. Vior dem Losfahren stand aber dieses mal zunächst das Rauskommen, denn die Terrassen sind deutlich weniger breit als unser Camper-Van lange ist. Also nach hinten rausgeschoben und dann mehrmals an der steilen Ausfahrt reversiert, bis es sich gerade mal so ausging. So wird man schon mal munter zum Fahren. Unser TomTom wollte uns dann über Gehpfade jagen und da habe ich gleich verweigert. Trotzdem ist die Autobahn weit oben und jeder Anstieg ist hier eine Ministraße. Daher: Kaum halbwegs unten, schon ging es wieder steil bergan.

Schmale Asphaltstraße führt unter bewölktem Himmel in einer leichten Rechtskurve durch eine grüne Landschaft mit Bäumen, Sträuchern und felsigem Hang Blick von einer grün bewaldeten Anhöhe über ein Tal mit dichter Bebauung und rötlichen Dächern hin zum ruhigen, grau-blauen Meer, eingerahmt von dunklem Nadelgehölz und einem tief hängenden, wolkenverhangenen Himmel im Hintergrund

Weil es dort nirgend genug Fläche für einen Parkplatz gibt, sind die Leute erfinderisch geworden: Das Dach ist doch noch frei.

Ein grauer Mercedes-Benz A-Klasse geparkt auf der betonierten Einfahrt einer Baustelle mit Flachdach, im Hintergrund eine bewaldete Hügellandschaft unter einem wolkigen Himmel und das weite Meer

Immer wenn man glaubt man hat es geschafft, kann man schon noch ein paar Kurven fahren. Spannend sind die Serpentinen, wo man mit den 6m Länge nicht wirklich gut herumkommt.

Eine kurvige, asphaltierte Bergstraße mit Leitplanken führt durch einen dichten Nadelwald, wobei links eine gemauerte Hangsicherung und rechts ein steiler Abhang zu erkennen sind. Ein roter PKW fährt in einer Kurve, umgeben von Bäumen und üppiger Vegetation

Die Auffahrt auf die Autobahn war dann auch wieder ein extrem steiles Stück Straße mit Kehrwende und schon war man auf der Autobahn. Da ging es zumindest mit 110km/h weiter. Mehr geht dorf aufgrund der Bergigkeit auch nicht. Die haben 6% Steigungen über einige Kilometer. Daher haben sie wie die USAler Runaway Strecken, nur schauen die halbherzig aus: Ein paar Meter Schotter und aus.

Eine mehrspurige, asphaltierte Autobahn führt leicht ansteigend durch ein dicht bebautes Hügelland. Am grauen, bewölkten Himmel hebt sich im Hintergrund ein bewaldeter Berg mit vereinzelten mediterranen Häusern ab. Hohe Laternenmasten und Leitplanken säumen die Fahrbahn

In Nizza sind wir kurz von der Autobahn runter um Frühstück zu fassen. Die Abfahrt war ok, aber der Lidl-Parkplatz war klein und gesteckt voll. Da brauchten wir zwei Runden, bis wir uns reingequetscht haben. Länger und breiter darf ein Camper hier definitiv nicht sein. Das Ergebnis war aber lecker Baguette.

In einer faltbaren grünen Silikonschüssel liegen aufgeschnittene Weißbrotstücke, rosafarbene Fleischwurstscheiben, eine weiße Packung Kräuterfrischkäse mit grüner Aufschrift „Formaggio fresco Erbe“ sowie zwei abgepackte Snack-Stixx-Würstchen, während im Hintergrund der graue Asphalt eines Parkplatzes zu sehen ist

Auf der weiteren Strecke nach Aix kam schnell die Sonne raus. Dir roten Berge haben uns sofort an die USA erinnert.

Mehrspurige Autobahn im dichten Verkehr unter einem dramatischen, wolkenverhangenen Himmel, gesäumt von grünen Bäumen und sanften, bewaldeten Hügeln im Hintergrund Mehrspurige Autobahn mit grauem Asphalt, weißen Leitlinien und Leitplanken, flankiert von grünen Bäumen, mit einer markanten, schroffen Felskette im Hintergrund unter leicht bewölktem Himmel

Vor dem Vergnügen kam noch die Arbeit. Das Auto wollte wieder getankt werden und auf der Autobahn tanken können sich nur Millionäre leisten (Diesel über 2€). Schön das die Carrefour hier auch Tankstellen betreiben. Also sind wir zum Carrefour von Aix gefahren um zu tanken und Schlapfen zu kaufen, an die wir beide zuhause nicht gedacht haben. Das Parken ist einmal mehr schwierig, da fast alles eine Höhenbeschränkung hat und die wenigen Reihen ohne sind nicht lange genug. Nach der zweiten Runde haben wir uns zu anderen Falschparkern dazugestellt. Aber das ist wohl in Frankreich ein Normalfall, den keinen aufregt.

Einkaufszentrum Centre commercial Aix-la-Pioline mit blauem Carrefour-Schriftzug, einer luftigen Installation aus Dutzenden bunten Regenschirmen und einem pinken Foodtruck davor

Der Campingplatz war dann auch nicht mehr weit und war der totale Glücksgriff: Super gelegen, überall bewaldet, super WCs und Duschen! Sowas hatten wir bisher noch nicht und bisher ist das der Top-Campingplatz der Runde. Es war nur schade, daß wir eigentlich nur eine Nacht dort verbringen wollten.

Ein grauer Kampingbus steht auf einem schattigen Stellplatz unter hohen Pinien und Laubbäumen. Daneben stehen zwei blaue Campingstühle auf sandigem Boden, während eine reisende Person lächelnd vor der offenen Schiebetür des Wohnmobils posiert

Was dem einen oder anderen Campingplatz in den USA die Bären sind, sind hier offenbar die Wildschweine. Astrid will wirklich welche sehen…

Weisses Hinweisschild mit schwarzer Strichzeichnung eines Wildschweins und zweisprachiger Warnung auf Französisch und Englisch, dass Mülltonnen wegen anlockender Wildschweine nicht draussen stehen gelassen werden dürfen

Wir haben dann unsere Roller ausgepackt und sind in Richtung Stadtzentrum aufgebrochen. Zunächst zur für mich offensichtlichen Frage: Wie zum Teufel spricht man das aus? Da ich auch bei einem Quiz wenig Hoffnung habe, hier gleich die Lösung:

Ich dachte mir, da kommt sicher der Aixam her. Da lag ich daneben, aber echt nicht weit, weil der Aixams heißt so, weil er aus Aix-les-Bains kommt. Nah dran. Und woher kommt der komische Name Aix? Kommt aus dem Lateinischen Aquae. Hier gab es viele Quellen und Thermen. Und da es mehr Orte mit viel Wasser gab hinten das in der Provence dran.

Wir sind mit den Rollern in die Innenstadt gedüst und wir brauchten dafür keine 10 Minuten. Es gibt keine wirklichen Radwege, aber wenigstens Radstreifen und man darf in der ganzen Innenstadt mit dem Rad fahren. Das haben wir ausgibig getan und konnten so Aix in einer Stunde ziemlich komplett abwickeln. Gleich am Anfang der Fußgängerzone kommt man zu der Kirche (Kirche des heiligen Johannes von Malta, wenn es wer genau wissen will).

Gotische Kirche Saint-Jean-de-Malte in Aix-en-Provence mit beiger Sandsteinfassade, hohem Masswerkfenster und eisernem Gitterzaun, davor zwei Fussgängerinnen auf der historischen Pflasterstrasse

Mit den Rollern ist man flott, schon ist man beim ersten Springbrunnen.

Der Place Masséna in Nizza zeigt den prunkvollen, steinernen Masséna-Brunnen mit hellen Figurengruppen, wasserspeienden Löwenstatuen und feinen Fontänen, umgeben von grünem Wasserbecken und herbstlichen Bäumen unter hellem Himmel Zwei detailreich gestaltete, graue Löwen-Skulpturen aus Stein mit prächtigen Mähnen thronen auf einem alten Brunnenstock, aus dessen Muschel-Speier feine Wasserstrahlen fliessen Detailreicher Brunnenguss mit einer hockenden Löwen-Skulptur und bronzenen Putten auf Schwänen am Bassinrand, während feine Wasserstrahlen sprühen und im Hintergrund herbstlich grüne Laubbäume aufragen

Weiter die Straße rauf und die große Kathedrale ist gefunden.

Eine weite Allee mit hohen Platanen, deren helle Stämme und dichtes grünes Blätterdach die Straße säumen; an den Seiten historische mehrstöckige Altbauten mit schmiedeeisernen Balkonen, parkende Autos und eine Person mit E-Scooter auf dem Asphalt Die gotische Kathedrale Saint-Sauveur in Aix-en-Provence mit ockerfarbener Steinfassade, markantem Glockenturm und braunen Doppeltoren, eingerahmt von historischen Gebäuden, grünem Laub und Passanten auf dem sonnigen Vorplatz Blick durch das historische Hauptschiff einer alten Kirche mit massivem Sandsteingewölbe, hölzernen Kirchenbänken und steinernem Boden; rechts ein kunstvoll gestalteter Altarbereich mit Heiligenfiguren vor reich verziertem Fresko, während im Hintergrund ein Durchgang mit rotem Vorhang den Blick in den Chor freigibt

Damit die Roller nicht unbeaufsichtigt sind haben wir die uns nacheinander angesehen. Immer wieder faszinierend, was die Handy-Kameras so leisten. Das Fenster ist in der dunklen Kirche auch noch mit dem großen optischen Zoom gemacht. Freihand.

Prächtige gotische Kathedrale mit einer auffälligen, mintgrünen Orgel an der linken Seitenwand, dunklen Holzbankreihen im Kirchenschiff und hohen Spitzbogenfenstern im Chorraum Farbenprächtiges gotisches Kirchenfenster aus Buntglas mit biblischen Szenen in kräftigem Blau, Rot und Gold, eingefasst in dunkles Maßwerk vor finsterem Hintergrund Historische Kathedrale mit kunstvoll verziertem Gewölbe, zwei gegenüberliegenden grün-goldenen Orgeln auf Emporen mit filigranen Metallgittern und dunklem Chorgestühl aus Holz. Im Hintergrund führt der Blick durch das Kirchenschiff zum hell erleuchteten Altarraum mit schmalen Buntglasfenstern und hellem Marmorboden im Karo-Muster Die imposante Kathedrale Saint-Sauveur in Aix-en-Provence mit ihrer hellen Steinfassade, gotischen Portalen und dem Glockenturm ragt hinter einem belebten Platz mit historischen Kopfsteinpflastern und flanierenden Besucherinnen und Besuchern auf, während grüne Baumkronen das helle Tageslicht filtern

Die Innenstadt hat an allen Plätzen jede Menge riesiger Bäume und das macht zumindest für mich das Besondere von Aix aus.

Historischer Innenhof in Aix-en-Provence mit ockergelben Steinfassaden, klassischen Sprossenfenstern mit grauen Läden und einem reich verzierten Holztor. Mehrere Personen stehen im hellen Hof mit Pflastersteinen, rechts weist ein blaues Straßenschild auf die Rue Adanson hin Eine mächtige Platane mit hellem Stamm und dichtem grün-gelbem Blätterdach prägt einen historischen Platz in Aix-en-Provence, umgeben von ockerfarbenen Steinhäusern mit grünen Fensterläden und gemütlichen Straßencafés im warmen Sonnenlicht Place de l’Hôtel de Ville in Aix-en-Provence mit dem historischen Rathaus aus ockerfarbenem Stein, dem filigranen Glockenturm und dem belebten Marktplatz, auf dem Passanten flanieren und vor Bäumen ein Brunnen steht

Brunnen wiederrum sind für französische Verhältnisse selten, auch wenn der Name Wasser vorhersagt.

Historischer Stadtplatz in Aix-en-Provence mit ockergelben Barockfassaden, kunstvollen schmiedeeisernen Fenstergittern und grünen Holzläden, davor ein runder Brunnen auf Kopfsteinpflaster unter hellem Himmel Froschperspektive auf die klassizistische Kathedrale Saint-Sauveur in Aix-en-Provence mit beiger Steinfassade, mächtigem Portal in Dunkelgrün, vorgelagertem Place de l'Université und einem schlanken Obelisken am rechten Bildrand unter schattigen Platanen

Danach sind wir noch zum örtlichen Park gefahren, der aber kein Foto wert ist. Damit ratzfatz wieder zum Campingplatz, endlich sinnvoll duschen können und Wäsche waschen. Sogar die Ninja konnten wir für das Abendessen voll nutzen, da wir endlich wieder 10A Sicherungen haben.

Am Abend haben wir auch nach Möglichkeiten für Marseille gesucht, sind aber nicht fündig geworden. Die Garage, die Camper nimmt, hat eine Höhenbegrenzung von 2.8m, wir sind aber 2.85m hoch. Also eher nicht. Daher müssen wir wohl Marseille auslassen, obwohl das mit dem alten Hafen echt schön sein soll. Damit ziehen wir morgen in Richtung Avignon weiter.